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Lampertheim: Mordprozess um getöteten 36-Jährigen am Landgericht Darmstadt gestartet
Regional · 06.08.2026 12:14

Lampertheim: Mordprozess um getöteten 36-Jährigen am Landgericht Darmstadt gestartet

Kurz: Vor dem Landgericht Darmstadt hat der Mordprozess um einen getöteten 36-Jährigen aus Lampertheim begonnen. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

Prozessauftakt am Landgericht Darmstadt

Fast zehn Monate nach der gewaltsamen Tat in Lampertheim (Kreis Bergstraße) hat am Landgericht Darmstadt die juristische Aufarbeitung begonnen. Ein 43-jähriger Mann aus Calw in Baden-Württemberg muss sich seit Donnerstag wegen Mordes verantworten. Die Anklage der Staatsanwaltschaft wiegt schwer: Dem Mann wird vorgeworfen, am 22. Oktober des vergangenen Jahres einen langjährigen Bekannten in dessen eigenem Wohnhaus getötet zu haben.

Der Tathergang aus Sicht der Anklage

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte das spätere Opfer unter dem Vorwand eines Gesprächs in das Haus gelockt haben. In der Folge soll es zu einem unvermittelten und plötzlichen Messerangriff gekommen sein. Die dabei zugefügten Verletzungen endeten für den 36-Jährigen tödlich. Eine durchgeführte Obduktion bestätigte den Verdacht eines Tötungsdelikts durch Stich- und Schnittverletzungen.

Zum Prozessauftakt äußerte sich der Beschuldigte, der sich bereits seit Anfang November in Untersuchungshaft befindet, nicht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Er verweigerte vorerst die Aussage.

Die Rolle der Zeugenaussagen

Als erster Zeuge trat der Vater des Getöteten vor das Gericht. Seine Schilderungen verdeutlichten das Ausmaß der Tragödie. Da der 36-Jährige über einen längeren Zeitraum weder auf Anrufe reagierte noch persönlich erreichbar war, begab sich der Vater auf die Suche nach seinem Sohn. Er fand ihn schließlich leblos im Keller des Wohnhauses auf – mehrere Tage nach dem eigentlichen Tatzeitpunkt.

Besonders belastend für die Angehörigen ist die Ungewissheit über die Hintergründe. Der Vater verlas vor Gericht die letzte WhatsApp-Nachricht seines Sohnes, in der dieser einen Besuch bei ihm angekündigt hatte – ein Treffen, das nie stattfinden konnte.

Offene Fragen zum Motiv

Ein zentraler Punkt des Verfahrens bleibt das Motiv. Da sich Täter und Opfer nach Angaben der Ermittlungsbehörden bereits seit vielen Jahren kannten, stellt sich die Frage nach dem Auslöser für die tödliche Gewalt. Bisher konnten die Ermittler keine klaren Hintergründe identifizieren, die zu der Tat geführt haben könnten. Die Klärung dieser Frage wird für den weiteren Verlauf des Prozesses von entscheidender Bedeutung sein.

Ausblick auf das Verfahren

Das Landgericht Darmstadt hat für die Hauptverhandlung zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. Die Beweisaufnahme soll bis Mitte August abgeschlossen sein. Ob sich der Angeklagte im weiteren Verlauf des Prozesses noch zu den Anschuldigungen äußern wird, bleibt abzuwarten. Die juristische Aufarbeitung wird zeigen, ob die Indizien für eine Verurteilung wegen Mordes ausreichen und welche weiteren Details aus der langjährigen Bekanntschaft der beiden Männer ans Licht kommen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/polizei-notfall-lichter-notfahrzeugbeleuchtung-nahansicht-14591006/ · Foto: Connor Scott McManus
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-lampertheim-mordprozess-um-getoeteten-36-jaehrigen-am-landgericht-darmstadt-gestartet-100.html