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Immer mehr E-Scooter – aber weniger Leihgeräte
Technik · 10.08.2026 10:29

Immer mehr E-Scooter – aber weniger Leihgeräte

Kurz: Die Zahl der E-Scooter in Deutschland wächst rasant, doch der Trend verschiebt sich: Immer mehr Menschen setzen auf eigene statt auf geliehene Fahrzeuge.

Ein Wandel in der urbanen Mobilität

Die Elektromobilität auf zwei Rädern erlebt in Deutschland einen deutlichen Aufschwung. Aktuellen Daten des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) zufolge hat sich die Anzahl der versicherten E-Scooter innerhalb der letzten drei Jahre mehr als verdoppelt. Im Jahr 2025 waren insgesamt knapp 1,66 Millionen dieser Kleinstfahrzeuge offiziell für den Straßenverkehr zugelassen. Ein Vergleich zum Vorjahr zeigt ein Plus von rund 320.000 Einheiten.

Interessant ist dabei die Verschiebung innerhalb der Nutzergruppen: Während die Anzahl der privat erworbenen E-Scooter von 1,01 Millionen auf 1,34 Millionen angestiegen ist, verzeichnet der Sektor der Leihgeräte einen Rückgang. Diese sank im selben Zeitraum von 331.000 auf 300.000 Fahrzeuge. E-Scooter haben sich somit als festes Verkehrsmittel für kurze Distanzen etabliert, wobei der Trend offenbar weg von der spontanen Miete hin zum eigenen Eigentum führt.

Sicherheit und Unfallgeschehen im Fokus

Mit der zunehmenden Verbreitung der Fahrzeuge steigt jedoch auch die Zahl der Zwischenfälle im Straßenverkehr. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes, die vom GDV ausgewertet wurden, ereigneten sich im Jahr 2025 insgesamt 16.496 Unfälle mit E-Scootern, bei denen Personen zu Schaden kamen. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Jahr 2022 dar, in dem noch 8.341 Unfälle mit Personenschaden registriert wurden. Im Jahr 2025 kamen zudem 38 Menschen bei solchen Unfällen ums Leben.

Die Versicherungsstatistiken offenbaren zudem ein Gefälle bei der Schadenhäufigkeit zwischen privaten und gewerblichen Nutzern. Mietgeräte weisen eine mehr als doppelt so hohe Schadensquote auf wie privat genutzte Roller: Auf 1.000 versicherte Mietgeräte entfielen 13 Haftpflichtschäden, während es bei den Privatgeräten lediglich sechs Schadensfälle pro 1.000 Versicherungen waren.

Ursachenforschung und Verhaltensunterschiede

Die Unfallforschung des GDV deutet auf signifikante Unterschiede im Nutzungsverhalten hin. Besitzer eigener E-Scooter nutzen ihre Fahrzeuge häufiger, greifen jedoch öfter zu Schutzmaßnahmen wie dem Helm und meiden das Fahren auf Gehwegen. Bei Mietnutzern hingegen scheint das Risiko für Fehlverhalten, etwa das Fahren zu zweit oder die Nutzung von Gehwegen, höher zu sein.

Ein weiteres Problem stellt der Alkoholkonsum dar. Viele junge Nutzer sind sich der geltenden Regeln nicht ausreichend bewusst. Insbesondere für Personen unter 21 Jahren gilt ein striktes Alkoholverbot. Verstöße gegen diese Regelung ziehen nicht nur Bußgelder nach sich, sondern können auch den Erwerb des späteren Führerscheins gefährden.

Forderungen für mehr Verkehrssicherheit

Angesichts der steigenden Unfallzahlen fordern Experten ein Umdenken. Der GDV appelliert an die Verleiher, konsequenter gegen Verstöße vorzugehen. Dazu gehören Maßnahmen gegen das Fahren unter Alkoholeinfluss, das Befahren von Gehwegen und die verbotene Nutzung durch mehrere Personen gleichzeitig.

Zusätzlich wird eine verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen angeregt, um das Bewusstsein für die geltenden Verkehrsregeln frühzeitig zu schärfen. Da E-Scooter aufgrund ihrer kompakten Bauweise und vergleichsweise günstigen Anschaffung für viele attraktiv bleiben, wird die Bedeutung einer klaren Regulierung und eines rücksichtsvollen Miteinanders im öffentlichen Raum weiter zunehmen. Die Versicherungsbranche betont, dass mit der wachsenden Fahrzeugdichte die Notwendigkeit für ein sicheres und regelkonformes Verhalten auf den Straßen in den Vordergrund rückt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/elektroroller-parken-auf-der-frankfurter-strasse-36696336/ · Foto: Christina & Peter
Quelle: https://www.heise.de/news/Immer-mehr-E-Scooter-aber-weniger-Leihgeraete-11405082.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag