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Mercedes verbessert Ergebnis - aber Auto-Sparte strauchelt
Schlagzeilen · 28.07.2026 08:25

Mercedes verbessert Ergebnis - aber Auto-Sparte strauchelt

Kurz: Mercedes-Benz steigert den operativen Gewinn, doch die Pkw-Sparte schwächelt. Aufgrund der schwierigen Lage in China senkt der Konzern seine Absatzprognose.

Gewinnanstieg trotz operativer Herausforderungen

Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz konnte im zweiten Quartal des Jahres 2026 ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,55 Milliarden Euro ausweisen. Dies entspricht einem Zuwachs von 21,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem das Ergebnis deutlich eingebrochen war. Dennoch ist die Stimmung im Unternehmen angespannt, da das Kerngeschäft – die Pkw-Sparte – hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Die Umsatzentwicklung verlief mit einem Rückgang um 3,3 Prozent auf 32 Milliarden Euro moderat. Dass der Gewinn trotz der Absatzprobleme stieg, führen Experten wie Florian Neuhann vom ZDF vor allem auf die Wirksamkeit des eingeleiteten Sparprogramms zurück. Dennoch musste der Konzern aufgrund der anhaltenden Schwäche im Pkw-Bereich seine Prognosen nach unten korrigieren. Statt eines Absatzvolumens auf Vorjahresniveau rechnet das Management nun mit einem leichten Rückgang.

Der chinesische Markt als Sorgenkind

Besonders kritisch ist die Situation in China, dem weltweit wichtigsten Absatzmarkt für den Konzern. Der Absatz von Mercedes-Benz Pkw ging dort im zweiten Quartal um 30 Prozent zurück. Im Vergleich zum Rekordjahr 2021 hat sich der Absatz in der Region mehr als halbiert. Laut Unternehmensangaben ist diese Entwicklung auf ein verschärftes Marktumfeld, intensiven Wettbewerb, einen ungünstigeren Modellmix sowie Anlaufkosten zurückzuführen.

Die Problematik ist dabei kein Einzelfall für Mercedes-Benz. Auch andere deutsche Hersteller wie Volkswagen und BMW stehen vor der Herausforderung, den Absatzrückgang in China zu stoppen. Der Druck durch lokale Anbieter, die oft von staatlicher Unterstützung und niedrigen Preisen profitieren, nimmt für europäische Unternehmen stetig zu.

Sparkurs und interne Spannungen

Angesichts der schwachen Ertragszahlen – bereits 2025 war der Konzerngewinn um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen – hat der Vorstand den Sparkurs weiter verschärft. Zu den Maßnahmen gehört die Verschiebung einer tariflichen Sonderzahlung in das kommende Jahr. Zudem hat der Konzern eine Debatte über die Arbeitskosten in Deutschland angestoßen, indem er forderte, bei gleichbleibender Vergütung das Arbeitspensum zu erhöhen.

Diese Maßnahmen stießen bei der Belegschaft auf erheblichen Widerstand. Anfang Juli kam es zu Protesten tausender Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze bedroht sehen und eine Verlagerung von Tätigkeiten ins Ausland befürchten. Konzernchef Ola Källenius betonte, dass der Fokus für das zweite Halbjahr auf der weiteren Verbesserung der Kostenstruktur und der Produktivität liegen werde.

Stützende Faktoren im Konzerngefüge

Während die Pkw-Sparte unter Druck steht, konnten andere Geschäftsbereiche das Gesamtergebnis stabilisieren. Laut der Unternehmensmitteilung leisteten die Sparten Vans sowie Financial Services einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis. Diese Bereiche fungieren derzeit als Puffer für das schwächelnde Hauptgeschäft.

Für die kommenden Monate bleibt die Lage für den Dax-Konzern herausfordernd. Die Kombination aus einem schwierigen globalen Marktumfeld, dem massiven Absatzdruck in China und dem internen Sanierungsdruck erfordert eine präzise Steuerung durch die Unternehmensführung. Ob die eingeleiteten Sparmaßnahmen ausreichen, um die Profitabilität nachhaltig zu sichern, bleibt abzuwarten, da ein Ende der negativen Entwicklung auf dem chinesischen Markt derzeit nicht in Sicht ist.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/auto-fahrzeug-stamm-baumstamm-18311310/ · Foto: Dextar Studio ™
Quelle: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/mercedes-ergebnis-pkw-absatz-prognose-100.html