News aus aller Welt
Start
Pressestimmen - Nach dem Aus des FIFA-Investorenplans: "Infantino sensationell gescheitert"
Schlagzeilen · 01.08.2026 09:49

Pressestimmen - Nach dem Aus des FIFA-Investorenplans: "Infantino sensationell gescheitert"

Kurz: Der Plan der FIFA, Anteile an der Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen, ist vom Tisch. Internationale Pressestimmen sprechen von einer massiven Niederla

Ein Rückzug unter massivem Druck

Der Fußball-Weltverband FIFA hat seine umstrittenen Vorhaben, Anteile an der Weltmeisterschaft zu veräußern und private Investoren einzubinden, offiziell aufgegeben. Das Projekt, das unter dem Namen „FIFA Forward Enterprise“ bekannt wurde, sah vor, eine Tochtergesellschaft zur Vermarktung des wichtigsten Fußballturniers der Welt zu gründen. Nach einer Welle der Empörung und massivem Widerstand aus verschiedenen Kontinentalverbänden hat FIFA-Präsident Gianni Infantino das Vorhaben nun gestoppt.

Die Entscheidung markiert eine Zäsur in der Amtszeit des FIFA-Chefs. Internationale Medien bewerten den Vorgang als eine der schwersten Niederlagen, die Infantino seit seinem Amtsantritt im Jahr 2016 hinnehmen musste.

Internationale Pressestimmen: Eine „sensationelle Niederlage“

Die Reaktionen in der europäischen Sportpresse fallen deutlich aus. Die britische Zeitung *The Guardian* bezeichnete das Scheitern des Plans als „sensationell“. Auch die *Daily Mail* unterstreicht das Ausmaß der Demütigung für die FIFA-Spitze. Der Widerstand formierte sich dabei nicht nur durch die UEFA, sondern auch durch die Verbände CONCACAF und AFC sowie durch interne Stimmen aus der FIFA-Führung selbst.

In Spanien fasste die Sportzeitung *Marca* die Situation kurz zusammen und sprach von einer „totalen Niederlage“ für den Präsidenten. Die *Mundo Deportivo* bezeichnete die Ankündigung des Rückzugs als „Bombenmeldung“, die auf den enormen öffentlichen und politischen Druck zurückzuführen sei. In Italien lobte die *Gazzetta dello Sport* den Stopp des Projekts als Sieg der Vernunft und betonte, dass der Versuch einer „Privatisierung“ des internationalen Fußballs auf breite Ablehnung gestoßen sei.

Die Rolle der UEFA und die Folgen für die FIFA-Führung

Besonders hervorgehoben wird in den Berichten die Rolle der UEFA. Die harte Linie des europäischen Verbandes habe maßgeblich dazu beigetragen, die FIFA-Führung zu destabilisieren. Die französische Sportzeitung *L’Équipe* analysiert, dass die Position von Gianni Infantino durch diese Entwicklung so stark erschüttert sei wie nie zuvor. Der Verband befinde sich infolge dieser Auseinandersetzung in einer tiefen Krise.

Ein weiterer Aspekt, der in der Berichterstattung – etwa durch *The Times* – aufgegriffen wird, ist die Frage nach personellen Konsequenzen. Der Rücktritt des bisherigen Chefberaters der FIFA, Carlos Cordeiro, wird in diesem Kontext als Indiz für die zunehmende Instabilität innerhalb der Organisation gewertet. Es stellt sich nun die Frage, ob der gescheiterte Investorenplan langfristige Auswirkungen auf den Verbleib von Infantino im Amt haben wird.

Einordnung der nächsten Schritte

Mit dem offiziellen „Eislegen“ des Projekts FIFA Forward Enterprise ist die unmittelbare Gefahr einer Privatisierung der WM-Vermarktung zunächst abgewendet. Dennoch bleibt die Stimmung innerhalb der Fußballwelt angespannt. Die Ereignisse der letzten Tage haben deutlich gemacht, wie groß die Kluft zwischen den Plänen der FIFA-Zentrale und den Interessen der großen Kontinentalverbände ist.

Ob die FIFA nun einen neuen Kurs einschlägt oder ob die interne Revolte weiter an Fahrt gewinnt, bleibt abzuwarten. Die internationale Kritik hat jedenfalls einen Prozess in Gang gesetzt, der die Machtverhältnisse und die strategische Ausrichtung des Weltverbandes nachhaltig infrage stellt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-person-sitzung-sitzen-5511626/ · Foto: Mike van Schoonderwalt
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/nach-dem-aus-des-fifa-investorenplans-infantino-sensationell-gescheitert-100.html