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Steine von Brücke in Niederzwehren auf Pkw geworfen: Polizei bittet um Hinweise auf flüchtige Kinder
Regional · 24.08.2026 11:59

Steine von Brücke in Niederzwehren auf Pkw geworfen: Polizei bittet um Hinweise auf flüchtige Kinder

Kurz: In Kassel-Niederzwehren bewarfen zwei Kinder einen Pkw mit Steinen. Die Polizei sucht nach den Flüchtigen und ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs.

Ein gefährlicher Zwischenfall in Niederzwehren

Am gestrigen Sonntagabend kam es in Kassel-Niederzwehren zu einem folgenschweren Vorfall, bei dem zwei bislang unbekannte Kinder gezielt Steine von einer Brücke auf den fließenden Verkehr warfen. Eine Autofahrerin, die mit ihrem Cupra Ateca auf der Altenbaunaer Straße in Fahrtrichtung Baunatal unterwegs war, wurde gegen 19 Uhr Opfer dieses gefährlichen Eingriffs. Während sie die Fußgängerbrücke in der Nähe der Straße „Thielenäcker“ passierte, bemerkte sie zwei Personen auf dem Bauwerk. Unmittelbar darauf prallten mehrere Zentimeter große Schottersteine auf ihr Fahrzeug. Die Situation hätte leicht zu einem schweren Verkehrsunfall führen können, da Steinwürfe auf fahrende Autos nicht nur Sachschäden verursachen, sondern die Fahrzeugführer massiv gefährden und zu unkontrollierten Ausweichmanövern führen können. Die Frau reagierte geistesgegenwärtig und brachte ihren Pkw umgehend zum Stehen, um den Vorfall zu klären. Die beiden Kinder ergriffen jedoch sofort die Flucht und rannten von der Brücke in Richtung der angrenzenden Felder davon, noch bevor die Fahrerin den Tatort sichern konnte. Trotz einer umgehend eingeleiteten Fahndung durch eine Streife des Polizeireviers Süd-West konnten die jungen Täter nicht mehr angetroffen werden.

Details zum Tatgeschehen und den Tätern

Die Polizei Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen und wertet die Schilderungen der Geschädigten aus. Der entstandene Sachschaden an dem Cupra Ateca wird auf eine Summe von etwa 500 Euro geschätzt. Die Autofahrerin konnte den Beamten eine detaillierte Personenbeschreibung der beiden Jungen liefern, die nun als Grundlage für die weitere Fahndung dient. Demnach sollen beide Kinder etwa acht Jahre alt sein und eine Körpergröße von circa 1,40 Metern aufweisen. Die Fahrerin beschrieb die Statur der Jungen als schlank. Auffällig waren zudem der dunklere Hautteint sowie das schwarze Haar der Kinder. Hinsichtlich der Bekleidung gab die Zeugin an, dass einer der Jungen eine hellere Jacke trug, während der andere mit einer dunkleren Jacke bekleidet war. Diese Informationen sind für die Kriminalpolizei von zentraler Bedeutung, um die Identität der Kinder zu klären. Die Beamten des Polizeipräsidiums Nordhessen bitten nun die Bevölkerung um Mithilfe. Zeugen, die am Sonntagabend im Bereich der Altenbaunaer Straße oder der Fußgängerbrücke „Thielenäcker“ Beobachtungen gemacht haben, die zur Identifizierung der Kinder führen könnten, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0561-9100 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Rechtliche Einordnung des Vorfalls

Die Ermittlungsbehörden behandeln den Vorfall mit der gebotenen Ernsthaftigkeit. Die Kriminalpolizei Kassel hat ein Strafverfahren eingeleitet, das sich auf zwei wesentliche Tatbestände stützt: den gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr sowie die Sachbeschädigung. Ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr ist ein schwerwiegendes Delikt, da hierbei die Sicherheit des öffentlichen Verkehrs durch Hindernisse oder andere Eingriffe gezielt beeinträchtigt wird. Auch wenn es sich bei den Tätern mutmaßlich um Kinder handelt, unterstreicht die polizeiliche Einordnung die Gefährlichkeit der Handlung. Einzuordnen ist das Geschehen als ein Vorfall, bei dem das Leben der Verkehrsteilnehmer durch leichtsinniges oder vorsätzliches Handeln massiv gefährdet wurde. Die Schwere der Tat ergibt sich aus der potenziellen Wucht der aufprallenden Schottersteine, die bei einem fahrenden Pkw nicht nur den Lack oder die Karosserie beschädigen, sondern auch die Windschutzscheibe durchschlagen oder den Fahrer durch den Schreckmoment zu einer lebensgefährlichen Reaktion zwingen könnten. Die Polizei setzt daher auf eine schnelle Aufklärung, um weitere derartige Vorfälle im Stadtgebiet von Kassel zu unterbinden.

Offene Fragen zur Tat

Trotz der vorliegenden Informationen gibt es noch zahlreiche Lücken im Sachverhalt, die im Zuge der weiteren Ermittlungen geklärt werden müssen. So ist derzeit völlig unklar, woher die Kinder die Schottersteine bezogen haben und ob es sich um eine spontane Tat oder eine geplante Aktion handelte. Auch die Frage, ob die Kinder in der näheren Umgebung von Niederzwehren wohnhaft sind oder aus einem anderen Stadtteil stammen, bleibt unbeantwortet. Zudem liegen keine Erkenntnisse darüber vor, ob die Kinder bereits zuvor durch ähnliche Auffälligkeiten oder Steinwürfe in Erscheinung getreten sind. Die Ermittler müssen zudem prüfen, ob es weitere Zeugen gibt, die die Kinder auf ihrem Fluchtweg in Richtung der Felder gesehen haben könnten. Auch die Frage, ob sich die Kinder möglicherweise in einer Gruppe aufgehalten haben oder ob es weitere Begleiter gab, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Die Polizei ist hierbei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, da die unmittelbare Umgebung der Brücke zur Tatzeit möglicherweise nur spärlich frequentiert war, was die Suche nach weiteren Augenzeugen erschwert.

Wie es mit den Ermittlungen weitergeht

Die Kriminalpolizei Kassel führt die Ermittlungen fort und prüft alle eingehenden Hinweise aus der Bevölkerung. Der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen, Daniel Kalus-Nitzbon, koordiniert die Öffentlichkeitsarbeit, um die Suche nach den beiden Jungen zu intensivieren. Ein konkreter Termin für weitere Maßnahmen wurde nicht genannt, jedoch ist davon auszugehen, dass die Polizei die Präsenz in der Umgebung der Fußgängerbrücke an der Altenbaunaer Straße verstärken könnte, um präventiv gegen weitere Straftaten vorzugehen. Sollten sich die Kinder identifizieren lassen, wird die Polizei in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und gegebenenfalls dem Jugendamt weitere Schritte einleiten. Da die Täter nach derzeitigem Kenntnisstand noch im Kindesalter sind, wird der Fokus der Ermittlungen auch auf der pädagogischen Aufarbeitung und der Prävention liegen. Die Polizei appelliert weiterhin an alle Verkehrsteilnehmer, bei verdächtigen Beobachtungen an Brücken oder auf Verkehrswegen umgehend den Notruf zu wählen, um solche Gefahrenquellen frühzeitig zu melden und die Sicherheit auf den Straßen in Kassel zu gewährleisten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/polizeiauto-nahe-christkindlmarkt-stern-in-wien-29689517/ · Foto: Vladimir Srajber
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/6338716