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Immer mehr Mädchen mit Essstörung in Kliniken
Schlagzeilen · 11.08.2026 18:57

Immer mehr Mädchen mit Essstörung in Kliniken

Kurz: Die Zahl der stationären Behandlungen wegen Essstörungen bei Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren hat sich innerhalb von zwei Jahrzehnten verdoppelt.

Ein besorgniserregender Anstieg bei Jugendlichen

Die psychische Gesundheit junger Menschen rückt zunehmend in den Fokus der medizinischen Statistik. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zeichnen ein alarmierendes Bild: Die Anzahl der Mädchen im Alter von zehn bis 17 Jahren, die aufgrund einer Essstörung stationär in einem Krankenhaus behandelt werden mussten, hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Während im Jahr 2004 noch rund 2.800 Fälle verzeichnet wurden, stieg diese Zahl bis zum Jahr 2024 auf etwa 6.000 Behandlungen an.

Dieser Zuwachs verdeutlicht eine Verschiebung innerhalb der klinischen Patientengruppen. Der Anteil der zehn- bis 17-jährigen Mädchen an allen wegen Essstörungen behandelten Personen stieg im selben Zeitraum von 24,9 Prozent auf 48,1 Prozent. Damit machen diese Altersgruppe mittlerweile fast die Hälfte aller stationären Fälle in diesem Bereich aus.

Häufigste Diagnosen: Magersucht und Bulimie

Die medizinische Einordnung der Fälle zeigt, dass insbesondere zwei Krankheitsbilder dominieren. Im Jahr 2024 entfielen 9.000 der insgesamt 12.400 stationären Behandlungen auf die Diagnose Magersucht. An zweiter Stelle folgt die Ess-Brech-Sucht, medizinisch als Bulimie bezeichnet, mit 1.300 Fällen.

Betrachtet man die Entwicklung über alle Altersgruppen hinweg, zeigt sich eine deutliche Geschlechterdiskrepanz. Frauen sind signifikant häufiger von stationären Aufenthalten aufgrund von Essstörungen betroffen als Männer. Vor zwei Jahren lag der Frauenanteil bei 92,9 Prozent, was einen Anstieg gegenüber dem Jahr 2004 bedeutet, als dieser Wert bei 88,5 Prozent lag.

Kontext und gesellschaftliche Einflüsse

Die Gesamtzahl der stationären Behandlungen wegen Essstörungen wuchs zwischen 2023 und 2024 um 2,2 Prozent auf insgesamt 12.400 Fälle an. Experten diskutieren in diesem Zusammenhang verstärkt über die Rolle von sozialen Medien und digitalen Trends. Die Verherrlichung von extremem Dünnsein sowie die Romantisierung von Kalorienzählen werden als kritische Faktoren identifiziert, die den Druck auf junge Menschen erhöhen können. Plattformen, die unter Begriffen wie „SkinnyTok“ bekannt geworden sind, stehen hierbei häufig in der Kritik, da sie unrealistische Schönheitsideale vermitteln und potenziell krankheitsförderlich wirken können.

Hintergrund und weitere Entwicklungen

Der Anstieg bei den Essstörungen ist Teil eines breiteren Trends, bei dem Kinder und Jugendliche immer häufiger aufgrund psychischer Probleme in Kliniken aufgenommen werden. Depressionen stellen hierbei eine der häufigsten Ursachen dar. Die Zunahme der stationären Aufenthalte wirft Fragen zur Prävention und zur psychologischen Unterstützung in der Gesellschaft auf.

Die Daten des Statistischen Bundesamtes dienen als Grundlage, um die Dringlichkeit der Situation zu unterstreichen. Die Entwicklung verdeutlicht, dass Essstörungen bei jungen Mädchen kein isoliertes Phänomen sind, sondern eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitssystem darstellen. Die weitere Beobachtung dieser Zahlen bleibt essenziell, um die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen und den Bedarf an therapeutischen Kapazitäten besser einschätzen zu können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/konsultation-des-medizinischen-teams-in-tinduf-algerien-30313899/ · Foto: Mahyub Hamida
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/essstoerung-maedchen-krankenhaus-verdoppelt-100.html