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UEFA droht Infantino und befürchtet Vernichtung von Beweisen
Sport · 03.08.2026 13:10

UEFA droht Infantino und befürchtet Vernichtung von Beweisen

Kurz: Nach dem Scheitern der FIFA-Investorenpläne verschärft die UEFA den Ton. Sie fordert die Sicherung von Beweismitteln und droht mit rechtlichen Schritten.

Eskalation im Weltfußball: UEFA fordert Beweissicherung

Die Spannungen zwischen dem europäischen Fußballverband UEFA und dem Weltverband FIFA haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach dem offiziellen Ende der umstrittenen Investorenpläne der FIFA hat die UEFA nun den Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino massiv erhöht. In einem förmlichen Schreiben hat die UEFA den Weltverband sowie den involvierten Technologieinvestor Joshua Kushner dazu aufgefordert, sämtliche Unterlagen und elektronischen Daten im Zusammenhang mit dem sogenannten „FIFA Forward Enterprise“-Projekt (FFE) unverzüglich zu sichern.

Die UEFA begründet diesen Schritt mit der Sorge, dass Beweismittel vernichtet werden könnten. Wie aus Berichten des „Telegraph“ hervorgeht, prüft der europäische Verband derzeit aktiv die Einleitung rechtlicher Schritte. Dies schließt potenzielle Schiedsverfahren sowie offizielle Beschwerden bei den zuständigen Aufsichtsbehörden ein. Die FIFA ist nach dieser Aufforderung rechtlich dazu verpflichtet, alle relevanten Informationen zu identifizieren und unter Kontrolle zu halten.

Hintergrund: Das gescheiterte FFE-Projekt

Der Konflikt entzündete sich an den Plänen der FIFA, eine neue Gesellschaft namens „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) zu gründen. Ziel dieses Vorhabens war es, sämtliche kommerziellen Aktivitäten und die Organisation von Turnieren unter einem Dach zu bündeln. Durch den Verkauf von Anteilen an externe Investoren sollten die Einnahmen des Weltverbandes signifikant gesteigert werden.

Das Projekt stieß jedoch auf erbitterten Widerstand. Die UEFA hatte im Vorfeld sogar mit einem Boykott sämtlicher FIFA-Turniere gedroht, sollte der Plan weiterverfolgt werden. Angesichts des massiven Drucks sah sich die FIFA schließlich gezwungen, das Vorhaben Anfang August 2026 offiziell aufzugeben.

Vertrauensverlust bei den Mitgliedsverbänden

Die Auswirkungen des gescheiterten Deals gehen weit über die juristische Auseinandersetzung hinaus. Gianni Infantino, der nach der Weltmeisterschaft 2026 noch als unantastbar galt, sieht sich nun mit einer wachsenden Front innerhalb der eigenen Reihen konfrontiert. Erste nationale Verbände haben damit begonnen, ihre Unterstützung für seine geplante Wiederwahl bei dem für März 2027 in Rabat angesetzten FIFA-Kongress zurückzuziehen.

Zu den Verbänden, die ihre Unterstützung offiziell aufgekündigt haben, zählen:

* Wales

* England

* Serbien

* Schweden

Die Kritik der Verbände ist dabei grundlegend. Der walisische Verband (FAW) begründete seinen Schritt mit einem Mangel an verantwortungsvoller Verbandsführung, mangelhaftem Urteilsvermögen und einer defizitären Kommunikation. Auch der englische Verband (FA) betonte, dass das Wohl des Fußballs unter der aktuellen Führung nicht an erster Stelle stehe. Diese Abkehr ist bemerkenswert, da noch kurz zuvor über 200 Nationen Infantino schriftlich ihre Unterstützung für die Amtszeit von 2027 bis 2031 zugesichert hatten.

Forderung nach einem Kulturwandel

Die UEFA belässt es nicht bei der Beweissicherung. Sie fordert eine grundlegende Aufarbeitung der Vorgänge. In einer Stellungnahme kritisierte der europäische Verband die Art und Weise, wie das FFE-Projekt vorangetrieben wurde: Geheime Vorhaben, die im Eilverfahren durch anonyme Akteure entwickelt wurden, seien inakzeptabel.

Der europäische Verband fordert nun, die Verantwortlichen beim Weltverband explizit zu benennen und zur Rechenschaft zu ziehen. Die Forderung nach einem „Kulturwechsel“ bei der FIFA steht dabei im Zentrum der Debatte. Die kommenden Monate dürften entscheidend dafür sein, ob Infantino seinen Rückhalt weiter verliert oder ob es dem Weltverband gelingt, die interne Krise zu bewältigen. Die rechtliche Aufarbeitung durch die UEFA könnte hierbei eine zentrale Rolle spielen, da sie den Fokus auf die Entscheidungsprozesse und die Transparenz innerhalb der FIFA-Spitze lenkt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/leere-sitzplatze-im-uefa-europa-league-stadion-35781787/ · Foto: hayati ilker ergün
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/uefa-droht-infantino-mit-rechtlichen-schritten,uefa-fifa-108.html