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Pressestimmen zu Gianni Infantino und der FIFA: "Infanti-No Go"
Sport · 06.08.2026 10:33

Pressestimmen zu Gianni Infantino und der FIFA: "Infanti-No Go"

Kurz: Nach einem Krisentreffen in Marokko bleibt Gianni Infantino FIFA-Präsident. Die internationale Presse reagiert mit scharfer Kritik auf die Rückendeckung des Ver

Ein umstrittener Verbleib im Amt

Gianni Infantino, Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, steht nach einem Krisentreffen in Rabat, Marokko, weiterhin fest im Sattel. Trotz massiver öffentlicher Kritik und einer schweren Krise innerhalb der Organisation hat ihm die FIFA-Führungsspitze ihre volle Unterstützung ausgesprochen. Ein Rücktritt, der von vielen Beobachtern als logische Konsequenz der jüngsten Kontroversen diskutiert wurde, steht für den 56-Jährigen derzeit nicht zur Debatte. Stattdessen setzt der Verband auf eine Strategie der Schadensbegrenzung, gepaart mit einer offensiven Haltung gegenüber Kritikern.

Die internationale Presse im Urteil

Die weltweite Berichterstattung nach dem Treffen in Marokko fällt überwiegend kritisch aus. Viele Medien zeichnen das Bild eines Präsidenten, der zwar rhetorisch einlenkt, aber machtpolitisch keine Zugeständnisse macht.

In Großbritannien fand die Boulevardzeitung *The Sun* mit dem Wortspiel „Infanti-No GO“ deutliche Worte für die Situation. Auch *The Times* beschreibt das Verhalten des FIFA-Chefs als einen „letzten verzweifelten Versuch“, sich durch das Angebot, das WM-Finale 2030 in Marokko auszurichten, politische Unterstützung zu sichern. Der *Guardian* und die *Daily Mail* unterstreichen in ihren Analysen, dass die interne Machtstruktur der FIFA den Verbleib Infantinos trotz des immensen Drucks zementiert hat.

Auch aus anderen europäischen Ländern kommen kritische Stimmen:

* **Frankreich:** *L’Équipe* berichtet, dass die FIFA zwar Fehler bezüglich der geplanten Öffnung für private Investoren einräumt, Infantino jedoch weiterhin vollumfänglich stützt.

* **Norwegen:** Das *Dagbladet* stellt die Frage nach der verbliebenen Rückendeckung innerhalb des Verbandes, während der *NRK* betont, dass Infantino zwar eine Entschuldigung formulierte, aber keinesfalls an einen Rückzug denkt.

* **Österreich:** Die *Krone* warnt vor drohenden Grabenkämpfen, da der Widerstand innerhalb der einzelnen Nationalverbände trotz der offiziellen Rückendeckung nicht abebbe.

* **Spanien:** *Marca* und *AS* heben hervor, dass die FIFA zwar um Verzeihung für die Privatisierungspläne bittet, aber gleichzeitig deutlich macht, dass man künftige Angriffe nicht mehr tolerieren werde.

Hintergrund: Krisenmanagement in Rabat

Das Treffen in Marokko markiert einen Wendepunkt in der aktuellen Amtszeit Infantinos. Beobachter werten die Wahl des Tagungsortes als strategisch bedeutsam. Der Einfluss Marokkos innerhalb der FIFA, insbesondere durch den Verbandspräsidenten Fouzi Lekjaa, gilt als ein zentraler Stützpfeiler für Infantino in diesen schwierigen Zeiten.

Nach dem Krisentreffen zeigten sich Infantino und sein Generalsekretär in einer gemeinsamen Linie: Man räumte zwar Fehler ein, ging aber zugleich in die Offensive. Diese Taktik zielt darauf ab, die Deutungshoheit über die Krise zurückzugewinnen und die Reihen innerhalb der FIFA-Führung zu schließen.

Mögliche Folgen und nächste Schritte

Die Entscheidung, Infantino im Amt zu halten, könnte die Spannungen zwischen der FIFA-Zentrale und den nationalen Verbänden weiter verschärfen. Während die Führungsebene des Weltverbandes versucht, nach außen Geschlossenheit zu demonstrieren, bleibt der interne Druck bestehen.

Die Ankündigung, keine weiteren Angriffe auf die FIFA-Führung zu tolerieren, lässt zudem auf eine konfrontativere Kommunikation des Verbandes in den kommenden Monaten schließen. Ob diese Strategie ausreicht, um das Vertrauen der Öffentlichkeit und der kritischen Verbände zurückzugewinnen, bleibt offen. Die nächsten Schritte des Verbandes werden nun genauestens daraufhin beobachtet, wie die FIFA mit den eingestandenen Fehlern – insbesondere im Kontext der Investoren-Debatte – konkret umgehen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/junger-fussballer-spielt-hallenfussballspiel-38525848/ · Foto: Miguel Guerra
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/der-schamlose-gianni-infantino-pressestimmen-zum-fifa-praesidenten,pressestimmen-infantino-100.html