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Superreiche in New York: "Wir wollen mehr Steuern zahlen"
Schlagzeilen · 30.08.2026 08:29

Superreiche in New York: "Wir wollen mehr Steuern zahlen"

Kurz: In New York formiert sich eine Allianz aus Superreichen und dem neuen Bürgermeister Zohran Mamdani, um durch höhere Steuern soziale Ungleichheit zu bekämpfen.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

In der US-Metropole New York hat sich ein bemerkenswertes politisches Bündnis formiert, das die Debatte um soziale Gerechtigkeit und Vermögensverteilung neu entfacht. Eine Gruppe von vermögenden Persönlichkeiten, darunter die bekannte Disney-Erbin Abigail Disney, fordert aktiv eine höhere steuerliche Belastung für die reichsten Bevölkerungsschichten. Unterstützung finden diese Forderungen bei dem neu gewählten Bürgermeister Zohran Mamdani. Dieser hat sich bereits während seines Wahlkampfes mit dem Slogan „Tax the rich“ profiliert und setzt nun erste konkrete Schritte um, um die finanzielle Last in der Stadt gerechter zu verteilen. Im Zentrum steht dabei die Einführung einer neuen Abgabe für Luxusimmobilien, die als Zweitwohnsitz genutzt werden. Während Befürworter in diesem Vorhaben einen notwendigen Schritt zur Korrektur der extremen sozialen Schieflage sehen, löst das Vorgehen bei anderen Teilen der wirtschaftlichen Elite und in politischen Kreisen erhebliche Widerstände aus. Die Debatte verdeutlicht die tiefen Gräben, die sich in der US-amerikanischen Gesellschaft aufgetan haben, und stellt die Frage nach der Verantwortung von Vermögen in einer Metropole, die wie kaum eine andere für den Kontrast zwischen extremem Reichtum und ausgeprägter Armut steht.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

Die Akteure in diesem Konflikt sind prominente Persönlichkeiten der US-Wirtschaft. Abigail Disney, eine Multimillionärin und Erbin des Disney-Mitgründers Roy Disney, fungiert als eine der lautesten Stimmen innerhalb der Gruppe der sogenannten „Patriotischen Millionäre“, der mehr als 100 wohlhabende Mitglieder angehören. Sie kritisiert scharf, dass heutige Unternehmenslenker, wie der aktuelle Disney-Chef, das 800-fache ihrer durchschnittlichen Angestellten verdienen, während ihr Großvater Roy Disney das Verhältnis auf das 20-fache begrenzte. Bürgermeister Zohran Mamdani zielt mit seiner geplanten Steuer auf Eigentümer von Luxusimmobilien ab, deren Wert die Marke von fünf Millionen Dollar überschreitet, sofern diese Immobilien nicht als Hauptwohnsitz dienen. Ein viraler Social-Media-Post zu diesem Vorhaben erzielte fast fünf Millionen Likes. Die Stadt New York beherbergt derzeit nahezu 400.000 Millionäre und etwa 66 Milliardäre. Zu den prominenten Kritikern zählt der Hedgefonds-Manager Ken Griffin, der als Besitzer eines der teuersten jemals in den USA verkauften Apartments gilt. Auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat sich in die Debatte eingeschaltet und Mamdanis Politik als schädlich für die Stadt bezeichnet.

Hintergrund – Die historische Entwicklung

Die aktuelle politische Dynamik ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Entwicklung, die laut Abigail Disney in den 1980er-Jahren unter der Präsidentschaft von Ronald Reagan ihren Anfang nahm. Disney beschreibt diese Ära als einen radikalen Umbau der amerikanischen Gesellschaft, in deren Zuge wohlhabenden Schichten massive Steuererleichterungen gewährt wurden. Diese Maßnahmen, die sogar in den Disney-Themenparks verkündet wurden, gingen einher mit einer Schwächung der Gewerkschaften, Kürzungen bei der Infrastrukturfinanzierung und einer Unterfinanzierung des öffentlichen Schulsystems. Die Disney-Erbin konstatiert, dass bis zum heutigen Tag kein nachfolgender Präsident, auch nicht aus dem demokratischen Lager, den Mut aufgebracht habe, diese Weichenstellungen grundlegend zu korrigieren. Diese Versäumnisse hätten dazu geführt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich ein historisches Ausmaß erreicht hat. Die politische Entfremdung, die sich in den letzten Wahlen durch wütende Trump-Wähler manifestierte, sieht sie als direkte Folge dieses Prozesses, bei dem sich breite Bevölkerungsschichten von der Politik im Stich gelassen fühlten und der Boden unter ihren Füßen verloren ging.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer sich äußert

Die Akteurslandschaft ist in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite steht Bürgermeister Zohran Mamdani, der als politischer Motor der Reformen agiert und durch sein „Tax the rich“-Mantra eine klare Agenda verfolgt. Er wird unterstützt durch die Gruppe der „Patriotischen Millionäre“, angeführt von Abigail Disney, die ihr Vermögen zu großen Teilen bereits gespendet hat und sich als moralische Instanz in dieser Debatte versteht. Auf der Gegenseite formieren sich einflussreiche Wirtschaftsvertreter wie der Milliardär Ken Griffin, der die Steuerpläne als Angriff auf den Erfolg in New York wertet und mit einem Wegzug aus der Stadt droht. Auch der ehemalige Präsident Donald Trump interveniert in den Diskurs, indem er Mamdani scharf angreift und dessen Politik als kommunistisch diskreditiert. Die betroffenen Institutionen sind primär die Stadtverwaltung von New York sowie die betroffenen Immobilienbesitzer im Luxussegment, die sich bereits juristisch gegen die neuen Steuerbescheide zur Wehr setzen.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist das Geschehen als ein Symptom für die extremen sozialen Gegensätze in den Vereinigten Staaten. New York gilt als die Stadt mit den größten Diskrepanzen im Land: Einerseits konzentriert sich hier der höchste Reichtum, andererseits weist die Metropole eine der höchsten Zahlen an Obdachlosen auf. Den Berichten zufolge ist der Gegensatz zwischen diesen zwei Welten zunehmend sichtbar und wird von vielen als unerträglich empfunden. Abigail Disney bewertet die aktuelle Situation als einen „Albtraum“, der nicht länger als Normalzustand akzeptiert werden dürfe. Die Debatte ist jedoch nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine kulturelle Auseinandersetzung über die Identität der Stadt. Während die junge Generation laut Disney oft davon träume, Hedgefonds-Manager zu werden, wünscht sie sich eine Rückbesinnung auf eine Stadtkultur, die Künstlern, Schriftstellern und Dichtern Raum bietet. Die Klagen der Superreichen gegen die Steuerpläne zeigen, dass die ökonomische Elite bereit ist, ihre Interessen mit allen rechtlichen Mitteln zu verteidigen, während die politische Führung unter Mamdani versucht, den sozialen Zusammenhalt durch Umverteilung zu sichern.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Der vorliegende Quelltext lässt einige wesentliche Fragen unbeantwortet, die für das Verständnis des weiteren Verlaufs von Bedeutung wären. Es bleibt unklar, wie genau die juristische Argumentation der klagenden Superreichen gegen die Zweitwohnsteuer aufgebaut ist und welche Erfolgsaussichten diese Klagen vor den zuständigen New Yorker Gerichten tatsächlich haben. Zudem wird nicht detailliert erläutert, wie die Stadtverwaltung die Einnahmen aus der neuen Steuer konkret zu verwenden plant, um die soziale Situation in der Stadt zu verbessern. Auch über die genaue Berechnungsmethode der Steuerlast für die betroffenen Luxusimmobilien fehlen präzise Angaben. Es wird nicht explizit ausgeführt, ob es bereits erste Reaktionen des Stadtrates oder anderer politischer Gremien auf die Drohungen der Milliardäre gibt, die Stadt zu verlassen. Ebenso bleibt offen, ob Mamdanis „Tax-the-rich“-Agenda über die Zweitwohnsteuer hinaus noch weitere, bisher nicht näher benannte steuerliche Maßnahmen gegen Superreiche vorsieht oder ob es sich um ein isoliertes Projekt handelt.

Wie es weitergeht – Angekündigte Schritte

Die Situation ist derzeit festgefahren, da sich die Auseinandersetzung auf die juristische Ebene verlagert hat. Die Superreichen haben Klage gegen die geplante Zweitwohnsteuer eingereicht, was den Prozess der Umsetzung verzögern dürfte. Dennoch gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass die betroffenen Milliardäre ihre Drohung wahrgemacht und New York tatsächlich verlassen hätten. Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich von den gerichtlichen Entscheidungen ab, die darüber befinden werden, ob die neue Steuerabgabe rechtmäßig ist. Bürgermeister Mamdani hält an seinem Kurs fest, während die politische Debatte in der Stadt weiter an Schärfe gewinnt. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadtverwaltung in der Lage sein wird, die Steuer trotz des massiven Widerstands der wirtschaftlichen Elite durchzusetzen und ob dies als Präzedenzfall für weitere fiskalpolitische Maßnahmen in anderen US-Großstädten dienen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schreiben-festhalten-halten-zeitung-6939517/ · Foto: Vlad Deep
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/new-york-reichensteuer-millionaere-100.html