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?Kassel vereint“-Wandgemälde entsteht an Frankfurter Straße
Regional · 03.09.2026 14:12

?Kassel vereint“-Wandgemälde entsteht an Frankfurter Straße

Kurz: An der Frankfurter Straße entsteht ein monumentales Wandgemälde, das die Kasseler Sportvereine MT Melsungen, Kassel Huskies und KSV Hessen künstlerisch vereint.

Ein neues Wahrzeichen für den Kasseler Sport

In den kommenden Wochen wird das Stadtbild von Kassel um ein monumentales Kunstwerk bereichert, das weit über die Grenzen der lokalen Sportwelt hinausstrahlen soll. Unter dem Motto „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ entsteht an der markanten Kreuzung zur Frankfurter Straße ein riesiges Wandgemälde. Das Projekt mit dem Titel „Kassel vereint“ verfolgt das Ziel, die oft rivalisierende Fankultur der Stadt auf einer künstlerischen Ebene zusammenzuführen. Auf einer Fläche von nahezu 200 Quadratmetern wird eine Hausfassade in ein visuelles Statement verwandelt, das die Vereinsfarben der drei großen Kasseler Top-Klubs – MT Melsungen, Kassel Huskies und KSV Hessen – in sich vereint. Die Initiative für dieses ambitionierte Unterfangen ging direkt vom Kasseler Oberbürgermeister Sven Schoeller sowie dem lokalen Verein KolorCubes aus. Um die künstlerische Umsetzung auf höchstem Niveau zu gewährleisten, wurde das renommierte Künstlerduo PichiAvo aus Barcelona verpflichtet. Die beiden Künstler sind international für ihre einzigartige Formensprache bekannt, die klassische Bildmotive mit moderner urbaner Kunst verschmilzt. Das Wandbild soll nicht nur die sportliche Identität der Stadt unterstreichen, sondern auch als dauerhaftes Symbol für den Zusammenhalt in der Region dienen, das weit über die unmittelbaren Spielfelder und die Emotionen in den Zuschauerrängen hinausreicht.

Details zum Projekt und den Akteuren

Das Gebäude an der Adresse Frankfurter Straße 141 bildet den Rahmen für dieses Vorhaben. Die Wahl des Standorts ist dabei kein Zufall: Das Haus befindet sich in einer der am stärksten frequentierten Lagen der Stadt und liegt in direkter Nachbarschaft zu den zentralen Sportstätten, dem Auestadion und der Probonio-Arena. Die denkmalgeschützte Fassade des Gebäudes war in der Vergangenheit leider wiederholt Ziel von Vandalismus und illegalen Graffiti-Schmierereien, was den Zustand des Objekts beeinträchtigte. Durch das neue Wandgemälde soll die Fassade nicht nur ästhetisch aufgewertet, sondern auch vor weiteren Beschädigungen geschützt werden. Dustin Schenk vom Verein KolorCubes betont, dass der Ort die nötige Relevanz und Strahlkraft mitbringe, um dem Kunstwerk den gebührenden Rahmen zu verleihen. Ein zentrales Element des Motivs wird das Porträt des Herkules sein, dem Wahrzeichen der Stadt Kassel. Die Vorbereitungsarbeiten an der Fassade sind bereits angelaufen, sodass PichiAvo Mitte September mit der eigentlichen künstlerischen Gestaltung beginnen können. Die Fertigstellung des Werks ist für Ende September geplant. Finanziert wird das Projekt maßgeblich durch die Stadt Kassel, unterstützt von der Kasseler Sparkasse sowie den privaten Hauseigentümern. Bei der offiziellen Vorstellung des Projekts waren neben Oberbürgermeister Sven Schoeller auch Vertreter der beteiligten Vereine anwesend, darunter Derek Dinger von den Kassel Huskies, Daniel Bettermann vom KSV Hessen Kassel und Andreas Mohr von der MT Melsungen, sowie Jan Koschella von der I.B.B.-Hausverwaltungs GmbH.

Der Hintergrund: Sportliche Identität und Stadtentwicklung

Die Idee zu „Kassel vereint“ entspringt dem Wunsch, die sportliche Vielfalt Kassels als verbindendes Element der Stadtgesellschaft zu betonen. Oberbürgermeister Sven Schoeller unterstreicht, dass die drei Top-Clubs – der Handball-Bundesligist MT Melsungen, der Eishockey-Club Kassel Huskies und der Fußball-Traditionsverein KSV Hessen Kassel – für sportliche Spitzenleistungen stehen, die regelmäßig tausende Menschen begeistern. Das Wandgemälde soll diesen Gedanken in ein weithin sichtbares Zeichen übersetzen. Die Verbindung von klassischer Kunst und urbaner Streetart spiegelt dabei den Anspruch wider, Tradition mit Moderne zu verknüpfen. Dass der Herkules als zentrales Motiv gewählt wurde, unterstreicht die tiefe Verwurzelung des Projekts in der lokalen Identität. Für die Stadt Kassel ist dies ein weiterer Schritt in der Förderung der Streetart-Szene. Schon in der Vergangenheit wurden zahlreiche Werke im Stadtgebiet umgesetzt, die nun in einem kostenlosen Audio-Guide der cdw-Stiftung zusammengefasst sind. Dieser Guide ist über das Internet oder die App izi.TRAVEL abrufbar und bietet Interessierten die Möglichkeit, die künstlerische Vielfalt Kassels auf eigene Faust zu erkunden. Das neue Wandbild an der Frankfurter Straße wird sich nahtlos in diese Reihe einfügen und den Eingangsbereich zu den Sportstätten markant aufwerten.

Die Perspektiven der beteiligten Vereine

Die beteiligten Sportvereine äußerten sich durchweg positiv über das Projekt und die damit verbundene Symbolik. Andreas Mohr, Vorstandssprecher der MT Melsungen, hob hervor, dass Kassel für den Handball-Club wie ein zweites Zuhause sei. Er verwies auf den geplanten Umzug in die Probonio-Arena im Sommer 2027, durch den die räumliche Nähe zu den Huskies und dem KSV noch deutlicher werde. Das Kunstwerk sei daher ein idealer Vorbote für diese engere Zusammenarbeit in der Region. Auch Derek Dinger, Geschäftsführer der Kassel Huskies, betonte die Bedeutung des Herkules als Symbol für Heimat, Identität und Zusammenhalt. Er freue sich, dass der Verein Teil eines Projekts sei, das den Kasseler Sport sichtbar zusammenführe und ein dauerhaftes Zeichen für die Region setze. Daniel Bettermann, Vorstandsmitglied des KSV Hessen Kassel, ergänzte, dass der Herkules nun genau dorthin komme, wo die Emotionen der Fankultur zu Hause seien. Das Wandbild werde jeden Besucher am zentralen Eingangsbereich zum Auestadion willkommen heißen und die Bedeutung der Sportstätten für die Stadt unterstreichen. Die Einigkeit der Vereine in diesem Projekt wird von den Verantwortlichen als starkes Signal für ein respektvolles Miteinander und sportlichen Ehrgeiz gewertet.

Einordnung der Bedeutung für den öffentlichen Raum

Einzuordnen ist das Projekt als bewusste Aufwertung des öffentlichen Raums durch kuratierte Kunst. Den Berichten zufolge dient das Wandgemälde nicht nur der Verschönerung, sondern fungiert als identitätsstiftendes Element, das die soziale Funktion von Sportvereinen in den Fokus rückt. Die Entscheidung, ein international renommiertes Duo wie PichiAvo zu engagieren, deutet darauf hin, dass die Stadt Kassel einen hohen künstlerischen Anspruch verfolgt. Die Kombination aus der historischen Figur des Herkules und der modernen Streetart-Ästhetik lässt sich als Versuch deuten, die Brücke zwischen Kassels langer Tradition und einer lebendigen, modernen Stadtkultur zu schlagen. Dass dabei die Rivalität der Fankulturen explizit als „in der Sache vereint“ adressiert wird, ist ein diplomatischer Ansatz, um das Miteinander in der Stadt zu fördern. Die finanzielle Beteiligung der Stadt Kassel sowie der Kasseler Sparkasse zeigt zudem, dass das Projekt als investitionswürdig für das Stadtmarketing und die soziale Kohäsion betrachtet wird. Die Einbindung der Hauseigentümer und der Hausverwaltung unterstreicht zudem den kooperativen Ansatz bei der Sanierung und Gestaltung privater Fassaden im öffentlichen Interesse.

Offene Fragen und verbleibende Lücken

Obwohl das Projekt „Kassel vereint“ detailliert vorgestellt wurde, bleiben einige Aspekte im Quelltext unbeantwortet. So wird nicht explizit dargelegt, wie hoch die Gesamtkosten des Projekts sind und in welchem prozentualen Verhältnis die Finanzierung zwischen der Stadt Kassel, der Kasseler Sparkasse und den privaten Hauseigentümern aufgeteilt ist. Auch bleibt unklar, ob das Wandgemälde über eine spezielle Beschichtung verfügt, um es langfristig vor erneuten Graffiti-Attacken zu schützen, oder ob die Instandhaltung des Werks in den kommenden Jahren durch die Stadt oder die Eigentümer gewährleistet wird. Zudem werden keine Informationen darüber gegeben, ob es bei der Auswahl des Motivs oder der Künstler einen öffentlichen Beteiligungsprozess gab oder ob die Entscheidung exklusiv durch den Verein KolorCubes und die Stadtverwaltung getroffen wurde. Auch die konkrete Dauer der künstlerischen Arbeit vor Ort wird nur vage mit „Mitte September“ bis „Ende September“ eingegrenzt, ohne einen exakten Zeitplan für die einzelnen Phasen der Fassadengestaltung zu nennen. Schließlich bleibt offen, ob das Projekt als Pilot für weitere ähnliche Fassadengestaltungen an anderen Standorten in Kassel dienen soll oder ob es eine einmalige Aktion an diesem spezifischen Knotenpunkt bleibt.

Ausblick auf die kommenden Schritte

Die nächsten Schritte sind klar definiert: Nach der Vorbereitung der Fassade wird das Künstlerduo PichiAvo ab Mitte September mit der Umsetzung des Motivs beginnen. Die Öffentlichkeit kann den Fortschritt der Arbeiten an der Frankfurter Straße 141 in den folgenden zwei Wochen direkt vor Ort verfolgen. Mit der geplanten Fertigstellung Ende September wird das Werk offiziell in den Bestand der Kasseler Streetart-Kunstwerke aufgenommen. Es ist davon auszugehen, dass das Wandbild nach seiner Vollendung in die bestehenden digitalen Angebote, wie den Audio-Guide der cdw-Stiftung, integriert wird, um Besuchern und Einheimischen die Hintergründe des Werks näherzubringen. Weitere Termine für eine offizielle Einweihung oder begleitende Veranstaltungen wurden im Rahmen der Pressemitteilung bisher nicht genannt. Die Beteiligten blicken jedoch bereits auf den Sommer 2027, wenn durch den Umzug der MT Melsungen in die Probonio-Arena die räumliche Konzentration der Sportstätten und damit die symbolische Bedeutung des Standorts an der Frankfurter Straße noch weiter an Relevanz gewinnen wird. Bis dahin bleibt das Wandgemälde ein sichtbares Zeichen für den Zusammenhalt der Sportstadt Kassel.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kalt-madchen-mauer-wand-14925510/ · Foto: Valentin Angel Fernandez
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/september/kasselvereint.php