KI im Kontext der Hannah Arendt Tage 2026
Anlässlich des 120. Geburtstags der bedeutenden Politiktheoretikerin Hannah Arendt widmen sich die Hannah Arendt Tage 2026 einem hochaktuellen Thema: dem Einfluss künstlicher Intelligenz auf das menschliche Denken. Unter dem Leitmotiv „stop and think“ – einem zentralen Appell Arendts – lädt die Veranstaltungsreihe dazu ein, die Bedeutung von unabhängigem Denken in einer zunehmend automatisierten Welt neu zu bewerten.
Im Rahmen dieses Programms findet am Mittwoch, den 23. September 2026, eine Expertenrunde im Medienhaus heise in Hannover statt. Die Veranstaltung beleuchtet kritisch, wie KI-Systeme, die heute bereits komplexe Texte verfassen, Fragen beantworten und Entscheidungsprozesse vorbereiten, unser eigenes Urteilsvermögen beeinflussen.
Die zentrale Debatte: Delegieren wir unser Denken?
Die Podiumsdiskussion trägt den Titel „Chance oder Risiko: Wie verändert künstliche Intelligenz unser Denken?“. Im Zentrum steht die Sorge, dass Menschen dazu neigen könnten, kritisches Denken und die damit verbundene Verantwortung zunehmend an technologische Systeme auszulagern. Die Experten werden erörtern, wie KI-Werkzeuge eingesetzt werden können, ohne dass der Mensch seine eigene Selbstwirksamkeit einbüßt.
Der Hintergrund der Veranstaltung ist die politische Philosophie Hannah Arendts, die sich intensiv mit Freiheit, Demokratie und der Verantwortung des Einzelnen auseinandersetzte. Die Übertragung dieser Konzepte auf die digitale Ära stellt eine der drängendsten Fragen unserer Zeit dar.
Hochkarätig besetztes Podium
Die Diskussion bringt unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft und Medien zusammen:
* **Prof. Dr. Judith Simon:** Die Professorin für Ethik der Informationstechnologien an der Universität Hamburg bringt ihre Expertise zu den ethischen und politischen Folgen digitaler Technologien ein. Sie ist zudem Mitglied des AI Act Scientific Panel der Europäischen Kommission.
* **Prof. Dr. Marius Lindauer:** Als Professor für maschinelles Lernen an der Leibniz Universität Hannover und Direktoriumsmitglied des KI-Forschungszentrums L3S vertritt er die technische Seite der KI-Entwicklung.
* **Dr. Volker Zota:** Der Chefredakteur von heise medien moderiert die Debatte gemeinsam mit der Moderatorin Milena Neumes, die auf Zivilgesellschaft und politische Bildung spezialisiert ist.
Die Veranstaltung wird durch ein Grußwort von Beate Gerold, Geschäftsführerin von heise medien, eröffnet.
Rahmenbedingungen und Hintergrund
Die Hannah Arendt Tage 2026 finden an verschiedenen Orten statt, wobei das heise-Headquarter (Karl-Wiechert-Allee 10, Hannover) als Gastgeber für diese spezifische Diskussion dient. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Reihe umfasst neben dieser Podiumsdiskussion zahlreiche weitere Vorträge und Kulturveranstaltungen, die sich mit Arendts Werk befassen. Angesichts der rasanten Entwicklung von KI-Modellen bietet der Rückgriff auf Arendts Denken einen wichtigen Rahmen, um die gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie einzuordnen. Die Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir unsere Urteilskraft in einer von Algorithmen geprägten Umgebung bewahren, bleibt eine der zentralen Herausforderungen für die kommenden Jahre.