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Hockey-Bund entlässt Bundestrainerin Schopman
Sport · 29.08.2026 15:04

Hockey-Bund entlässt Bundestrainerin Schopman

Kurz: Der Deutsche Hockey-Bund hat sich mit sofortiger Wirkung von Bundestrainerin Janneke Schopman getrennt. Die Entscheidung folgt auf ein enttäuschendes WM-Ergebni

Ein Paukenschlag im deutschen Hockey

Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) hat am Samstag, den 29. August 2026, eine weitreichende personelle Entscheidung getroffen. Die niederländische Bundestrainerin Janneke Schopman wurde mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben als Verantwortliche für die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Frauen entbunden. Diese Nachricht verbreitete sich am Samstagnachmittag schnell, nachdem der Verband die Trennung offiziell bekannt gegeben hatte. Auslöser für diesen Schritt ist das enttäuschende Abschneiden der deutschen Auswahl bei der Weltmeisterschaft, die in Belgien und den Niederlanden ausgetragen wurde. Die Mannschaft beendete das Turnier lediglich auf dem sechsten Rang, was den Erwartungen des Verbandes in keiner Weise entsprach. Die Entscheidung markiert das Ende einer Amtszeit, die erst im November 2024 begonnen hatte. Der DHB zieht damit die Konsequenzen aus einer sportlichen Entwicklung, die nach Ansicht der Verbandsführung nicht den gewünschten Fortschritt genommen hat. Während der Verband nun vor der Herausforderung steht, zeitnah eine neue sportliche Leitung zu finden, hat die Entlassung bereits eine intensive Debatte innerhalb der Hockey-Szene ausgelöst.

Die sportliche Bilanz und der Rahmen der Entscheidung

Die sportlichen Fakten des jüngsten Turniers sind eindeutig: Die deutsche Mannschaft verpasste bei der Weltmeisterschaft das Halbfinale, nachdem sie in der Zwischenrunde lediglich den dritten Platz belegt hatte. Im abschließenden Platzierungsspiel gegen Indien unterlag das Team mit 1:3, was den sechsten Platz in der Endabrechnung bedeutete. Diese Platzierung war für den DHB der Anlass, die Zusammenarbeit mit der 48-jährigen Niederländerin zu beenden. Dabei betonten die Verantwortlichen, dass die Entscheidung nicht isoliert auf das WM-Turnier zurückzuführen sei. Sportdirektor Martin Schultze erklärte gegenüber MagentaTV, dass der Verband mit der generellen Entwicklung der Mannschaft nicht zufrieden sei. Man habe sich mit Blick auf den nächsten großen Zyklus, der auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ausgerichtet ist, zu diesem radikalen Schnitt entschieden. Schopman, die selbst auf eine illustre Karriere als Spielerin zurückblicken kann – unter anderem mit Gold bei Olympia 2008 sowie diversen Welt- und Europameistertiteln –, konnte die hohen Erwartungen in der deutschen Struktur letztlich nicht erfüllen. Trotz des Gewinns der Silbermedaille bei der Europameisterschaft 2025 reichte die sportliche Bilanz nicht aus, um das Vertrauen des Verbandes langfristig zu sichern.

Der Weg zur Trennung und die Vorgeschichte

Janneke Schopman hatte das Amt der Bundestrainerin im November 2024 übernommen. Sie trat damit die Nachfolge von Valentin Altenburg an, der sein Amt nach den Olympischen Spielen in Paris im Herbst 2024 niedergelegt hatte. Der Übergang von Altenburg zu Schopman sollte einen neuen Impuls für das deutsche Team setzen. Die Niederländerin brachte umfangreiche Erfahrungen aus ihrer Heimat sowie aus ihrer Tätigkeit als Trainerin der indischen Frauen-Nationalmannschaft mit. Dennoch zeigte sich im Laufe der vergangenen Monate, dass die Integration in das deutsche System und die Umsetzung ihrer sportlichen Philosophie auf Schwierigkeiten stießen. Der Verband bewertet die Entwicklung der Mannschaft als unzureichend, was nun in der vorzeitigen Trennung mündete. Einzuordnen ist das so, dass der DHB offenbar eine Diskrepanz zwischen den strategischen Zielen für den Olympia-Zyklus 2028 und der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Mannschaft unter Schopmans Führung sah. Der Druck, im internationalen Vergleich wieder dauerhaft in die absolute Weltspitze zurückzukehren, scheint die Entscheidung maßgeblich beeinflusst zu haben.

Kritik aus dem Umfeld der Nationalmannschaft

Die Entscheidung des DHB stößt nicht bei allen Beteiligten auf Zustimmung. Ehemalige Nationalspielerinnen äußerten sich kritisch zu dem Rauswurf. Anne Schröder bezeichnete den Zeitpunkt der Entlassung als äußerst ungünstig, insbesondere für eine Mannschaft, die sich derzeit in einem laufenden Prozess befinde. Noch deutlicher wurde Charlotte Stapenhorst. Sie hält die Entscheidung kurz vor der in einem Jahr anstehenden Olympia-Qualifikation für nicht nachvollziehbar. Stapenhorst kritisierte zudem die Herangehensweise des Verbandes: Man könne nicht eine Trainerin aus dem Ausland verpflichten, sie in eine spezifische deutsche Struktur einbetten und nach nur neun Monaten feststellen, dass das Ergebnis nicht den Vorstellungen entspreche. Sie mahnte an, dass der Verband und das Umfeld beginnen müssten, kritischer mit sich selbst ins Gericht zu gehen, anstatt die Verantwortung allein bei der Trainerin zu suchen. Diese Stimmen verdeutlichen, dass die Entscheidung innerhalb der Hockey-Community durchaus kontrovers diskutiert wird und die interne Kommunikation des Verbandes vor Herausforderungen stellt.

Offene Fragen und der Blick in die Zukunft

Trotz der klaren Entscheidung des DHB bleiben einige Fragen unbeantwortet. Der Verband hat bisher keine Angaben dazu gemacht, wer die Nachfolge von Janneke Schopman antreten soll. Es ist unklar, ob bereits Kandidaten in der engeren Auswahl stehen oder ob eine Interimslösung angestrebt wird. Auch wie der Übergangsprozess für die Spielerinnen gestaltet werden soll, um die Vorbereitung auf die kommenden Qualifikationsturniere nicht zu gefährden, bleibt offen. Der Verband hat sich dazu noch nicht geäußert. Ebenso wenig ist bekannt, welche spezifischen strukturellen Veränderungen der DHB plant, um die von Sportdirektor Schultze bemängelte Entwicklung der Mannschaft zu korrigieren. Fest steht lediglich, dass der Fokus nun voll auf den Vorbereitungen für Los Angeles 2028 liegt. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie der DHB die Lücke auf der Trainerbank füllt und ob die Kritik der ehemaligen Spielerinnen zu einem Umdenken innerhalb der Verbandsführung führt. Die Suche nach einer neuen sportlichen Leitung dürfte nun höchste Priorität haben, um die Stabilität des Kaders angesichts der anstehenden Qualifikationsphase zu gewährleisten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/intensive-eishockeyspiel-action-in-buenos-aires-38554233/ · Foto: Gera Cejas
Quelle: https://www.sportschau.de/hockey/hockey-bund-entlaesst-bundestrainerin-schopman,hockey-bundestrainerin-100.html