Ein Saisonstart mit Nachspiel
Der Auftakt in die neue Drittliga-Saison verlief für den SV Wehen Wiesbaden alles andere als nach Plan. Nach einer 1:3-Niederlage gegen Preußen Münster dominieren im Lager der Hessen nicht nur Enttäuschung, sondern auch deutliche Frustration über den Spielverlauf. Die Partie bot dabei gleich mehrere Szenen, die in den kommenden Tagen noch für Gesprächsstoff sorgen dürften.
Umstrittene Szenen prägen die Partie
Besonders die 76. Minute sorgte für hitzige Diskussionen auf dem Platz und an der Seitenlinie. Beim Stand von 1:1, als der SV Wehen Wiesbaden auf den Führungstreffer drängte, entschied Schiedsrichter Assad Nouhoum auf Strafstoß für die Gäste aus Münster. Der Kontakt zwischen dem Wiesbadener Abwehrspieler und Münsters Montell Ndikom war auch nach mehrfacher Wiederholung in der Zeitlupe kaum als strafwürdiges Foul zu identifizieren.
Da in der 3. Liga kein Video-Assistent (VAR) zum Einsatz kommt, blieb die Entscheidung bestehen – ein Umstand, der bei den Verantwortlichen des SVWW für Unverständnis sorgte. Trainer Daniel Scherning bezeichnete die Situation im Nachgang als klare Fehlentscheidung und sprach von einer Schwalbe. Selbst der gegnerische Trainer Thomas Wörle räumte ein, dass der Kontakt für einen Elfmeterpfiff nicht ausgereicht habe. Kapitän Tarik Gözüsirin fand für den Spielverlauf deutliche Worte und sprach von einer "Katastrophe".
Individuelle Fehler und mangelnde Effizienz
Neben der strittigen Elfmeter-Entscheidung hadert die Mannschaft vor allem mit sich selbst. Trainer Scherning kritisierte insbesondere das erste Gegentor, das er als "Eier-Gegentor" betitelte. Torhüter Florian Stritzel unterlief dabei ein folgenschwerer Fehler, als er über den Ball trat und so den Führungstreffer für Münster unfreiwillig einleitete.
Dennoch zeigte der SVWW über weite Strecken eine spielbestimmende Leistung. Scherning betonte, dass seine Mannschaft bei objektiver Betrachtung des Spielverlaufs mindestens einen Punkt verdient gehabt hätte. Positiv hervorzuheben ist dabei die Leistung der drei Neuzugänge: Max Brandt, Sinan Karweina und Philipp Hercher überzeugten bei ihrem Debüt und hinterließen laut ihrem Trainer einen guten Eindruck. Auch das Offensivspiel an sich funktionierte phasenweise gut, wenngleich die Chancenverwertung das große Manko blieb.
Ausblick auf die kommenden Aufgaben
Die Mannschaft steht nun vor der Herausforderung, die Enttäuschung schnell zu verarbeiten. Trotz der Niederlage gibt es auch abseits des Platzes positive Signale: Der Verein gab die vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem U19-Vize-Europameister Ben Nink bekannt. Der 20-Jährige, der bereits seit der U13 für den Verein aktiv ist, bleibt dem SVWW langfristig erhalten.
Für das Team von Daniel Scherning bleibt wenig Zeit zur Aufarbeitung. Bereits am kommenden Freitag steht die nächste Bewährungsprobe an. Dann tritt der SV Wehen Wiesbaden auswärts beim Aufsteiger FWK Würzburg an. Dort wird sich zeigen, ob die Mannschaft die Lehren aus dem holprigen Saisonauftakt ziehen kann und die spielerischen Ansätze in zählbare Erfolge ummünzt.