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Unmut in der Partei - SPD-Gruppe fordert Sonderparteitag im Herbst
Schlagzeilen · 10.08.2026 15:55

Unmut in der Partei - SPD-Gruppe fordert Sonderparteitag im Herbst

Kurz: Die SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt fordert einen Sonderparteitag im Herbst, um die Parteispitze neu zu wählen und die Krise zu bewältigen.

Forderung nach personeller Erneuerung

Innerhalb der SPD wächst der Druck auf die Parteiführung. Die Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt hat sich nun mit einer deutlichen Forderung an die Öffentlichkeit gewandt: Die Gruppierung verlangt die Einberufung eines Sonderparteitags, der noch im laufenden Herbst stattfinden soll. Ziel dieses Treffens müsse die Neuwahl der Parteispitze sein, um auf die aktuelle politische Schieflage zu reagieren.

Die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, Ashuftah und Özdemir, begründeten diesen Vorstoß gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ mit einer tiefgreifenden Vertrauenskrise. Nach ihrer Einschätzung herrscht in der Bevölkerung eine massive Irritation über den Kurs der Sozialdemokratie. Die SPD werde von vielen Wählerinnen und Wählern nicht mehr als ernstzunehmende politische Alternative wahrgenommen. Diese Entwicklung wird von der AG als existenzbedrohend für die Partei eingestuft.

Kritik an der Doppelbelastung der Parteivorsitzenden

Ein zentraler Kritikpunkt der AG Migration und Vielfalt betrifft die aktuelle Struktur der Parteiführung. Die beiden SPD-Vorsitzenden, Saskia Esken und Lars Klingbeil, bekleiden neben ihrem Parteiamt auch Regierungsämter. Aus Sicht der Kritiker führt diese personelle Konstellation zu einer Überlastung, die es den Vorsitzenden unmöglich mache, sich in ausreichendem Maße den internen Belangen der Partei zu widmen.

Die Arbeitsgemeinschaft appelliert daher eindringlich an den Parteivorstand sowie die Landesverbände, die aktuelle Lage nicht länger zu ignorieren und den Weg für einen außerordentlichen Parteitag freizumachen. Die Partei müsse sich in dieser schwierigen Phase neu aufstellen, um ihre Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Statutarische Grundlagen für einen Sonderparteitag

Ob es tatsächlich zu einem solchen Parteitag kommt, hängt von den internen Mechanismen der SPD ab. Laut dem Parteistatut gibt es zwei Wege, um einen außerordentlichen Parteitag einzuberufen:

* **Entscheidung des Parteivorstands:** Das Gremium kann aus eigener Initiative einen Sonderparteitag ansetzen.

* **Initiative der Basis:** Wenn mindestens zwei Fünftel der Bezirksverbände den Wunsch nach einem Parteitag äußern, ist die Einberufung ebenfalls möglich.

Die Forderung der AG Migration und Vielfalt stellt somit einen direkten Appell an diese Strukturen dar. Ob die notwendigen Mehrheiten in den Bezirksverbänden oder die Bereitschaft im Parteivorstand vorhanden sind, bleibt abzuwarten. Die Debatte verdeutlicht jedoch den wachsenden Wunsch nach einer inhaltlichen und personellen Neuausrichtung innerhalb der SPD angesichts sinkender Akzeptanzwerte in der Bevölkerung.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wolkenkratzer-28437949/ · Foto: Fabrice Büsching
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/spd-gruppe-fordert-sonderparteitag-im-herbst-100.html