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VdP-Zahlen: Mieten in Deutschland ziehen deutlich an
Schlagzeilen · 10.08.2026 12:36

VdP-Zahlen: Mieten in Deutschland ziehen deutlich an

Kurz: Die Mieten in Deutschland steigen weiter an. Aktuelle Daten des VDP zeigen, wo der Druck am größten ist und warum der Wohnungsmarkt unter Zugzwang steht.

Anhaltender Aufwärtstrend bei den Wohnkosten

Der deutsche Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Wie aktuelle Erhebungen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) für das zweite Quartal 2026 verdeutlichen, verzeichnen Mieter bundesweit erneut steigende Kosten. Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern kletterten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent. Zwar deuten die Daten darauf hin, dass sich die Dynamik im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen leicht abgeschwächt hat, doch bleibt die Belastung für Haushalte auf einem hohen Niveau.

Die Datengrundlage des VDP gilt als besonders belastbar, da sie auf realen Vertragsabschlüssen von rund 50 Immobilienfinanzierern und über 700 Banken basiert. Diese Zahlen spiegeln die Realität wider, mit der Wohnungssuchende in einem Umfeld konfrontiert sind, in dem geschätzt rund eine Million Wohnungen fehlen.

Regionale Unterschiede: Metropolen vs. Bundesdurchschnitt

Interessanterweise zeigt sich bei der Betrachtung der sieben deutschen Metropolen ein differenziertes Bild. Während die Mieten im bundesweiten Schnitt um 3,2 Prozent stiegen, legten sie in den Großstädten mit 1,5 Prozent deutlich moderater zu. Dabei gibt es jedoch erhebliche lokale Unterschiede:

* **Düsseldorf:** Hier wurde mit einem Anstieg von 3,6 Prozent das stärkste Wachstum gemessen.

* **Berlin:** Die Hauptstadt verzeichnete mit 0,6 Prozent den geringsten Anstieg unter den Metropolen.

Der Effekt des „Festklebens“ am Wohnraum

Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) identifizieren ein strukturelles Problem, das den Mietdruck zusätzlich verschärft: das schrumpfende Angebot. Viele Mieter halten an ihren bestehenden Verträgen fest, selbst wenn die Wohnsituation nicht mehr optimal ist – etwa weil die Wohnung für die aktuelle Lebensphase zu groß oder zu klein geworden ist. Die Angst vor deutlich höheren Mieten bei einem Umzug führt dazu, dass Wohnraum, der eigentlich auf den Markt kommen könnte, blockiert bleibt.

Immobilienpreise ziehen ebenfalls an

Nicht nur die Mieten, auch die Kaufpreise für Wohneigentum folgen einem Aufwärtstrend. Im zweiten Quartal 2026 verteuerten sich Häuser und Wohnungen um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres betrug das Plus 0,3 Prozent. In den Metropolen fiel der Preisanstieg mit 2,1 Prozent binnen Jahresfrist etwas dynamischer aus als im restlichen Bundesgebiet.

Besonders auffällig war die Entwicklung in Hamburg, wo die Preise um 3,8 Prozent zulegten. Auch in Köln (2,5 Prozent) sowie Frankfurt und Düsseldorf (je 2,4 Prozent) war der Anstieg deutlich spürbar. Berlin und Stuttgart bildeten mit 1,6 beziehungsweise 0,7 Prozent das Schlusslicht dieser Entwicklung.

Politische Debatten und Lösungsansätze

Die angespannte Lage am Wohnungsmarkt ist längst ein zentrales politisches Thema. Während die Bundesregierung mit Maßnahmen wie dem „Bau-Turbo“ und der Einführung des Gebäude-Typs E versucht, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und technische Anforderungen zu reduzieren, wird auf Landesebene kontrovers debattiert.

In Berlin steht die Frage der Enteignung großer Wohnungsunternehmen im Fokus der politischen Auseinandersetzung, insbesondere im Hinblick auf anstehende Wahlen. Befürworter sehen darin ein Instrument, um die Mieten in bestehenden Wohnverhältnissen zu senken. Die Bundespolitik hat jedoch bereits gegengesteuert: Ein Koalitionsbeschluss von CDU, CSU und SPD sieht vor, Enteignungen großer Konzerne auf Landesebene per Bundesgesetz zu untersagen, um den privaten Wohnungsbau nicht zu gefährden.

Der VDP unterstützt diesen Kurs ausdrücklich. Nach Ansicht des Verbandes sollten staatliche Mittel vorrangig in die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum fließen, statt in Vergesellschaftungen zu investieren. Ob die geplanten Beschleunigungen im Bauwesen ausreichen werden, um den massiven Wohnraummangel nachhaltig zu lindern, bleibt vor dem Hintergrund sinkender Fertigstellungszahlen eine der zentralen Herausforderungen für die kommenden Jahre.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/flagge-deutsch-fahnenstange-waving-12782140/ · Foto: Luna Groothedde
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/mieten-preise-wohnungsmarkt-100.html