Dubiose Angebote im Darknet
Ein derzeit im digitalen Untergrund kursierendes Angebot sorgt für Aufmerksamkeit: Ein unbekannter Akteur behauptet, über eine Datenbank mit 75 Millionen Einträgen zu verfügen, die von der Neobank Revolut stammen sollen. Die angebotenen Daten umfassen nach Angaben des Anbieters diverse nutzerbezogene Informationen, darunter E-Mail-Adressen, Namen und Telefonnummern. Zudem sollen Zahlungskarteninformationen wie Kartenschemata und Status-Informationen enthalten sein.
Der geforderte Preis für das gesamte Paket liegt bei 500 US-Dollar. Für einen Datensatz dieser angeblichen Größenordnung wird dieser Betrag von Experten als ungewöhnlich niedrig eingestuft, was bereits erste Zweifel an der Authentizität der Ware aufkommen lässt.
Stellungnahme der Neobank
Revolut hat auf die Vorwürfe reagiert und eine interne Prüfung eingeleitet. Ein Sprecher der Neobank in Deutschland erklärte, dass ein Abgleich der vom Anbieter bereitgestellten Beispiel-Datensätze mit den eigenen Systemen durchgeführt wurde. Das Ergebnis ist eindeutig: Keiner der untersuchten Nutzer- oder Kartenidentifikatoren entspricht einem echten oder gültigen Datensatz aus dem Bestand von Revolut.
Darüber hinaus liegen dem Unternehmen derzeit keinerlei Hinweise auf eine tatsächliche Sicherheitsverletzung vor. Externe Analysen, auf die sich die Bank bezieht, legen nahe, dass es sich bei dem angebotenen Paket höchstwahrscheinlich um eine Zusammenführung von Daten aus verschiedenen, bereits bekannten Quellen handelt. Es gibt demnach keine Anzeichen für einen neuen, spezifischen Datenschutzvorfall bei der Neobank selbst.
Einordnung des Vorfalls
Die Berichterstattung über das Angebot, die unter anderem durch den Account „Intel and Breaches“ auf der Plattform X angestoßen wurde, bleibt in technischer Hinsicht vage. Wie der Account „Dark Web Intelligence“ anmerkt, fehlen in dem öffentlichen Angebot jegliche konkreten technischen Details, Informationen zu Angriffsvektoren oder eine verifizierbare Anzahl an tatsächlichen Datensätzen.
Solche Angebote im Darknet sind in der IT-Sicherheitsbranche kein Einzelfall. Oftmals werden ältere Datensätze aus verschiedenen Lecks aggregiert und unter dem Namen bekannter Unternehmen neu vermarktet, um Aufmerksamkeit zu erzeugen oder Käufer zu täuschen. Die Behauptung, dass es sich um 75 Millionen Revolut-Nutzer handelt, scheint nach aktuellem Kenntnisstand nicht haltbar zu sein.
Wachsamkeit bleibt geboten
Auch wenn die Echtheit des Datensatzes stark angezweifelt wird, sollten Nutzerinnen und Nutzer der Neobank dennoch ein gewisses Maß an Vorsicht walten lassen. Selbst wenn die Daten nicht direkt von Revolut stammen, könnten sie aus anderen Quellen stammen und mit weiteren Informationen kombiniert werden.
Für Betroffene bedeutet dies, dass die Gefahr von Phishing-Versuchen bestehen bleibt. Kriminelle nutzen solche Datensätze häufig, um täuschend echte Nachrichten zu verfassen, die den Anschein erwecken, von einer vertrauenswürdigen Institution zu stammen. Es empfiehlt sich daher, bei unerwarteten E-Mails, SMS oder Anrufen, die sich auf Bankdaten beziehen, stets kritisch zu bleiben und keine sensiblen Informationen über Links in Nachrichten preiszugeben.