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Skarke sorgt für Ekstase - Union bejubelt Remis gegen Frankfurt
Sport · 29.08.2026 18:15

Skarke sorgt für Ekstase - Union bejubelt Remis gegen Frankfurt

Kurz: Ein dramatischer Bundesliga-Auftakt: Union Berlin rettet in letzter Sekunde ein 3:3 gegen Eintracht Frankfurt nach einem Dreierpack von Younes Ebnoutalib.

Ein dramatischer Auftakt an der Alten Försterei

Der Start in die neue Bundesliga-Saison 2026/27 hätte für die Fans an der Alten Försterei kaum aufregender verlaufen können. In einer phasenweise wilden und hochintensiven Begegnung zwischen dem 1. FC Union Berlin und Eintracht Frankfurt bekamen die Zuschauer ein Spektakel geboten, das erst in der Nachspielzeit seinen endgültigen Höhepunkt fand. Während die Gäste aus Frankfurt über weite Strecken wie der sichere Sieger aussah und das Spielgeschehen weitgehend kontrollierte, bewiesen die Köpenicker eine enorme Moral. Ein spätes Tor von Joker Tim Skarke in der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte für Ekstase auf den Rängen und sicherte Union Berlin einen Punkt, der nach dem Spielverlauf als überaus glücklich, aber aufgrund der kämpferischen Einstellung in der Schlussphase als verdient gewertet werden darf. Für den neuen Union-Trainer Mauro Lustrinelli war es ein Einstand, der zwar spielerische Mängel offenlegte, aber gleichzeitig das Potenzial und den Teamgeist seiner neuen Mannschaft unterstrich.

Die Ereignisse im Detail

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Bereits in der dritten Spielminute erzielte Emmanuel Latte Lath nach einer präzisen Eckball-Hereingabe per Kopf die frühe Führung für die Berliner. Doch die Antwort der Eintracht folgte prompt. Younes Ebnoutalib glich in der zehnten Minute aus, nachdem die Union-Defensive einen Eckstoß nicht konsequent klären konnte. Nur eine Minute später leistete sich Leopold Querfeld nach einem Anstoß einen folgenschweren Patzer, den Ebnoutalib eiskalt zur 2:1-Führung für Frankfurt nutzte. Nach einer kontrollierten ersten Hälfte, in der Frankfurt etwa 60 Prozent Ballbesitz verzeichnete, erhöhte Ebnoutalib in der 67. Spielminute mit seinem dritten Treffer auf 3:1. Die Wende leitete Leopold Querfeld in der 79. Minute mit seinem Anschlusstreffer ein. In der Nachspielzeit (90.+3) vollendete schließlich Tim Skarke eine Vorlage von Querfeld artistisch mit der Hacke zum 3:3-Endstand. Zwischenzeitlich musste Linienrichter René Rohde aufgrund von Muskelproblemen durch den vierten Offiziellen Konrad Oldhafer ersetzt werden.

Der Hintergrund der Begegnung

Die Partie markierte den offiziellen Saisonauftakt für beide Vereine unter neuen bzw. zurückgekehrten Vorzeichen. Bei Union Berlin stand mit dem Schweizer Mauro Lustrinelli ein neuer Übungsleiter an der Seitenlinie, der den Auftrag hat, die traditionell defensivstarke Mannschaft spielerisch weiterzuentwickeln und ihr mehr Offensivgeist einzuhauchen. Auf der Gegenseite kehrte mit Adi Hütter ein alter Bekannter auf die Trainerbank von Eintracht Frankfurt zurück, der bereits zwischen 2018 und 2021 für die Hessen tätig war. Die Vorbereitungsphase war bei beiden Klubs von personellen Veränderungen geprägt. Besonders der Transfer von Torhüter Noah Atubolu vom SC Freiburg zur Eintracht sorgte im Vorfeld für mediale Aufmerksamkeit, da sich die Verhandlungen bis kurz vor dem Spielbeginn hinzogen. Die Integration der zahlreichen Neuzugänge in die jeweiligen Startformationen war das zentrale Thema der Trainingswoche, was sich in der Aufstellung beider Trainer deutlich widerspiegelte.

Die Akteure auf dem Platz

Auf Seiten der Berliner vertraute Trainer Lustrinelli von Beginn an auf die Neuzugänge Zeno van den Bosch, Michel Aebischer und Emmanuel Latte Lath. Die Eintracht setzte unter Adi Hütter ebenfalls auf frische Kräfte: Noah Atubolu hütete das Tor, während Keita Kosugi und Raphael Onyedika ihre Startelf-Debüts feierten. Eine besondere Erwähnung verdient Jeremiaha Maluze, der eigentlich für die zweite Mannschaft der Frankfurter vorgesehen war, aber an der Seite von Kapitän Robin Koch sein Bundesligadebüt gab. Im Fokus stand zudem Younes Ebnoutalib, der mit seinem Dreierpack zum herausragenden Akteur des Tages avancierte. Auch der Unioner Leopold Querfeld stand im Mittelpunkt – zunächst durch einen folgenschweren Fehler, später jedoch durch seine entscheidende Rolle bei der Aufholjagd. Die Spieler zeigten sich nach der Partie reflektiert, wobei Querfeld seinen Fehler als Teil des Lernprozesses bezeichnete, während Ebnoutalib betonte, dass der Erfolg wichtig für sein Selbstvertrauen sei.

Einordnung der Leistung

Einzuordnen ist das Unentschieden als ein Erfolg des Willens über die spielerische Ordnung. Den Berichten zufolge war Union Berlin über weite Strecken der Partie unterlegen und hatte große Schwierigkeiten, den Spielaufbau der Frankfurter zu unterbinden oder selbst Struktur in die Offensive zu bringen. Die Organisation der Berliner wirkte laut Trainer Lustrinelli noch nicht gefestigt, was angesichts der frühen Saisonphase jedoch verständlich erscheint. Frankfurt hingegen präsentierte sich über 75 Minuten als die reifere Mannschaft, ließ jedoch in der Schlussphase die nötige Konsequenz vermissen, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die Einwechslung von Tim Skarke erwies sich als taktisch wertvoll, da sie die offensive Energie der Gastgeber noch einmal spürbar steigerte. Dass die Eintracht nach einer so dominanten Vorstellung noch den Sieg aus der Hand gab, dürfte für Adi Hütter ein Punkt sein, an dem er in den kommenden Trainingseinheiten ansetzen muss, um die Stabilität über die volle Distanz zu gewährleisten.

Offene Fragen nach dem Spiel

Trotz der ausführlichen Berichterstattung bleiben einige Aspekte ungeklärt. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wie schwerwiegend die Muskelprobleme von Linienrichter René Rohde sind und ob er für kommende Einsätze ausfallen wird. Zudem bleibt offen, wie nachhaltig der Fehler von Leopold Querfeld das Vertrauensverhältnis innerhalb der Abwehrreihe beeinflusst hat, auch wenn der Spieler selbst betonte, weiterhin solide agieren zu wollen. Unbeantwortet bleibt auch die Frage nach der langfristigen Kaderplanung bei Eintracht Frankfurt, insbesondere in Bezug auf die Rolle von Jeremiaha Maluze, der kurzfristig aus der zweiten Mannschaft hochgezogen wurde. Auch die Details zur Verletzungshistorie oder Fitnesszuständen einzelner Akteure, die nicht im Kader standen, werden nicht thematisiert. Ebenso wenig lässt sich aus dem Bericht ableiten, welche spezifischen taktischen Anpassungen Lustrinelli in der Halbzeitpause vornahm, um die Wende in der Schlussphase einzuleiten, außer der allgemeinen Erwähnung einer Steigerung des Team-Spirits.

Ausblick auf die kommenden Aufgaben

Der Blick richtet sich nun auf den zweiten Spieltag der Bundesliga. Für Union Berlin steht eine schwere Auswärtsaufgabe bevor: Am kommenden Samstagnachmittag (15.30 Uhr) gastiert das Team bei Bayer Leverkusen. Die Werkself steht nach ihrer Auftaktniederlage in Elversberg bereits unter einem gewissen Druck, was die Partie an der BayArena zu einem frühen Gradmesser für die Berliner macht. Eintracht Frankfurt hingegen darf am Sonntagabend (17.30 Uhr) den FC Augsburg im eigenen Stadion empfangen. Trainer Adi Hütter wird darauf bedacht sein, die positiven Ansätze aus der Partie gegen Union, insbesondere die lange Phase der Spielkontrolle, nun über die volle Distanz von 90 Minuten auf den Rasen zu bringen. Für beide Mannschaften gilt es, die Erkenntnisse aus dem ersten Spieltag schnell zu verarbeiten, um in den kommenden Begegnungen die angestrebten Punkte einzufahren und sich in der Tabelle frühzeitig zu stabilisieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/38996359/ · Foto: Iván Hernández-Cuevas
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/skarke-sorgt-fuer-ekstase-union-bejubelt-spaetes-remis,spielbericht-union-berlin-eintracht-frankfurt-114.html