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Trump will per Eilantrag vor Supreme Court schärfere Wahlregeln durchsetzen
Schlagzeilen · 28.07.2026 05:18

Trump will per Eilantrag vor Supreme Court schärfere Wahlregeln durchsetzen

Kurz: Kurz vor den US-Kongresswahlen versucht Präsident Trump per Eilantrag beim Supreme Court, umstrittene Änderungen im Wahlrecht doch noch durchzusetzen.

Juristischer Vorstoß in letzter Minute

Weniger als 100 Tage vor den anstehenden Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten intensiviert Präsident Donald Trump seine Bemühungen, das Wahlrecht auf Bundesebene maßgeblich zu beeinflussen. Nachdem eine untere Instanz die geplanten Anpassungen der Regierung blockiert hatte, wurde nun ein Eilantrag beim Supreme Court eingereicht. Ziel des Vorstoßes ist es, die Entscheidung des untergeordneten Gerichts auszusetzen und die Umsetzung neuer Regeln für die Briefwahl sowie die Erhebung von Wählerdatenbanken zu erzwingen.

Kompetenzstreit zwischen Bund und Ländern

Der Kern des Konflikts liegt in der verfassungsrechtlichen Zuständigkeit. Das Gericht der unteren Instanz hatte argumentiert, dass die Trump-Regierung mit ihrem Dekret ihre Befugnisse überschritten habe. Nach geltendem Verfassungs- und Bundesrecht liegt die Organisation von Wahlen primär in der Hand der einzelnen Bundesstaaten.

Die Klage gegen das Vorhaben wurde von demokratisch geführten Bundesstaaten sowie dem District of Columbia initiiert. Diese Parteien haben nun bis zum 3. August Zeit, um dem Obersten Gerichtshof ihre rechtlichen Gegenargumente vorzulegen. Die Entscheidung des Supreme Courts wird mit Spannung erwartet, da sie die Rahmenbedingungen für die Abstimmung am 3. November maßgeblich prägen könnte.

Streitpunkt Wählerregistrierung und Identitätsnachweis

Im Gegensatz zu vielen anderen Demokratien existiert in den USA kein zentrales Meldewesen. Bürger müssen sich aktiv registrieren, um an Wahlen teilnehmen zu können. Präsident Trump fordert in diesem Kontext strengere Auflagen, insbesondere die verpflichtende Vorlage von Dokumenten zum Nachweis der Identität und der Staatsbürgerschaft.

Die Argumentation der Regierung stützt sich auf die Annahme, dass diese Maßnahmen die Integrität der Wahl erhöhen und die Stimmabgabe durch Personen ohne US-Staatsangehörigkeit verhindern würden. Kritiker sehen in diesen Forderungen hingegen eine Gefahr für die Wahlbeteiligung. Sie argumentieren, dass Personen, die keinen unmittelbaren Zugriff auf Dokumente wie Pässe oder Geburtsurkunden haben, faktisch von der Wahl ausgeschlossen werden könnten. Zudem wird angeführt, dass die Stimmabgabe durch Nicht-Staatsbürger in der Praxis äußerst selten vorkomme.

Bedeutung der Midterms für die Machtverhältnisse

Die anstehenden Wahlen im November, bei denen etwa ein Drittel des Senats und das gesamte Repräsentantenhaus neu besetzt werden, sind für die politische Zukunft der USA von zentraler Bedeutung. Da die Republikaner derzeit nur über knappe Mehrheiten in beiden Kammern verfügen, könnte jedes einzelne Mandat über die künftige Machtverteilung im Kongress entscheiden.

Die juristische Auseinandersetzung um Wahlkreiszuschnitte, bei der die Regierung bereits zuvor Niederlagen hinnehmen musste, unterstreicht die hohe politische Brisanz der aktuellen Entwicklungen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Supreme Court den Forderungen der Exekutive folgt oder die Zuständigkeiten der Bundesstaaten in dieser Form bestätigt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-retro-lesen-senior-10284318/ · Foto: Ron Lach
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-trump-wahlregeln-gericht-100.html