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Schadcode-Attacken auf Progress LoadMaster im Gange
Technik · 10.08.2026 12:05

Schadcode-Attacken auf Progress LoadMaster im Gange

Kurz: Aktive Angriffe auf Progress LoadMaster: Administratoren sollten umgehend Sicherheitsupdates installieren, um eine vollständige Systemübernahme zu verhindern.

Dringende Sicherheitswarnung für LoadMaster-Instanzen

IT-Administratoren, die Lösungen von Progress Kemp einsetzen, sind derzeit zum schnellen Handeln aufgerufen. Aktuellen Berichten zufolge werden Systeme, die auf der Load-Balancing- und Application-Delivery-Controller-Lösung Progress LoadMaster basieren, aktiv von Angreifern attackiert. Die US-amerikanische Cybersecurity & Infrastructure Security Agency (CISA) hat in diesem Zusammenhang eine offizielle Warnmeldung veröffentlicht, um auf die akute Bedrohungslage aufmerksam zu machen.

Schwachstelle ermöglicht vollständige Systemübernahme

Im Zentrum der Angriffe steht eine als kritisch eingestufte Sicherheitslücke, die unter der Kennung CVE-2026-8037 geführt wird. Die technische Schwachstelle ist besonders gefährlich, da sie es Angreifern ermöglicht, aus der Ferne und ohne vorherige Authentifizierung Befehle auszuführen. Durch das Senden präparierter Anfragen, beispielsweise in Form von URLs, können die Angreifer aufgrund unzureichender Überprüfungsmechanismen Speicherfehler ausnutzen. Dies führt im Erfolgsfall dazu, dass die Angreifer die vollständige Kontrolle über die betroffenen Instanzen übernehmen können.

Betroffene Systeme und notwendige Updates

Der Hersteller Progress Kemp hat auf die Bedrohung reagiert und Sicherheitsupdates bereitgestellt, welche die kritische Schwachstelle sowie eine weitere, als mittelschwer eingestufte Sicherheitslücke (CVE-2026-33691) adressieren. Die folgenden Versionen gelten als abgesichert:

  • Progress Kemp LoadMaster GA v7.2.63.2
  • Progress Kemp LoadMaster LTSF v7.2.54.18
  • Progress ECS Connection Manager v7.2.63.2
  • Progress Connection Manager for ObjectScale v7.2.63.2

Alle Versionen, die unterhalb dieser Ausgaben liegen, gelten als verwundbar und sollten zeitnah aktualisiert werden.

Herausforderungen bei der Identifikation

Der genaue Umfang der bereits erfolgten Angriffe ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt. Ebenso bleibt unklar, an welchen spezifischen Indikatoren Administratoren erkennen können, ob ihre Systeme bereits kompromittiert wurden. Da die Angreifer nach einem erfolgreichen Eindringen die volle Kontrolle über die Load-Balancing-Infrastruktur erlangen, ist die Installation der bereitgestellten Patches die derzeit einzige wirksame Schutzmaßnahme.

Hintergrund und Ausblick

LoadMaster spielt eine zentrale Rolle in der IT-Infrastruktur vieler Unternehmen, da die Lösung eingehenden Netzwerk-Traffic automatisiert auf mehrere Server verteilt und so eine hohe Verfügbarkeit von Anwendungen sicherstellt. Eine Kompromittierung dieser Komponente kann daher weitreichende Folgen für die Stabilität und Sicherheit der gesamten IT-Umgebung haben. Bereits Ende Juli dieses Jahres mussten die Entwickler mehrere Sicherheitslücken in der Cluster-Managementlösung schließen, was die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung der Sicherheitsmeldungen des Herstellers unterstreicht. Administratoren sind angehalten, die Systeme umgehend zu patchen, um das Risiko einer Übernahme durch Schadcode-Attacken zu minimieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/personencodierung-im-laptop-574071/ · Foto: Lukas Blazek
Quelle: https://www.heise.de/news/Schadcode-Attacken-auf-Progress-LoadMaster-im-Gange-11404612.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag