Kontinuität an der Spitze des deutschen Eisschnelllaufs
Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) setzt bei der sportlichen Leitung ein deutliches Zeichen: Die mehrfache Olympiasiegerin Claudia Pechstein übernimmt langfristig die Verantwortung als Bundestrainerin für den Bereich Mehrkampf. Diese Entscheidung markiert den Übergang von einer zunächst temporären Lösung hin zu einer festen, strategischen Besetzung an der Spitze des Verbandes.
Begründung der Personalentscheidung
Der Verband unterstreicht mit dieser Wahl die fachliche Expertise der ehemaligen Spitzenathletin. In einer offiziellen Mitteilung verwies die DESG auf Pechsteins außergewöhnlich lange und international erfolgreiche Laufbahn. Diese objektiven Qualifikationsmerkmale seien ausschlaggebend dafür gewesen, sie als prädestinierte Persönlichkeit für die Allround-Position zu identifizieren. Der Verband bewertet ihren fachlichen Hintergrund als einen entscheidenden Faktor für die künftige Ausrichtung des Mehrkampf-Bereichs.
Hintergrund der Ernennung
Die langfristige Berufung folgt auf eine Phase der kommissarischen Tätigkeit. Bereits im Mai 2026 hatte Pechstein das Amt interimistisch übernommen, nachdem ihr Vorgänger, der Franzose Alexis Contin, den Verband verlassen hatte. Contin kehrte in seine Heimat zurück, um dort die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2030 zu leiten. Ursprünglich war für Pechstein eine kommissarische Amtszeit bis zum Jahresende vorgesehen, die nun in eine dauerhafte Anstellung überführt wurde.
Neuaufstellung des Trainerstabs
Mit der langfristigen Bindung von Pechstein einher geht eine umfassende Neuordnung der Trainerstruktur innerhalb der DESG:
* **Sprint-Bereich:** Paweł Abratkiewicz wurde als neuer Bundestrainer für den Sprint verpflichtet.
* **Stützpunkt Inzell:** Da Pechstein zu Beginn ihrer Tätigkeit eine Doppelfunktion als Bundestrainerin und Stützpunkttrainerin in Inzell innehatte, wurde für den bayerischen Standort eine eigenständige Lösung gefunden. Der Kanadier Mike Hall übernimmt künftig die Leitung des Bundesstützpunkts.
Kontext und Einordnung
Die Personalie ist in ein Umfeld eingebettet, das in der Vergangenheit bereits für mediale Aufmerksamkeit sorgte. So fungiert Matthias Große seit 2020 als Präsident der DESG und ist zudem der Lebensgefährte von Claudia Pechstein. Die nun getroffene Entscheidung für eine langfristige Zusammenarbeit auf Bundestrainer-Ebene unterstreicht den aktuellen Kurs des Verbandes, der auf die langjährige Erfahrung der ehemaligen Athletin setzt, um die sportlichen Ziele im Mehrkampf zu erreichen.
Die nächsten Schritte für das neue Trainerteam bestehen nun darin, die Strukturen für die kommenden Wettkampfzyklen zu festigen. Durch die Entlastung von der Doppelfunktion in Inzell kann sich Pechstein vollumfänglich auf ihre Aufgaben als Bundestrainerin konzentrieren, während die Stützpunktarbeit durch Mike Hall in neue Hände übergeht. Diese klare Aufgabenverteilung soll dazu beitragen, die sportliche Entwicklung der Athleten gezielt voranzutreiben.