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Vergoldetes Comeback: Kevric erstmals Europameisterin am Stufenbarren
Sport · 15.08.2026 18:08

Vergoldetes Comeback: Kevric erstmals Europameisterin am Stufenbarren

Kurz: Helen Kevric hat bei der Turn-EM in Zagreb Gold am Stufenbarren gewonnen. Nach einer schweren Knieverletzung ist dies ein beeindruckendes Comeback.

Ein historischer Erfolg in Zagreb

Bei den Europameisterschaften im Turnen, die aktuell in der kroatischen Hauptstadt Zagreb stattfinden, hat die deutsche Athletin Helen Kevric für einen der emotionalsten Momente des Turniers gesorgt. Die erst 18 Jahre alte Turnerin vom MTV Stuttgart sicherte sich am Stufenbarren die Goldmedaille und krönte damit ihr internationales Comeback auf beeindruckende Weise. Nur etwa 15 Monate nachdem sie sich eine folgenschwere Knieverletzung zugezogen hatte, präsentierte sich Kevric in einer herausragenden körperlichen und mentalen Verfassung. Ihr Sieg ist nicht nur eine persönliche Bestleistung, sondern auch ein bedeutendes Ereignis für den deutschen Turnsport, da sie die erste deutsche Europameisterin an diesem Gerät seit dem Erfolg von Elisabeth Seitz im Jahr 2022 in München ist. Die Erleichterung und Freude über diesen Triumph waren der jungen Athletin unmittelbar nach dem Wettkampf deutlich anzumerken, als sie ihre Leistung als überaus zufriedenstellend und sich selbst als überglücklich beschrieb. Dieser Erfolg unterstreicht ihre Ausnahmestellung im deutschen Turnen, nachdem sie bereits in der Qualifikationsrunde ihre Ambitionen auf das Edelmetall durch den ersten Platz an ihrem Spezialgerät eindrucksvoll untermauert hatte.

Detaillierte Ergebnisse und sportliche Leistungen

Der Weg zum Gold war geprägt von einer technisch anspruchsvollen und fehlerfreien Darbietung. Für ihren Vortrag am Stufenbarren erhielt die deutsche Meisterin eine Wertung von 14,500 Punkten, was ihr den Sieg in einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld sicherte. Hinter der Stuttgarterin belegte die Italienerin Elisa Iorio mit 14,333 Punkten den zweiten Platz, während deren Teamkollegin Giulia Perotti mit 14,233 Punkten die Bronzemedaille gewann. Doch nicht nur Kevric konnte an diesem Tag für Deutschland glänzen. Kurz vor dem Auftritt der Stuttgarterin sicherte sich Karina Schönmaier aus Chemnitz die Silbermedaille am Sprung. Die 21-Jährige, die im Vorjahr bei der Heim-EM in Leipzig noch Gold an diesem Gerät gewonnen hatte, erreichte einen Durchschnittswert von 14,066 Punkten für ihre zwei Sprünge. Sie musste sich lediglich der Mehrkampf-Europameisterin Angelina Melnikowa aus Russland geschlagen geben, die mit 14,166 Punkten den ersten Platz belegte. Die Bronzemedaille am Sprung ging an die Belgierin Lisa Vaelen. Im Gerätefinale am Schwebebalken verpasste die erfahrene Pauline Schäfer-Betz mit 13,633 Punkten das Podium knapp und landete auf dem vierten Platz, wobei ihr Abzüge für eine zeitliche Überschreitung zum Verhängnis wurden.

Der Weg zurück nach einer schweren Verletzung

Die Geschichte von Helen Kevric ist untrennbar mit dem harten Kampf gegen eine schwere Verletzung verbunden. Vor gut einem Jahr, während der Heim-Europameisterschaften in Leipzig, zog sich die junge Turnerin eine schwere Verletzung am linken Knie zu, die ihre Karriere vorübergehend unterbrach und sie zu einer langen Zwangspause zwang. Dieser Rückschlag warf die Athletin aus der Bahn und erforderte eine langwierige Rehabilitation. Erst bei den jüngsten deutschen Meisterschaften in Hannover wagte sie den Schritt zurück auf die große Bühne der Titelkämpfe. Dass sie nun, nur kurze Zeit später, bei den Europameisterschaften in Zagreb ihr internationales Comeback mit einem EM-Titel krönen konnte, zeugt von einer bemerkenswerten mentalen Stärke und Disziplin. Die Vorbereitung auf dieses Turnier verlief zudem unter erschwerten Bedingungen, da die Stuttgarterin ohne ihren Trainer nach Zagreb reiste. Trotz dieses Handicaps gelang es ihr, ihre Form optimal zu konservieren und in der Qualifikation bereits als Beste ihres Geräts aufzutrumpfen, was die Erwartungen an das Finale bereits im Vorfeld in die Höhe schraubte.

Die Akteure und Institutionen im Fokus

Die Europameisterschaften in Zagreb bringen eine Vielzahl an Akteuren zusammen, die das sportliche Geschehen maßgeblich prägen. Helen Kevric, die für den MTV Stuttgart startet, steht dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit. Unterstützt wird das deutsche Team durch erfahrene Athletinnen wie die 29-jährige Pauline Schäfer-Betz, eine ehemalige Weltmeisterin, die trotz ihres vierten Platzes am Schwebebalken eine wichtige Stütze des Kaders bleibt. Karina Schönmaier aus Chemnitz festigte mit ihrer Silbermedaille ihren Status als internationale Spitzenathletin. Auf internationaler Ebene sticht besonders die russische Turnerin Angelina Melnikowa hervor, die sich sowohl den Sieg am Sprung als auch Bronze am Schwebebalken sicherte. Die italienische Mannschaft präsentierte sich ebenfalls stark, insbesondere durch die Leistungen von Elisa Iorio und Giulia Perotti am Stufenbarren sowie Manila Esposito am Schwebebalken, die Silber gewann. Die französische Athletin Elena Colas sicherte sich zudem Gold am Schwebebalken. Diese Athletinnen und ihre jeweiligen Verbände bilden das aktuelle Leistungsgefüge, in dem sich die deutschen Turnerinnen nach den bisherigen Ergebnissen sehr erfolgreich behaupten konnten.

Einordnung der sportlichen Leistungen

Einzuordnen ist der Erfolg von Helen Kevric als ein beachtliches Comeback, das den hohen Stellenwert der medizinischen und sportlichen Betreuung im deutschen Turnsport unterstreicht. Den Berichten zufolge war die Erwartungshaltung nach der Qualifikation hoch, doch der Druck, nach einer so langen Verletzungspause in einem Finale bestehen zu müssen, ist immens. Dass Kevric diesen Druck standhielt und eine Punktzahl von 14,500 erreichte, spricht für eine exzellente technische Vorbereitung. Auch die Leistung von Karina Schönmaier ist aus sportlicher Sicht hoch zu bewerten, da sie ihren Titel zwar nicht verteidigen konnte, aber dennoch erneut eine Medaille gegen eine starke internationale Konkurrenz errang. Die Tatsache, dass sich für das Bodenfinale keine deutsche Starterin qualifizieren konnte, zeigt jedoch auch, dass die Leistungsdichte in der europäischen Spitze sehr hoch ist und Deutschland nicht in allen Disziplinen gleichermaßen dominiert. Die Ergebnisse in Zagreb bestätigen den Aufwärtstrend des deutschen Teams, das sich nach den Erfolgen im Vorjahr erneut als feste Größe im europäischen Turnen etabliert hat.

Lücken in der Berichterstattung und offene Fragen

Obwohl die sportlichen Ergebnisse klar dokumentiert sind, bleiben einige Fragen im Kontext der Europameisterschaften unbeantwortet. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, warum Helen Kevric ohne ihren Trainer nach Zagreb reiste und welche Auswirkungen dies konkret auf ihre Vorbereitung im Wettkampf hatte. Auch über die genauen Hintergründe der zeitlichen Überschreitung von Pauline Schäfer-Betz am Schwebebalken, die sie letztlich das Podium kostete, gibt es keine detaillierten Informationen. Zudem bleibt unklar, wie die medizinische Betreuung von Kevric nach ihrer Knieverletzung genau aussah und welche speziellen Trainingsmethoden ihr bei der schnellen Rückkehr an die Weltspitze geholfen haben. Auch die Gründe für das Fehlen deutscher Starterinnen im Bodenfinale werden nicht weiter erläutert, was Raum für Spekulationen über die aktuelle Leistungsfähigkeit des deutschen Kaders in dieser speziellen Disziplin lässt. Die Berichterstattung konzentriert sich primär auf die Medaillengewinnerinnen und lässt die strukturellen Hintergründe oder tiefergehende Analysen der anderen Disziplinen weitgehend aus.

Ausblick auf das Teamfinale

Nach den erfolgreichen Gerätefinals richtet sich der Blick der deutschen Turnerinnen nun auf den Abschluss der Europameisterschaften. Am kommenden Sonntag steht das Teamfinale auf dem Programm, bei dem die deutsche Mannschaft erneut ihre Stärke unter Beweis stellen will. Die Ausgangslage für diesen Wettbewerb ist vielversprechend, da sich das deutsche Team als viertbeste Mannschaft für das Finale qualifizieren konnte. Sie müssen sich dabei gegen die starke Konkurrenz aus Russland, Italien und Großbritannien behaupten. Die Erwartungen sind hoch, zumal die deutsche Riege bereits im Jahr 2025 Silber gewinnen konnte und damit bewiesen hat, dass sie in der Lage ist, als geschlossene Einheit auf das Podium zu turnen. Der Wettkampf beginnt am Sonntag ab 16.00 Uhr. Es bleibt abzuwarten, ob die Athletinnen ihre Form aus den Einzelwettbewerben in den Mannschaftswettbewerb übertragen können und ob sie die verbleibenden Tage zur Regeneration nutzen können, um noch einmal alles abzurufen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-feld-sport-ball-9367718/ · Foto: Omar Ramadan
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/swr/swr-vergoldetes-comeback-kevric-erstmals-europameisterin-am-stufenbarren-100.html