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Lehrermangel - Sachsen erwartet mehr Abordnungen von Lehrern
Schlagzeilen · 11.08.2026 14:53

Lehrermangel - Sachsen erwartet mehr Abordnungen von Lehrern

Kurz: Das Sächsische Kultusministerium rechnet mit einem Anstieg bei den Abordnungen von Lehrkräften. Der Lehrermangel zwingt zu dieser Maßnahme.

Verschärfung der Personalsituation an sächsischen Schulen

Das Sächsische Kultusministerium steht vor einer weiteren Herausforderung bei der Unterrichtsabsicherung. Für das kommende Schuljahr prognostiziert die Behörde einen Anstieg bei den sogenannten Abordnungen. Dabei handelt es sich um Lehrkräfte, die ihren eigentlichen Arbeitsort vorübergehend verlassen müssen, um an einer anderen Schule auszuhelfen. Diese Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf den anhaltenden Lehrermangel im Freistaat.

Umfang der Abordnungen im Vorjahresvergleich

Bereits im vorangegangenen Schuljahr war der Bedarf an flexiblem Personaleinsatz hoch. Laut den vorliegenden Berichten waren rund 5.000 Lehrkräfte von Abordnungen betroffen. Dass diese Zahl nun weiter steigen könnte, verdeutlicht den hohen Druck, der auf dem sächsischen Bildungssystem lastet. Die Versetzung an andere Standorte dient primär dazu, den Pflichtunterricht trotz der angespannten Personallage flächendeckend aufrechtzuerhalten.

Kritik von Seiten der Gewerkschaften

Die Praxis der Abordnungen stößt bei Interessenvertretungen auf deutliche Ablehnung. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußert sich besorgt über die Auswirkungen dieser Strategie auf das Kollegium und den Schulbetrieb.

* **Belastung der Lehrkräfte:** Der GEW-Vorsitzende Naumann betonte, dass durch die Abordnungen die ohnehin hohe Arbeitsbelastung der Pädagogen weiter zunehme. Der Wechsel zwischen verschiedenen Standorten erfordere eine hohe Anpassungsfähigkeit und erhöhe den psychischen sowie organisatorischen Druck.

* **Engpässe an Stammschulen:** Ein weiterer kritischer Punkt ist die Entblößung der ursprünglichen Einsatzorte. Wenn Lehrkräfte an andere Schulen abgeordnet werden, entstehen an ihren Stammschulen neue Personallücken, die den dortigen Unterrichtsbetrieb gefährden können.

Hintergrund und Perspektiven

Der Einsatz von Abordnungen ist ein klassisches Instrument der Schulverwaltung, um kurzfristige oder strukturelle Vakanzen auszugleichen. Dennoch bleibt die Maßnahme in der aktuellen Situation ein Symptom für die grundlegende Knappheit an qualifiziertem Personal in Sachsen.

Die Debatte über die richtige Strategie zur Bewältigung des Lehrermangels bleibt damit ein zentrales Thema der sächsischen Bildungspolitik. Während das Ministerium die Abordnungen als notwendiges Mittel zur Sicherung der Unterrichtsversorgung betrachtet, sehen Gewerkschaften darin eine Belastungsgrenze, die bereits überschritten sei. Für die betroffenen Lehrkräfte bedeutet dies eine fortwährende Unsicherheit hinsichtlich ihres Einsatzortes, während die Schulen mit einer komplexen Personalplanung konfrontiert bleiben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/trefffurt-30627289/ · Foto: Christina & Peter
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/sachsen-erwartet-mehr-abordnungen-von-lehrern-100.html