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SES und Eutelsat: Europäische Satellitenbetreiber bekommen Milliarden von der FCC
Technik · 28.07.2026 18:38

SES und Eutelsat: Europäische Satellitenbetreiber bekommen Milliarden von der FCC

Kurz: Die US-Regulierungsbehörde FCC zahlt Milliarden an SES und Eutelsat. Grund ist die Freigabe von C-Band-Frequenzen für den Ausbau des US-Mobilfunks.

Milliarden für die Frequenzfreigabe

Die europäischen Satellitenbetreiber SES und Eutelsat stehen vor einer massiven finanziellen Entschädigung durch die US-amerikanische Bundeskommunikationskommission (FCC). Wie die Unternehmen Ende Juli 2026 bekannt gaben, sind Zahlungen in Höhe von insgesamt 6,1 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Diese Summe ist an die Bedingung geknüpft, dass die Betreiber ihre derzeit genutzten Frequenzen im C-Band für den US-Mobilfunkmarkt räumen.

Insgesamt umfasst das Paket ein Volumen von 6,3 Milliarden US-Dollar, das auf drei Akteure verteilt wird. Der Löwenanteil entfällt mit 89 Prozent auf SES, gefolgt von Eutelsat mit 8 Prozent und dem kanadischen Unternehmen Telesat, das 3 Prozent der Gesamtsumme erhalten soll.

Hintergrund: Warum das C-Band den Besitzer wechselt

Der Hintergrund für diese Maßnahme ist der wachsende Bedarf an Frequenzspektren für terrestrische Mobilfunkdienste in den USA. Die FCC plant, einen Bereich von 160 Megahertz innerhalb des oberen C-Bands (3,98 GHz bis 4,20 GHz) für Mobilfunkbetreiber zu versteigern. Der Startschuss für diese Auktion ist für April 2027 angesetzt.

Aus Sicht von Branchenexperten ist dieser Schritt logisch. Die Satellitenkommunikation hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend in Richtung Ku- und Ka-Bänder verlagert. Das C-Band gilt heute als technisch weniger effizient, da es aufgrund physikalischer Gegebenheiten vergleichsweise große Empfangseinheiten erfordert. Während moderne Dienste wie Starlink mit kompakten Terminals arbeiten, benötigen C-Band-Anwendungen häufig Parabolspiegel mit einem Durchmesser von etwa 2,4 Metern.

Zeitplan und Kostenstruktur

Die Auszahlung der Anreizzahlungen ist an strikte zeitliche Vorgaben gebunden. Um den Großteil der 4,9 Milliarden US-Dollar zu erhalten, müssen die Satellitenbetreiber die notwendigen technischen Umstellungen bis Dezember 2030 abgeschlossen haben. Eine weitere Tranche in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar ist an eine Frist bis Juni 2031 geknüpft.

Neben diesen Anreizzahlungen übernimmt die FCC die Kosten für die Migration der Satellitennutzer. Diese Aufwendungen werden auf 4 bis 5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Umwidmung der Frequenzen wird von Experten als Fortsetzung eines bereits laufenden Prozesses bewertet, bei dem die terrestrischen Mobilfunkbetreiber die Kosten für den Wechsel der Satellitenteilnehmer auf modernere Frequenzbänder tragen.

Die Akteure im Überblick

SES, mit Hauptsitz in Luxemburg, zählt zu den weltweit führenden Satellitenbetreibern. Das Unternehmen ist unter anderem für die Astra-Satellitenflotte bekannt, die in Europa den TV-Empfang ermöglicht, und betreibt zudem Datennetzwerke wie O3b Mpower. Gemeinsam mit Partnern wie Eutelsat ist SES zudem am Aufbau der europäischen LEO-Konstellation Iris² beteiligt.

Eutelsat hat sich durch die Übernahme des britischen Pioniers Oneweb im Jahr 2023 als erster Multi-Orbit-Betreiber positioniert. Das Unternehmen kombiniert heute klassische geostationäre Satelliten (GEO) mit erdnahen Systemen (LEO), um Unternehmenskunden sowohl hohe Datenraten als auch geringe Latenzzeiten für Echtzeitanwendungen anzubieten.

Die Umwidmung des C-Bands markiert einen weiteren Schritt in der strategischen Neuausrichtung der Satellitenbranche, die zunehmend auf effizientere Frequenzspektren setzt, während terrestrische Mobilfunknetze den gewonnenen Raum für den Ausbau ihrer Kapazitäten nutzen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/weisses-und-graues-digitales-gerat-4874406/ · Foto: cottonbro studio
Quelle: https://www.golem.de/news/ses-und-eutelsat-europaeische-satellitenbetreiber-bekommen-milliarden-von-der-fcc-2607-211378.html