News aus aller Welt
Start
Oberlandesgericht - Attentäter des Auto-Anschlags in München zu lebenslanger Haft verurteilt
Schlagzeilen · 06.08.2026 12:44

Oberlandesgericht - Attentäter des Auto-Anschlags in München zu lebenslanger Haft verurteilt

Kurz: Das Oberlandesgericht München hat den Täter des tödlichen Auto-Anschlags auf eine Verdi-Demonstration zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ein Urteil mit Signalwirkung

Das Oberlandesgericht München hat ein wegweisendes Urteil im Prozess um den tödlichen Auto-Anschlag auf eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi gefällt. Der 25-jährige Angeklagte wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann im Februar 2025 vorsätzlich mit seinem Fahrzeug in eine Menschenmenge raste.

Die juristische Bewertung der Tat

Die Richter des zweiten Senats sprachen den Angeklagten des zweifachen Mordes sowie des versuchten Mordes in 23 Fällen für schuldig. Mit diesem Strafmaß folgte das Gericht vollumfänglich der Forderung der Bundesanwaltschaft. Neben der lebenslangen Haft stellte das Gericht zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Diese juristische Einordnung hat zur Folge, dass eine vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung nach der üblichen 15-Jahres-Frist nahezu ausgeschlossen ist.

Hintergrund und Motivlage

Im Zentrum der Beweisaufnahme stand die Frage nach dem Motiv des Täters. Das Gericht gelangte zu der Überzeugung, dass der Anschlag einen islamistischen Hintergrund hatte. Den Feststellungen zufolge handelte der Mann aus einer ideologischen Motivation heraus: Als Reaktion auf die politische und gesellschaftliche Situation in islamisch geprägten Ländern habe er den Entschluss gefasst, willkürlich Menschen in Deutschland anzugreifen und zu töten.

Die Tat ereignete sich im Februar 2025, als der Täter sein Fahrzeug gezielt in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi steuerte. Bei diesem Vorfall kamen eine Frau und ihr Kind ums Leben; zahlreiche weitere Teilnehmer der Demonstration erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Position der Verteidigung

Die Verteidigung hatte im Prozessverlauf eine deutlich mildere Strafe gefordert. Ihr Plädoyer lautete auf eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Zudem beantragten die Verteidiger die Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus. Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht und bewertete die Schuldfähigkeit des Täters sowie die Schwere seiner Verfehlungen als so gravierend, dass die lebenslange Haftstrafe als angemessen erachtet wurde.

Einordnung der Folgen

Das Urteil markiert den Abschluss eines Verfahrens, das aufgrund der Brutalität der Tat und der gezielten Auswahl von Demonstranten als Zielscheibe für erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit sorgte. Die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld unterstreicht die Einordnung der Tat als besonders schwerwiegenden Angriff auf die öffentliche Sicherheit und das Leben Unbeteiligter. Mit der Verkündung des Urteils ist der Prozess vor dem Oberlandesgericht München beendet, wobei die juristische Aufarbeitung der Tat durch die nun feststehende Haftstrafe ihren Abschluss findet.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/grauer-volkswagen-van-neben-burgersteig-geparkt-581312/ · Foto: Mateusz Dach
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/attentaeter-des-auto-anschlags-in-muenchen-zu-lebenslanger-haft-verurteilt-100.html