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Sport · 29.09.2026 08:24

Fifa-Präsident Gianni Infantino stellt Verbänden mehr Geld in Aussicht

Kurz: FIFA-Präsident Gianni Infantino reagiert auf Druck und stellt den Mitgliedsverbänden zusätzliche Finanzmittel aus den Reserven des Weltverbandes in Aussicht.

Ein finanzielles Signal zur Beruhigung der Lage

Der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Gianni Infantino, hat in einer überraschenden Wendung seine Bereitschaft erklärt, den Mitgliedsverbänden zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Wie aus einem Schreiben hervorgeht, das dem Portal The Athletic sowie der BBC vorliegt, plant der Schweizer, Gelder aus den Reserven des Weltverbandes freizugeben. Dieser Schritt wird als Reaktion auf den wachsenden Druck innerhalb der Fußballwelt gewertet. Infantino möchte damit nicht nur seine Reformbereitschaft unterstreichen, sondern auch die finanzielle Basis der sechs Kontinentalverbände stärken. In seinem Brief an die jeweiligen Präsidenten betonte er, dass er das höchstmögliche Maß an zusätzlicher Finanzierung befürworte. Dabei legte er Wert darauf, dass diese Ausschüttungen im Einklang mit den ordnungsgemäßen Governance-Prozessen der FIFA stehen müssen. Die Verteilung soll auf Basis transparenter und überprüfbarer Regelungen erfolgen, um eine faire Anwendung sicherzustellen. Mit diesem Vorstoß versucht Infantino, die seit Wochen anhaltende Kritik an seiner Person und seinem Führungsstil abzufedern, während er gleichzeitig die Weichen für seine politische Zukunft innerhalb des Verbandes stellt.

Details zu den Forderungen und dem Zeitplan

Die Entscheidung, über eine Erhöhung der Zuwendungen nachzudenken, kommt nicht aus dem Nichts. Sie ist das direkte Ergebnis konkreter Forderungen einflussreicher Funktionäre. Zu den Unterzeichnern der entsprechenden Anfragen gehören der UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der CONCACAF-Chef Victor Montagliani sowie der Präsident des Asiatischen Fußballverbandes, Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa. Diese hochrangigen Vertreter der Kontinentalverbände hatten den FIFA-Präsidenten dazu gedrängt, die finanziellen Spielräume des Weltverbandes zugunsten der Mitglieder besser zu nutzen. Gianni Infantino hat nun angekündigt, dass diese Forderungen offiziell auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des FIFA-Councils gesetzt werden. Diese Zusammenkunft ist für den 15. Oktober terminiert. Obwohl der FIFA-Präsident in seinem Schreiben explizit betonte, dass er der konkreten Höhe des Betrags zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorgreifen wolle, ist das Signal an die Verbände deutlich. Die Prüfung der finanziellen Möglichkeiten soll nun unter Berücksichtigung einer verantwortungsvollen Haushaltsführung geschehen, wobei Infantino versicherte, den Prozess proaktiv zu unterstützen, um den Anforderungen der verschiedenen Kontinentalverbände gerecht zu werden.

Der Hintergrund der aktuellen Machtkämpfe

Die aktuelle Ankündigung ist in einen größeren Kontext politischer Spannungen innerhalb der FIFA eingebettet. Gianni Infantino steht seit Wochen massiv in der Kritik, wobei insbesondere die UEFA und deren Umfeld eine deutlich ablehnende Haltung gegenüber dem amtierenden Präsidenten einnehmen. Die Atmosphäre ist von einem tiefen Misstrauen geprägt. Bereits am Montag vor der Veröffentlichung seines Schreibens an die Kontinentalverbände hatte sich der Schweizer in einem separaten Brief an alle 211 Mitgliedsverbände gewandt, um seine Reformbereitschaft zu betonen. Beobachter werten dieses Vorgehen als eine gezielte Offensive des FIFA-Chefs, um seine Position vor der anstehenden Neuwahl im März 2027 zu festigen. Infantino strebt eine weitere Amtszeit an und sieht sich dabei mit einem breiten Widerstand konfrontiert, der nicht nur inhaltliche Differenzen, sondern auch persönliche Vorbehalte umfasst. Die finanzielle Offerte an die Verbände könnte somit als ein strategisches Instrument dienen, um die Loyalität der Mitgliedsverbände in einer für ihn politisch schwierigen Phase zu sichern und die Front der Kritiker aufzubrechen.

Die Akteure und ihre Positionen

Die Fronten im aktuellen Konflikt sind klar abgesteckt. Auf der einen Seite steht Gianni Infantino, der versucht, durch finanzielle Anreize und das Versprechen von Reformen die Kontrolle über das Narrativ zu behalten. Auf der anderen Seite stehen prominente Akteure wie UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der den Rückzug des FIFA-Chefs fordert. Auch der deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich klar positioniert. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat Infantino öffentlich die Glaubwürdigkeit abgesprochen. In einer deutlichen Stellungnahme bezeichnete Neuendorf die Gesprächsangebote des FIFA-Patrons als ein „durchschaubares Manöver“. Diese Äußerung verdeutlicht, dass die finanzielle Zusage des Weltverbandes nicht bei allen Adressaten auf ungeteilte Zustimmung stößt. Während die Kontinentalverbände wie CONCACAF und AFC durch ihre Forderungen nach mehr Geld eine pragmatische Linie verfolgen, bleibt die politische Opposition, angeführt von europäischen Verbänden, skeptisch gegenüber den Motiven des Schweizers. Die Dynamik zwischen diesen Institutionen und den handelnden Personen bestimmt derzeit maßgeblich die Schlagzeilen rund um den Weltverband.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist das Vorgehen des FIFA-Präsidenten als klassische Machtpolitik. Den Berichten zufolge versucht Infantino, durch die finanzielle Unterstützung der Verbände ein Gegengewicht zum politischen Druck zu schaffen, der vor allem aus Europa auf ihn ausgeübt wird. Ob diese Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen unbeantwortet, da der Quelltext hierzu keine Details liefert. So ist völlig unklar, aus welchen spezifischen Reserven die Gelder entnommen werden sollen und ob dies Auswirkungen auf andere FIFA-Projekte oder die langfristige finanzielle Stabilität des Verbandes haben könnte. Ebenso bleibt offen, wie hoch die Summen tatsächlich sein könnten, die den Verbänden in Aussicht gestellt werden. Auch die Frage, welche konkreten Reformen Infantino neben den finanziellen Zuwendungen plant, wird im vorliegenden Kontext nicht näher spezifiziert. Es bleibt zudem unklar, wie die anderen Mitglieder des FIFA-Councils auf den Vorstoß reagieren werden und ob es innerhalb des Gremiums Widerstände gegen die Ausschüttungspläne gibt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der finanzielle Vorstoß ausreicht, um die Kritiker zu besänftigen oder ob sich der Widerstand gegen eine weitere Amtszeit des Schweizers im März 2027 weiter verhärtet.

Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/infantino-stellt-verbaenden-mehr-geld-in-aussicht,fifa-infantino-geld-100.html