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Warum sich der Fall von Frankfurts Freigang bis Weihnachten ziehen könnte
Sport · 03.08.2026 13:59

Warum sich der Fall von Frankfurts Freigang bis Weihnachten ziehen könnte

Kurz: Die Doping-Ermittlungen gegen Eintracht-Kapitänin Laura Freigang ziehen sich hin. Warum der Fall die Nationalspielerin bis Weihnachten begleiten könnte.

Ein schwebendes Verfahren belastet den Saisonstart

Während der Sommer für Laura Freigang in den sozialen Medien von Urlaubsfotos geprägt war, schwebt über der Kapitänin von Eintracht Frankfurt eine ernsthafte sportliche Ungewissheit. Seit Anfang Juni ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen die Offensivspielerin. Der Vorwurf: Drei verpasste Dopingkontrollen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten. Für die 28-Jährige, die als Nationalspielerin dem sogenannten Registered Testing Pool (RTP) angehört, könnte dies schwerwiegende Folgen haben.

Die strengen Regeln des RTP

Als Teil des RTP unterliegt Freigang den strengsten Meldepflichten der Welt-Anti-Dopingagentur (Wada). Dies bedeutet, dass sie ihren Aufenthaltsort sowie Zeitfenster für unangekündigte Kontrollen tages- und stundenaktuell in einem System hinterlegen muss. Das Ausbleiben bei drei dieser Kontrollen innerhalb eines Jahres kann laut Reglement zu einer Sperre von bis zu zwei Jahren führen. Ein solches Strafmaß wäre für die Leistungsträgerin, die in 170 Bundesligaspielen bereits 100 Treffer erzielte, ein massiver Einschnitt in ihre Karriere.

Warum sich die Klärung verzögert

Der DFB betont, dass die Ermittlungen komplex seien. Sowohl medizinische als auch rechtliche Aspekte erforderten eine gründliche Prüfung, wobei Sorgfalt vor Schnelligkeit gehe. Laut Eva Bunthoff, Leiterin des Doping-Kontroll-Systems bei der Nationalen Anti-Dopingagentur (Nada), sehen die Vorgaben der Wada für solche Verfahren einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten vor. Da die Nada den Fall Anfang Juni an den DFB übergab, ist ein Abschluss der Ermittlungen vor Weihnachten oder gar erst im kommenden Jahr durchaus möglich.

Ein zentraler Punkt der Untersuchung ist die Prüfung jedes einzelnen „Strikes“. Insbesondere der dritte Vorfall steht im Fokus. Berichten zufolge soll es bei diesem Termin zu Unstimmigkeiten bei der Eintragung eines Spiels in der entsprechenden App gekommen sein, was dazu führte, dass die Kontrolleurin die Spielerin nicht antreffen konnte. Die entscheidende rechtliche Frage wird sein, ob ein Verschulden ausschließlich bei der Spielerin liegt oder ob möglicherweise Formfehler seitens der Institutionen vorliegen.

Rückhalt durch den Verein

Eintracht Frankfurt reagiert auf die Hängepartie mit einer klaren Linie. Katharina Kiel, Direktorin Frauenfußball, stellte klar, dass Freigang bis zu einer endgültigen Entscheidung ein fester Bestandteil des Kaders bleibt. Die Spielerin erhält die volle Unterstützung des Vereins und wird weiterhin in Pflichtspielen eingesetzt. Auch Trainer Niko Arnautis hob hervor, dass die Kapitänin professionell mit der schwierigen Situation umgehe.

Die Perspektive der Spielerin und die Rolle des DFB

Freigang selbst äußerte sich bereits kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe via Instagram. Sie betonte, dass es sich nicht um ein bewusstes Umgehen von Kontrollen gehandelt habe, sondern um Missverständnisse bei der komplexen und ständigen Aktualisierung ihrer Angaben. Aktuell hält sie sich mit öffentlichen Kommentaren zurück, solange das Verfahren läuft.

Eine Besonderheit des Falls ist die Rolle des DFB, der gegen eine eigene Nationalspielerin ermittelt. Der Verband weist jedoch einen Interessenkonflikt zurück und verweist auf die Unabhängigkeit seiner Rechtsinstanzen. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine regulatorische Änderung: Ab 2027 wird die Zuständigkeit für solche Ermittlungen gemäß den Compliance-Regeln der Wada vollständig auf die Nada übertragen. Den aktuellen Fall Freigang muss jedoch noch der DFB zu einem Abschluss bringen.

Ausblick auf die kommenden Monate

Für Laura Freigang und Eintracht Frankfurt beginnt nun eine Phase der sportlichen Normalität unter Beobachtung. Das nächste große Ziel ist die Champions-League-Qualifikation, in der die Eintracht gegen Omonia Nikosia antritt. Trotz des laufenden Verfahrens bleibt die Kapitänin auf dem Platz gefordert. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die juristische Aufarbeitung die sportliche Zukunft der Nationalspielerin beeinflussen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frankfurter-skyline-mit-modernen-wolkenkratzern-38765212/ · Foto: Leonhard Niederwimmer
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/hr/hr-eintracht-frankfurt-frauen-warum-sich-der-fall-laura-freigang-bis-weihnachten-ziehen-koennte-100.html