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Interne Sorge bei Google: Mitarbeiter befürchten Rückstand im KI-Rennen
Technik · 26.07.2026 10:35

Interne Sorge bei Google: Mitarbeiter befürchten Rückstand im KI-Rennen

Kurz: Interne Unruhe bei Google: Verzögerungen bei Gemini 3.5 Pro schüren Sorgen vor einem technologischen Rückstand gegenüber der Konkurrenz wie OpenAI und Anthropic

Verzögerungen bei Gemini 3.5 Pro sorgen für interne Unruhe

Das KI-Modell Gemini 3.5 Pro sollte nach der Vorstellung auf der Google I/O im Mai 2026 bereits im Juli desselben Jahres erscheinen. Doch der Zeitplan konnte nicht eingehalten werden. Aktuell gibt es keinen verbindlichen Termin für die Veröffentlichung. Berichten zufolge liegt der Grund für die Verschiebung darin, dass die Leistungsfähigkeit des Modells hinter den internen Erwartungen zurückbleibt.

Qualitätsprobleme im Vergleich zur Konkurrenz

Besonders im Bereich der Programmierung zeigt sich das Modell laut anonymen Mitarbeitern weniger wettbewerbsfähig als die Lösungen von Wettbewerbern wie Anthropic oder OpenAI. Obwohl Google Ende Juni 2026 die Trainingsdaten aktualisiert hat, um die Fähigkeiten von Gemini 3.5 Pro gezielt zu verbessern, werden die erzielten Ergebnisse von internen Quellen weiterhin als unterwältigend beschrieben.

Bürokratie und interne Machtstrukturen als Wachstumsbremse

Die Stimmung innerhalb der Belegschaft ist angespannt. Viele Mitarbeiter befürchten, dass Google im globalen KI-Wettlauf den Anschluss verlieren könnte. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die Rückkehr zu komplexen internen Strukturen:

  • **Ende des „Code Red“:** Nach der Veröffentlichung von ChatGPT im Jahr 2022 hatte Google einen internen Alarmzustand ausgerufen, der bürokratische Hürden abbaute. Dieser Status wurde mittlerweile aufgehoben.
  • **Fragmentierte Zuständigkeiten:** KI ist heute wieder ein Bereich unter vielen. Verschiedene Abteilungen haben Mitspracherechte bei Zielen und Ressourcen, was die Entwicklung verlangsamt.
  • **Konkurrenz um Ressourcen:** Teams kämpfen um begrenzte Rechenkapazitäten. Zudem ist der Zugriff auf externe KI-Tools wie Claude von Anthropic stark reglementiert und meist nur Forschungsteams vorbehalten.

Googles Strategie und Gegenmaßnahmen

Das Unternehmen betont auf Anfrage, dass man eine breite Palette an Modellen verfolge, die für Kunden kosteneffizient seien. Man befinde sich derzeit in einer Testphase mit ausgewählten Partnern und stehe im Austausch mit der US-Regierung, um Sicherheitsrichtlinien für KI-Modelle zu etablieren.

Um die interne Effizienz zu steigern, hat das Management bereits erste Schritte eingeleitet:

  • **Konsolidierung:** Der Chief-AI-Architect Koray Kavukcuoglu arbeitet an der Zusammenführung der Coding-Tools, um diese für mehr Entwickler zugänglich zu machen.
  • **Automatisierung:** Die Richtlinien wurden angepasst. Mittlerweile werden etwa 75 Prozent des gesamten Unternehmenscodes von KI generiert, wobei menschliche Entwickler lediglich die abschließende Prüfung und Freigabe übernehmen.

Die aktuelle Situation verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen große Technologiekonzerne stehen, wenn sie versuchen, agile KI-Entwicklung in bestehende, komplexe Unternehmensstrukturen zu integrieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen, um Gemini 3.5 Pro auf das angestrebte Leistungsniveau zu heben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hande-laptop-hauptplatine-gerat-10558598/ · Foto: Elias Gamez
Quelle: https://t3n.de/news/google-gemini-3-5-pro-verzoegerung-mitarbeiter-frust-1753614/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed