News aus aller Welt
Start
Rhein verzeichnet historisch niedrige Wasserstände
Schlagzeilen · 02.08.2026 13:51

Rhein verzeichnet historisch niedrige Wasserstände

Kurz: Anhaltende Trockenheit führt zu historisch niedrigen Pegelständen am Rhein. Nordrhein-Westfalen fordert nun eine nationale Taskforce für die Binnenschifffahrt.

Rekordtiefstände an deutschen Flüssen

Die anhaltende Trockenheit in Kombination mit hohen Temperaturen führt derzeit dazu, dass zahlreiche deutsche Flüsse, darunter der Rhein, die Elbe und die Donau, extrem niedrige Wasserstände aufweisen. An verschiedenen Messpunkten wurden neue historische Tiefstwerte dokumentiert, die die bisherigen Rekorde aus dem Jahr 2018 unterbieten.

Besonders betroffen ist der Rhein in Nordrhein-Westfalen. Am Pegel Duisburg-Ruhrort wurde ein Stand von 150 Zentimetern gemessen, was drei Zentimeter unter dem bisherigen Tiefststand liegt. Auch in Düsseldorf und Köln wurden neue Negativrekorde verzeichnet, wobei der Kölner Pegel mit 67 Zentimetern den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen erreichte.

Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt

Die sinkenden Pegelstände stellen die Binnenschifffahrt vor erhebliche Herausforderungen. Nach Angaben des Verbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) gibt es zwar keine generelle behördliche Sperrung der Wasserstraßen, doch die Transportbedingungen verschlechtern sich zusehends. Schiffsführer müssen eigenverantwortlich entscheiden, ob eine Fahrt wirtschaftlich und sicher durchführbar ist.

In der Praxis bedeutet dies, dass Schiffe die Fahrrinnen vielerorts nur noch mit stark reduzierter Ladung passieren können. Dies schränkt die Transportkapazitäten auf den wichtigen Wasserwegen erheblich ein und erschwert die Logistikketten, die auf den Transport per Binnenschiff angewiesen sind.

Politische Forderungen nach einer Taskforce

Angesichts der angespannten Lage fordert der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) die Bildung einer nationalen Taskforce. Ziel ist es, die Kräfte auf Bundesebene zu bündeln, um die Transportlage kurzfristig zu verbessern. Krischer drängt darauf, das Thema Niedrigwasser auf die Agenda der anstehenden Sonder-Verkehrsministerkonferenz zu setzen, um über notwendige Maßnahmen zu beraten.

Prognosen und europäische Dimension

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) warnt vor einer weiteren Verschärfung der Situation. Aktuelle Daten zeigen, dass etwa 44 Prozent der Messstellen am Rhein, 16 Prozent an der Elbe und rund 78 Prozent an der Donau Niedrigwasser führen. Da in den kommenden Tagen kaum nennenswerte Entspannung durch Niederschläge zu erwarten ist, prognostizieren Experten weiter fallende Pegelstände.

Die Problematik ist dabei kein rein deutsches Phänomen. Auch in anderen europäischen Ländern führt die Wasserknappheit zu weitreichenden Konsequenzen. So musste Ungarn aufgrund des niedrigen Wasserstandes der Donau sein einziges Atomkraftwerk Paks vorübergehend komplett vom Netz nehmen. Zudem kommt es in zahlreichen ungarischen Städten bereits zu Rationierungen bei der Wasserversorgung.

Hintergrund der Extremwetterlage

Niedrigwasserphasen sind in den Sommermonaten zwar kein unbekanntes Phänomen, treten jedoch normalerweise erst im späteren Jahresverlauf auf. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Häufigkeit solcher Extremwetterlagen durch den fortschreitenden Klimawandel zunimmt. Die Kombination aus ausbleibenden Regenfällen und anhaltend hohen Temperaturen sorgt für eine räumliche Ausweitung der Niedrigwasserproblematik, die zunehmend kritische Infrastrukturen in ganz Europa belastet.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/meer-ozean-gebaude-wolke-26584041/ · Foto: Marc Schneid
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/niedrigwasser-rhein-rekordtief-100.html