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MFG von Dlss 5 läuft per Mod auch auf RTX-4000-Karten
Technik · 13.09.2026 17:53

MFG von Dlss 5 läuft per Mod auch auf RTX-4000-Karten

Kurz: Die als exklusiv für RTX-5000-Karten beworbene Multi-Frame-Generation (MFG) von DLSS 5 lässt sich mittels Modifikationen auch auf RTX-4000-Modellen nutzen.

Was geschehen ist: Die Portierung der Multi-Frame-Generation

Die technologische Landschaft der Grafikkarten hat durch eine neue Modifikation eine unerwartete Wendung genommen. Eigentlich war die sogenannte „Multi-Frame-Generation“ (MFG), ein zentraler Bestandteil von Nvidias DLSS 5, als exklusives Feature für die neueste Generation der RTX-5000-Grafikkarten vorgesehen. Doch findige Modder haben nun bewiesen, dass diese Technologie keineswegs auf die neueste Hardware beschränkt bleiben muss. Durch den Einsatz einer modifizierten DLL-Datei, die ursprünglich für eine Early-Access-Version des Spiels „NBA 2K27“ verfügbar war, ist es gelungen, die Zwischenbildberechnung auch auf Karten der RTX-4000-Serie zu aktivieren. Diese Entwicklung ist von erheblicher Bedeutung, da sie die offizielle Marktstrategie des Herstellers infrage stellt, der die Funktion bisher streng an die Architektur der neuesten Generation gebunden hatte. Nutzer älterer, aber dennoch leistungsfähiger Hardware können nun ebenfalls von der KI-gestützten Generierung von bis zu fünf zusätzlichen Bildern zwischen zwei nativ berechneten Frames profitieren, was die visuelle Flüssigkeit in grafisch anspruchsvollen Titeln wie „Cyberpunk 2077“ signifikant steigert.

Die Einzelheiten: Technische Daten und Testergebnisse

Die technische Umsetzung basiert auf der Ausnutzung der vorhandenen Tensor-Cores, die bereits in der Ada-Lovelace-Architektur der RTX-4000-Serie verbaut sind. Während Nvidia behauptete, für die MFG sei eine spezifische Hardware-Voraussetzung der RTX-5000-Serie zwingend, zeigen Tests, etwa von Toms Hardware, ein anderes Bild. Bei der Untersuchung von Desktop-Grafikkarten mit mindestens 12 GByte Grafikspeicher in Auflösungen von Full-HD bis 4K zeigte sich, dass die Latenz ab der Mittelklasse, konkret ab einer RTX 4070, in einen Bereich fällt, der für viele Spieler noch als akzeptabel gilt. In Cyberpunk 2077 wurde bei einer RTX 4080 in QHD-Auflösung eine Bildrate von 163 fps mit MFG erzielt, während ohne diese Technik 241 fps erreicht wurden. Dies entspricht einem Leistungsverlust von rund 30 Prozent durch die zusätzliche Rechenlast. Dennoch bleibt der visuelle Gewinn, insbesondere bei der Nutzung von intensivem Pathtracing, ein entscheidender Faktor für Grafikenthusiasten, die bereit sind, für eine flüssigere Optik eine höhere Eingabeverzögerung in Kauf zu nehmen.

Hintergrund: Vom Neural Rendering zur Multi-Frame-Generation

Die Geschichte dieser Modifikation ist eng mit der Entwicklung von DLSS 5 verknüpft, das in den vergangenen Monaten vor allem durch Fortschritte beim „Neural Rendering“ an 3D-Modellen Aufmerksamkeit erregte. Schon zuvor hatten Modder Wege gefunden, die Frame-Generation-Techniken, die seit der RTX-4000-Serie offiziell existieren, auf ältere Karten wie die RTX-2000-Serie zu übertragen. Zwar sinkt die Effizienz der Grafikpipeline, je älter die genutzte GPU ist, doch die Ergebnisse waren oft dennoch besser als eine niedrige native Bildrate. Die aktuelle Entwicklung bei der MFG ist eine direkte Fortsetzung dieser Bemühungen. Nachdem die Entwicklerversion der DLSS-5-DLL durch das Spiel „NBA 2K27“ öffentlich zugänglich wurde, konnten Modder die Barrieren der RTX-5000-Exklusivität systematisch abbauen. Es zeigt sich ein Muster: Was Nvidia als exklusive Hardware-Funktion vermarktet, erweist sich in der Praxis oft als softwareseitig limitierte Option, die bei entsprechender Anpassung auch auf älteren Architekturen lauffähig ist.

Die Beteiligten: Akteure und betroffene Hardware

Im Zentrum dieser Entwicklung stehen primär die Modder, die durch ihre Arbeit die technologischen Grenzen der Hardware-Hersteller verschieben. Auf der anderen Seite steht Nvidia als Hersteller, der die technologische Exklusivität seiner RTX-5000-Serie durch die Beschränkung von DLSS 5 auf diese Karten schützen wollte. Betroffen von dieser Modifikation sind primär Besitzer von RTX-4000-Grafikkarten, die nun Zugriff auf Funktionen erhalten, die ihnen offiziell verwehrt blieben. Auch Medien wie Toms Hardware und heise online spielten eine entscheidende Rolle, indem sie die Modifikationen in verschiedenen Szenarien testeten und die Auswirkungen auf Latenz, Bildqualität und Artefaktbildung dokumentierten. Die Community der Spieler, insbesondere jene, die Titel wie „Cyberpunk 2077“ mit maximalen Grafikeinstellungen genießen, bilden die Zielgruppe, für die diese Modifikation den größten Mehrwert bietet. Die Institutionen und Personen hinter diesen Modifikationen agieren dabei meist unabhängig von den offiziellen Hardware-Herstellern.

Einordnung: Marketing versus technische Realität

Einzuordnen ist das so: Die Entscheidung, die Multi-Frame-Generation exklusiv an die RTX-5000-Serie zu binden, scheint nach den vorliegenden Berichten primär eine Marketingstrategie zu sein. Die Tatsache, dass die Artefaktbildung bei der MFG auf RTX-4000-Karten auf einem vergleichbaren Niveau wie bei der neuen Generation liegt, stützt die Vermutung, dass keine unüberwindbaren technischen Barrieren existieren. Den Berichten zufolge ist die Bildqualität der generierten Zwischenbilder seit der Einführung von DLSS 3 stetig gestiegen, sodass die optischen Einbußen bei der MFG mittlerweile kaum noch ins Gewicht fallen. Dennoch bleibt die Latenzproblematik bestehen: Da die Eingaben des Spielers auf einem Bild basieren, das die Pipeline bereits durchlaufen hat, können die nachfolgenden, generierten Bilder bei schnellen Bewegungen zu einem unpräzisen Spielgefühl führen. Für kompetitive Shooter ist die Technik daher weiterhin ungeeignet, während sie für grafisch opulente Singleplayer-Spiele einen deutlichen ästhetischen Mehrwert bietet.

Offene Fragen: Was bleibt ungeklärt?

Der Quelltext lässt einige Fragen offen, die für Nutzer von Bedeutung sein könnten. So wird nicht detailliert erläutert, welche spezifischen Modifikationswerkzeuge oder Installationsschritte erforderlich sind, um die DLL-Datei auf den RTX-4000-Karten korrekt zu implementieren. Auch bleibt unklar, ob Nvidia in zukünftigen Treiber-Updates gezielt gegen solche Modifikationen vorgehen wird oder ob die Unterstützung für das Neural Rendering, die Nvidia für die RTX-4000-Serie bereits bestätigt hat, ein Indiz für eine künftige offizielle Öffnung der MFG-Funktion ist. Zudem wird nicht beantwortet, wie sich die Langzeitstabilität der Grafiktreiber durch den Einsatz modifizierter DLLs verändert. Ebenso fehlen Informationen darüber, ob die Modifikation bei einer breiteren Palette von Spielen ebenso reibungslos funktioniert wie bei den bisher getesteten Titeln, oder ob es bei anderen Engines zu schwerwiegenden Abstürzen oder Grafikfehlern kommen kann, die über die üblichen Artefakte hinausgehen.

Wie es weitergeht: Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Die Entwicklung bleibt dynamisch. Nachdem Nvidia für das Neural Rendering bereits Unterstützung für die RTX-4000-Serie nachgereicht hat – nachdem Modder den Weg geebnet hatten –, besteht die Hoffnung, dass dies auch für die Multi-Frame-Generation geschehen könnte. Sollte sich der Druck durch die Modding-Szene und die positive Resonanz der Nutzer auf die Portierung weiter verstärken, könnte der Hersteller gezwungen sein, die Exklusivität offiziell aufzuheben oder zumindest die Software-Sperren zu lockern. Für Nutzer bedeutet dies, dass sie die weitere Berichterstattung und die Foren der Modding-Community im Auge behalten sollten, um über Updates der DLL-Dateien informiert zu bleiben. Es ist zu erwarten, dass die Modding-Szene weitere Optimierungen vornehmen wird, um die Latenzprobleme bei der MFG weiter zu minimieren und die Kompatibilität mit einer größeren Anzahl von Spielen sicherzustellen. Die technische Debatte über die Notwendigkeit neuer Hardware für solche KI-Features wird durch diese Ereignisse zweifellos weiter befeuert werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/internet-technologie-luxus-computer-4581816/ · Foto: Nana Dua
Quelle: https://www.heise.de/news/MFG-von-DLSS-5-laeuft-per-Mod-auch-auf-RTX-4000-Karten-11451669.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag