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Temporäres Schwimmbad: Berliner Volksbühne sagt Veranstaltung wegen Sicherheitsbedenken ab
Kultur · 13.08.2026 18:35

Temporäres Schwimmbad: Berliner Volksbühne sagt Veranstaltung wegen Sicherheitsbedenken ab

Kurz: Die Berliner Volksbühne sagt eine exklusive Schwimmbad-Veranstaltung für die Schwarze Community nach massiven Drohungen und rassistischer Hetze ab.

Was geschehen ist – die Absage einer exklusiven Veranstaltung

Die Berliner Volksbühne sah sich am 13. August 2026 gezwungen, eine für den darauffolgenden Freitagnachmittag geplante Veranstaltung kurzfristig abzusagen. Das Theater hatte in Kooperation mit dem Verein „Each One Teach One“ (Eoto) vorgesehen, das vor dem Gebäude installierte temporäre Schwimmbecken exklusiv für Mitglieder der Schwarzen Community zu öffnen. Ziel des Angebots war es, einen geschützten Raum für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die sich in diesem Rahmen ungestört hätten aufhalten können. Doch was als entspannter Feriennachmittag geplant war, entwickelte sich aufgrund massiver Widerstände und Sicherheitsbedenken zu einer unhaltbaren Situation. Sowohl die Leitung der Volksbühne als auch die Verantwortlichen des Vereins Eoto kamen zu dem Ergebnis, dass die Sicherheit der angemeldeten Besucherinnen und Besucher nicht mehr gewährleistet werden konnte. Eine sichere An- und Abreise zum Veranstaltungsort war unter den gegebenen Umständen nicht mehr zu garantieren, weshalb die Entscheidung zur Absage getroffen wurde. Die Maßnahme verdeutlicht die angespannte gesellschaftliche Debatte, die sich an diesem vergleichsweise kleinen Projekt entzündet hat.

Die Einzelheiten der Kontroverse

Das sogenannte Volksbad, ein temporäres Freibad mit einer Länge von fünf Metern und einer Tiefe von 1,30 Metern, steht seit dem 7. August 2026 vor der Berliner Volksbühne und soll dort noch bis Anfang Oktober zur Verfügung stehen. Während der Eintritt für die Allgemeinheit grundsätzlich kostenlos ist, sah der Zeitplan vor, das Becken an bestimmten Tagen für ausgewählte Gruppen zu reservieren. Die für Freitag geplante Exklusivnutzung durch Eoto stieß jedoch auf heftigen Widerstand. Die Volksbühne berichtete, dass das Schwimmangebot für Schwarze Kinder und Jugendliche zum Ziel rechter und rassistischer Hetze wurde. Prominente politische Stimmen äußerten sich scharf: Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel verglich das Vorhaben mit dem historischen System der Apartheid in Südafrika. Auch eine Berliner Kommunalpolitikerin der CDU äußerte Unverständnis und kritisierte das Konzept als diskriminierend, da sie aufgrund ihrer Hautfarbe von der Nutzung ausgeschlossen sei. Der Verein Eoto sah sich zudem mit einer Welle von Anfeindungen konfrontiert, die weit über politische Kritik hinausgingen. Laut Eoto erreichten den Verein rassistische Droh-E-Mails sowie explizite Gewaltandrohungen, ergänzt durch diskriminierende Kommentare in den sozialen Medien.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Das Volksbad-Projekt ist Teil eines ambitionierten Programms der Volksbühne, das den öffentlichen Raum vor dem Theater beleben soll. Die Installation des Beckens, das mit Kosten in Höhe von 300.000 Euro verbunden ist, sollte einen niedrigschwelligen Zugang zu Freizeitangeboten im Berliner Stadtzentrum ermöglichen. Die Einladung an die Kinder- und Jugendabteilung von Eoto war als bewusste Geste der Inklusion gedacht. Der Verein Eoto, der sich intensiv im Bereich der Rassismusprävention engagiert und für das Empowerment Schwarzer Menschen eintritt, ist ein wichtiger Akteur in der Berliner Zivilgesellschaft. Erst in diesem Jahr eröffnete der Verein das Black Communities Center in Berlin-Wedding. Die Zusammenarbeit zwischen dem Theater und dem Verein sollte den Fokus auf strukturell benachteiligte Gruppen legen. Dass dieses Vorhaben eine derartige Eskalation auslösen würde, zeigt die tiefe Spaltung in der öffentlichen Wahrnehmung solcher Maßnahmen. Die Volksbühne betonte, dass sie trotz der aktuellen Ereignisse an ihrem grundsätzlichen Kurs festhalten werde, positive Maßnahmen für benachteiligte Menschen anzubieten, auch wenn die aktuelle Sicherheitslage eine temporäre Anpassung der Pläne erforderte.

Die Beteiligten und ihre Rollen

Die Akteure in diesem Konflikt sind vielfältig. Auf der einen Seite stehen die Berliner Volksbühne unter der Leitung des Intendanten Matthias Lilienthal sowie der Verein Eoto. Beide Institutionen betonen eine fortgesetzte Zusammenarbeit und halten an der Notwendigkeit fest, Räume für strukturell benachteiligte Menschen zu schaffen. Auf der anderen Seite stehen politische Akteure wie Alice Weidel von der AfD, die das Konzept in einen historischen Kontext der Apartheid rückte, sowie eine namentlich nicht genannte Berliner CDU-Kommunalpolitikerin, die ihre eigene Exklusion als diskriminierend empfand. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) fungierte als Medium für die Verbreitung der Informationen zur aktuellen Betriebslage des Bades. Eine Sprecherin der Volksbühne äußerte sich gegenüber der Presse zur unklaren Situation bezüglich des öffentlichen Badebetriebs. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen, für die das Angebot ursprünglich gedacht war, werden durch den Verein Eoto vertreten, der nun mit der Aufarbeitung der gegen ihn gerichteten Drohungen beschäftigt ist. Die Sicherheitsbehörden werden in den Berichten nicht explizit als handelnde Akteure genannt, doch die Absage ist eine direkte Konsequenz der Einschätzung, dass die Sicherheit vor Ort nicht mehr gegeben war.

Einordnung der Ereignisse

Einzuordnen ist die Absage als ein Symptom einer zunehmend polarisierten Debatte über Identitätspolitik und Inklusion im öffentlichen Raum. Die Kritik, die von Seiten der AfD und Teilen der CDU geäußert wurde, zielt darauf ab, exklusive Schutzräume als diskriminierende Exklusion umzudeuten. Den Berichten zufolge ist die Volksbühne jedoch der Auffassung, dass die Förderung benachteiligter Gruppen eine notwendige gesellschaftliche Aufgabe bleibt. Die Eskalation durch rassistische Gewaltandrohungen markiert dabei eine neue Stufe der Auseinandersetzung, die den Schutz von Gästen und Mitarbeitern zur obersten Priorität für das Theater macht. Es zeigt sich ein fundamentaler Dissens darüber, ob temporäre Exklusivität als Instrument der Gleichstellung oder als Form der Diskriminierung zu bewerten ist. Während die Volksbühne das Empowerment als Kernaufgabe definiert, sehen Kritiker darin eine Spaltung der Gesellschaft. Die Heftigkeit der Reaktionen, insbesondere die Gewaltandrohungen gegen einen Verein, der in der Rassismusprävention tätig ist, unterstreicht die Sensibilität und die hohe emotionale Aufladung, mit der solche Projekte in der heutigen Zeit konfrontiert sind.

Offene Fragen zur Situation

Der vorliegende Quelltext lässt mehrere Fragen unbeantwortet, die für das Verständnis der Gesamtsituation relevant wären. So bleibt unklar, welche konkreten Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld der Veranstaltung geplant waren und warum diese als unzureichend eingestuft wurden. Es wird nicht erläutert, ob die Polizei in die Sicherheitsbewertung einbezogen wurde oder ob die Entscheidung zur Absage eine rein interne Einschätzung der Volksbühne und des Vereins Eoto war. Auch über die genaue Herkunft und Reichweite der Drohungen gibt es keine detaillierten Informationen, etwa ob es sich um eine organisierte Kampagne handelte oder um individuelle Einzelaktionen. Zudem bleibt offen, wie die Volksbühne zukünftig mit ähnlichen Anfragen zur Exklusivnutzung umgehen will, ohne erneut in eine derartige Sicherheitskrise zu geraten. Auch die Frage, ob es bereits zu physischen Vorfällen am Volksbad gekommen ist oder ob sich die Drohungen ausschließlich auf den digitalen Raum beschränkten, wird im Text nicht explizit geklärt. Die genauen Hintergründe der technischen Probleme mit den Duschen, die zur Schließung des Bades führten, werden ebenfalls nur am Rande erwähnt, ohne einen kausalen Zusammenhang zur Absage der Veranstaltung herzustellen.

Wie es weitergeht

Die Zukunft des Volksbads ist derzeit mit Unsicherheiten behaftet. Nach einer vorübergehenden Schließung aufgrund von Problemen mit den Duschen war für den Freitag eigentlich die Wiedereröffnung geplant. Ob der öffentliche Badebetrieb ab 18.00 Uhr wie vorgesehen stattfinden kann, blieb laut einer Sprecherin am Donnerstagnachmittag unklar. Die Volksbühne hat jedoch bekräftigt, dass sie ihre Zusammenarbeit mit dem Verein Eoto fortsetzen wird. Dies deutet darauf hin, dass das Theater trotz der aktuellen Absage nicht grundsätzlich von seinem Kurs abrücken will, benachteiligte Gruppen zu unterstützen. Das temporäre Schwimmbecken soll laut Plan noch bis Anfang Oktober vor dem Theater stehen bleiben. Es bleibt abzuwarten, ob die Volksbühne für die verbleibende Zeit neue Sicherheitskonzepte entwickelt, um den Betrieb des Bades – auch bei exklusiven Nutzungen – störungsfrei zu ermöglichen. Die Entscheidung über die Wiederaufnahme des regulären Badebetriebs wird kurzfristig fallen, wobei die Sicherheitslage für Gäste und Mitarbeiter weiterhin die wichtigste Messgröße für alle kommenden Entscheidungen bleibt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/szene-am-spreeufer-mit-modernen-gebauden-in-berlin-38646141/ · Foto: Travel with Lenses
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/musik-und-buehne/drohungen-und-rassismus-berliner-volksbuehne-sagt-veranstaltung-im-schwimmbad-ab-201124295.html