Ein kultureller Fixpunkt im Herzen von Fulda
Die Stadt Fulda bereitet sich auf den Auftakt einer besonderen musikalischen Veranstaltungsreihe vor: Unter dem Titel "Kultur.Findet.Stadt." beginnt am Donnerstag die sechste Ausgabe des Formats, das sich mittlerweile fest im kulturellen Terminkalender der Region etabliert hat. Insgesamt 13 Konzerte sind für den Zeitraum bis Ende August geplant. Der Veranstaltungsort, der historische Museumshof inmitten der Innenstadt, bietet dabei eine einzigartige Kulisse für ein abwechslungsreiches Programm. Die Reihe, die ursprünglich aus der Notwendigkeit heraus entstand, während der Pandemie kulturelle Angebote aufrechtzuerhalten, hat sich zu einer festen Größe entwickelt, die jährlich rund 20.000 Gäste anzieht. Mit einer Mischung aus etablierten Stars und aufstrebenden Newcomern deckt die Stadt ein breites musikalisches Spektrum ab, das von Pop und Rock über Schlager und Indie bis hin zu Hip-Hop, Metal, Reggae und Chanson reicht. Die hohe Nachfrage nach Tickets unterstreicht den Erfolg des Konzepts, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft besitzt.
Details zu Programm und Ticketnachfrage
Der Startschuss für die diesjährige Konzertreihe fällt mit dem Auftritt der deutschen Elektropop-Band ClockClock aus Mannheim. Aufgrund der hohen Nachfrage für diesen Eröffnungsabend sind aktuell nur noch Restkarten verfügbar. Direkt am Folgetag steht mit dem Auftritt von Christian Steiffen, der bürgerlich Hardy Schwetter heißt, ein bereits ausverkaufter Abend an. Der als "Gott of Schlager" bekannte Entertainer verbindet in seinen Shows Schlager-Elemente mit Pop- und Partymusik, gewürzt mit einer gehörigen Portion ironischem Pathos und humorvollen Texten. Zu den weiteren prominenten Gästen im August zählen der Reggae-Musiker Gentleman am 15. August, Dick Brave am 18. August, die französische Chanson-Sängerin Zaz am 24. August – für deren Konzert ebenfalls keine Tickets mehr erhältlich sind – sowie der Liedermacher Philipp Poisel am 30. August. Jürgen Peter, der Leiter des Fuldaer Kulturamts, berichtet von einer sehr erfreulichen Nachfrage. Bislang wurden bereits rund 17.000 Tickets abgesetzt, was einer Auslastung von etwa 70 Prozent entspricht, wobei die Tendenz weiter steigend ist.
Die Entstehung aus der Pandemie-Zeit
Die Geschichte von "Kultur.Findet.Stadt." ist eng mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie verknüpft. Im Jahr 2020 suchten das Kulturzentrum Kreuz und die Stadt Fulda nach Wegen, trotz strenger Kontaktverbote und begrenzter Kapazitäten weiterhin kulturelle Darbietungen zu ermöglichen. Die Lösung waren Freiluft-Events, die unter strengen Abstandsregeln und mit limitierten Besucherzahlen stattfanden. Was damals als notwendiges Hilfsprogramm konzipiert wurde, hat sich laut Wolfgang Wortmann vom Kulturzentrum Kreuz zu einer echten Erfolgsgeschichte gewandelt. Der doppeldeutige Name der Reihe war dabei Programm: Einerseits sollte Kultur im öffentlichen Raum der Stadt stattfinden, andererseits war es ein Statement, dass Kultur trotz der widrigen Umstände überhaupt noch existierte. Rückblickend erinnert sich Wortmann an die schwierigen Rahmenbedingungen, wie etwa Schilder, die die Gruppengröße an Tischen auf maximal vier Personen aus demselben Haushalt begrenzten. Die damaligen Kapazitäten von teilweise nur 100 Gästen wirken aus heutiger Sicht wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, da nun wieder tausende Menschen ohne solche Einschränkungen zusammenkommen können.
Die Akteure hinter den Kulissen
Die Organisation und Durchführung der Konzertreihe ist ein Gemeinschaftsprojekt. Die Stadt Fulda fungiert als offizieller Veranstalter, während das Kulturzentrum Kreuz als Kooperationspartner und Dienstleister für die operative Umsetzung agiert. Die Macher des Kulturzentrums Kreuz, die in Fulda bereits einen Club und diverse kleinere Bühnen betreiben, bringen ihre langjährige Erfahrung in die Planung ein. Sie sind zudem für die Ausrichtung des Herzberg-Festivals verantwortlich, das erst kürzlich wieder mehr als 10.000 Gäste in Breitenbach am Herzberg empfing. Neben den großen Namen legen die Veranstalter Wert darauf, auch aufstrebenden Künstlern eine Plattform zu bieten. Wolfgang Wortmann nennt in diesem Zusammenhang Namen wie Lina, Rian und Betterov. Ziel ist es, durch musikalische Vielfalt ein breites Publikum anzusprechen. In den vergangenen Jahren traten bereits namhafte Künstler wie Jan Delay, Bosse, Culcha Candela, Max Herre mit Joy Denalane, Beatrice Egli, Konstantin Wecker sowie Jan Josef Liefers mit seiner Band Radio Doria im Museumshof auf.
Einordnung der Location und des Publikums
Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Reihe ist die besondere Atmosphäre des Veranstaltungsortes. Der Museumshof, der vom Vonderau Museum und barocken Gebäuden umschlossen ist, schafft einen verdichteten Raum, der laut Wortmann die Stimmung bei lauen Sommerabenden maßgeblich unterstützt. Mit einer Kapazität von 2.000 Plätzen bietet der Museumshof eine intimere Ergänzung zu den groß angelegten Konzerten auf dem Fuldaer Domplatz, wo im Rahmen des Hessentags vor wenigen Wochen bei Auftritten wie dem von Roxette bis zu 10.000 Menschen zusammenkamen. Einzuordnen ist die Entwicklung der Konzertreihe so, dass sie sich erfolgreich als feste Marke etabliert hat. Die Einzugsbereiche der Besucher haben sich laut Befragungen der Veranstalter stetig vergrößert. Mittlerweile reisen die Gäste aus einem Radius von 100 bis 150 Kilometern an, was den überregionalen Stellenwert der Reihe unterstreicht. Den Berichten zufolge ist es dem Team gelungen, eine konstante Qualität zu bieten, die auch jenseits der Stadtgrenzen wahrgenommen wird.
Offene Fragen und verbleibende Lücken
Obwohl die Informationen zum aktuellen Programm und der Historie der Konzertreihe umfangreich sind, lässt der vorliegende Bericht einige Punkte offen. So wird zwar von einer steigenden Tendenz bei den Ticketverkäufen gesprochen, eine detaillierte Aufschlüsselung, welche Konzerte neben den genannten bereits kurz vor dem Ausverkauf stehen, wird nicht gegeben. Auch bleibt unklar, wie die langfristige Finanzierung des Formats über die kommenden Jahre gesichert ist, da das Programm als "Erfolgsgeschichte" bezeichnet wird, aber keine wirtschaftlichen Kennzahlen oder Förderstrukturen im Detail benannt werden. Zudem gibt es keine Informationen darüber, ob für die kommenden Jahre bereits konkrete Erweiterungen des Konzepts oder weitere Spielorte angedacht sind, um der wachsenden Nachfrage aus dem Umland gerecht zu werden. Auch die genauen Kriterien für die Auswahl der Newcomer-Acts werden nicht näher erläutert, ebenso wenig wie die Frage, ob die Stadt Fulda plant, die Kooperation mit dem Kulturzentrum Kreuz vertraglich für einen längeren Zeitraum zu fixieren, oder ob diese Zusammenarbeit jährlich neu verhandelt wird.
Ausblick auf die kommenden Wochen
Der Fokus liegt nun voll auf den kommenden Tagen, in denen die 13 Konzerte im Museumshof stattfinden werden. Mit dem Auftakt am Donnerstag durch ClockClock beginnt eine intensive Phase des Live-Programms, die bis zum Ende des Monats August andauert. Die Veranstalter blicken optimistisch auf die nächsten Wochen, in denen mit dem Auftritt von Philipp Poisel am 30. August der Abschluss der diesjährigen Konzertreihe markiert wird. Bis dahin bleibt das Team des Kulturzentrums Kreuz in enger Abstimmung mit der Stadt Fulda, um den reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen zu gewährleisten. Die hohe Auslastung von aktuell 70 Prozent lässt erwarten, dass auch für die noch nicht ausverkauften Konzerte in den kommenden Tagen weitere Tickets abgesetzt werden. Die Veranstalter setzen weiterhin auf die bewährte Mischung aus Atmosphäre, Vielfalt und der Etablierung des Museumshofs als zentralen kulturellen Ankerpunkt, um auch in Zukunft Besucher aus einem wachsenden Einzugsgebiet in die Fuldaer Innenstadt zu locken.