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Machtkampf in der FIFA: UEFA spricht über eigene Wettbewerbe
Technik · 10.08.2026 22:40

Machtkampf in der FIFA: UEFA spricht über eigene Wettbewerbe

Kurz: Ein mächtiges Bündnis aus UEFA, AFC und CONCACAF erhöht den Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino und droht mit der Gründung eigener Wettbewerbe.

Ein beispielloser Machtkampf im Weltfußball

Die Führungsebene des internationalen Fußballs steht vor einer Zäsur. Ein Bündnis aus drei der einflussreichsten Kontinentalverbände – der europäischen UEFA, der asiatischen AFC sowie der nord- und mittelamerikanischen CONCACAF – hat eine konzertierte Aktion gegen den amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino gestartet. Mit einem offenen Schreiben, das am 10. August 2026 veröffentlicht wurde, üben die Verbände massiven Druck aus, um einen Führungswechsel an der Spitze des Weltverbandes zu forcieren.

Die Allianz repräsentiert zusammen 136 der insgesamt 211 FIFA-Mitgliedsverbände. Sollte dieses Bündnis geschlossen bleiben, könnte die Amtszeit von Infantino bereits beim nächsten FIFA-Kongress am 18. März 2027 in Rabat enden. Das Ziel der Verbände ist unmissverständlich: Sie drängen den Präsidenten zum Rücktritt, auch wenn sein Name im offiziellen Schreiben nicht explizit genannt wird.

Drohung mit eigenen Wettbewerben

Die Auseinandersetzung hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Ein vertraulicher Zusatz zum offenen Brief, der an einen weiten Verteiler gelangte, deutet auf konkrete Gegenmaßnahmen hin. Demnach haben bereits erste Beratungen stattgefunden, eigene internationale Turniere unter der Ägide der drei Kontinentalverbände zu organisieren.

Dieser Schritt wäre eine direkte Antwort auf die umstrittenen Investorenpläne der FIFA, die bei den Verbänden auf scharfe Ablehnung stoßen. Ziel einer solchen Parallelstruktur wäre es, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten und die Athletinnen und Athleten vor den negativen Auswirkungen eines möglichen Boykotts der FIFA-Wettbewerbe zu schützen. Die Drohkulisse ist damit klar definiert: Die FIFA riskiert bei einer weiteren Blockadehaltung den Verlust ihrer sportlichen Relevanz und ihrer organisatorischen Basis.

Die Nagelprobe: Anstehende Turniere als Zünglein an der Waage

Wie ernst es den Verbänden mit ihren Drohungen ist, wird sich zeitnah bei den anstehenden FIFA-Turnieren zeigen. Die U20-Weltmeisterschaft der Frauen, die im September 2026 in Polen stattfindet, gilt als erster Härtetest für die Geschlossenheit des Bündnisses. Sollte die UEFA einen Boykott ausrufen, stünde der Gastgeber vor einer schwierigen Entscheidung, und die FIFA könnte im schlimmsten Fall ihren Ausrichter verlieren.

Die Rolle der Unterstützer

Nicht alle Verbände folgen dem Kurs der Allianz. Insbesondere der afrikanische Kontinentalverband CAF gilt weiterhin als Rückhalt für Infantino. Eine zentrale Figur ist dabei Marokko, das als einflussreicher Akteur im afrikanischen Fußball gilt und eng mit dem FIFA-Präsidenten verbunden ist. Marokko ist zudem Gastgeber der U17-Frauen-WM im Herbst 2026 und fungiert als Co-Gastgeber der Männer-WM 2030. Dennoch gibt es Berichte, wonach auch innerhalb der 54 afrikanischen Verbände vereinzelt Abweichler existieren, die den Kurs der FIFA kritisch hinterfragen.

Wie geht es weiter?

Die politische Landkarte des Weltfußballs bleibt in Bewegung. Während die drei großen Verbände ihre Front gegen Infantino festigen, richtet sich der Blick nun auf den Ozeanischen Fußballverband (OFC). Dessen elf Mitgliedsverbände könnten durch ihr Stimmgewicht bei kommenden Abstimmungen eine entscheidende Rolle spielen.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Druck auf Infantino ausreicht, um einen Rücktritt vor dem Kongress im März 2027 zu erzwingen, oder ob die FIFA in eine Phase der strukturellen Spaltung steuert. Die Drohung mit eigenen Wettbewerben markiert dabei eine neue Qualität in der Auseinandersetzung, die weit über verbale Kritik hinausgeht und die Grundfesten des aktuellen FIFA-Systems bedroht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-technologie-computer-tastatur-16172593/ · Foto: Sidde
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/machtkampf-in-der-fifa-ein-grosser-tropfen-auf-stein,fifa-infantino-uefa-offener-brief-102.html