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Trump setzt auf wirtschaftlichen Druck gegen Iran
Schlagzeilen · 10.08.2026 09:00

Trump setzt auf wirtschaftlichen Druck gegen Iran

Kurz: US-Präsident Trump setzt im Konflikt mit dem Iran auf wirtschaftliche Zermürbung statt auf militärische Eskalation. Wie stabil ist diese Strategie?

Eine neue Phase der Zurückhaltung

Im anhaltenden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat US-Präsident Donald Trump eine demonstrativ gelassene Haltung eingenommen. Anstatt auf militärische Drohungen oder direkte Bombardierungen zu setzen, fokussiert sich die US-Regierung derzeit auf die wirtschaftliche Schwäche Teherans. Trump beschreibt das Vorgehen als eine Art „Schachpartie“, bei der Zeit und ökonomischer Druck die entscheidenden Faktoren seien.

Die aktuelle Strategie basiert auf der Beobachtung, dass der Iran mit einer massiven Inflation zu kämpfen hat und über knappe finanzielle Ressourcen verfügt. Die von den USA verhängte Blockade iranischer Häfen verschärft diese Situation zusätzlich. Nach Angaben von Trump finden derzeit zwar Verhandlungen statt, diese werden jedoch als eher „halbherzig“ eingestuft.

Die Forderungen aus Teheran

Die Spannungen in der Region, insbesondere rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus, sind durch eine Reihe iranischer Forderungen weiter gewachsen. Teheran hat die Öffnung der für den Welthandel essenziellen Seeroute an Bedingungen geknüpft, die aus Sicht der US-Regierung als unrealistisch gelten. Zu den Forderungen gehören:

* Entschädigungszahlungen für frühere US-Angriffe

* Der vollständige Abzug der US-Streitkräfte aus der Region

* Die Aufhebung sämtlicher Sanktionen gegen den Iran

* Die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte

* Eine Garantie, dass die USA das Land künftig nicht mehr bedrohen

Trump kommentierte diese Liste gelassen und zeigte sich überzeugt, dass sich die Situation von selbst regeln werde. Dennoch gibt es innerhalb der US-Administration Anzeichen für eine vorübergehende Deeskalationsstrategie.

Zweifel an der Wirksamkeit der Strategie

Obwohl die US-Führung optimistisch bleibt, äußern Experten erhebliche Zweifel daran, ob wirtschaftlicher Druck allein ausreicht, um den Iran zu einem Einlenken zu bewegen. Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz betonte, dass die wirtschaftliche Notlage des Landes zwar unbestreitbar sei, dies jedoch nicht zwangsläufig zu einer politischen Kapitulation führen werde. Es sei unwahrscheinlich, dass der Iran seine strategischen Kerninteressen – wie den Anspruch auf Kontrolle der Straße von Hormus – aufgrund ökonomischer Sanktionen aufgibt.

Auch der Nahost-Experte Guido Steinberg erkennt in der aktuellen US-Politik gegenüber dem Iran Anzeichen von Ratlosigkeit. Die Strategie, das Land durch wirtschaftliche Isolation in die Knie zu zwingen, stößt an ihre Grenzen, da Teheran eigene Wege sucht, um die Blockade zu umgehen.

Regionale Dynamiken und die Straße von Hormus

Ein Beispiel für die iranische Eigenständigkeit sind die bilateralen Verhandlungen mit dem Oman. Beide Staaten haben Gespräche über die Regelung von Schiffspassagen durch die blockierte Meerenge geführt, wobei der Iran eine Einigung verkündete. Dies steht im Kontrast zu Trumps früheren Aussagen, wonach die USA an diesen Verhandlungen beteiligt seien – eine Darstellung, die Teheran explizit bestreitet.

Die Bedeutung der Straße von Hormus bleibt für die Weltwirtschaft kritisch. Vor Beginn der Blockaden wurden hier rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen abgewickelt. Die anhaltenden Angriffe der iranischen Revolutionsgarde auf Handelsschiffe haben den Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen gebracht und zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise geführt. Die britische Behörde für die Sicherheit der Schifffahrt warnt weiterhin vor einer ernsten Bedrohungslage. Laut den Berichten zielen die Aktionen des Iran darauf ab, die eigene Präsenz entlang dieser Transitrouten zu festigen und den Druck auf die internationale Schifffahrt dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/wahrzeichen-touristenattraktion-ich-rannte-teheran-12618169/ · Foto: Reza Tavakoli
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-wirtschaftlicher-druck-iran-100.html