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Google-Threat-Intelligence-Chefin: Dank KI „mehr Zero-Days als je zuvor“
Technik · 08.08.2026 10:24

Google-Threat-Intelligence-Chefin: Dank KI „mehr Zero-Days als je zuvor“

Kurz: Künstliche Intelligenz verändert die Cybersicherheit grundlegend. Sandra Joyce von Google warnt vor einer Rekordzahl an Zero-Day-Lücken durch KI-gestützte Angri

Eine neue Ära der digitalen Bedrohung

Die Landschaft der Cybersicherheit befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Laut Sandra Joyce, Leiterin der Google Threat Intelligence Group (GTIG), hat die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz die Dynamik zwischen Angreifern und Verteidigern fundamental verändert. Während Unternehmen und Privatpersonen zunehmend unter KI-gestützten Attacken leiden, verzeichnet die Sicherheitsbranche eine beispiellose Zunahme an entdeckten Sicherheitslücken, den sogenannten Zero-Day-Exploits.

Die GTIG, die aus der Übernahme von Mandiant durch Alphabet hervorging, beobachtet diese Entwicklung aus erster Hand. Das Team ist darauf spezialisiert, komplexe Angriffe – von staatlich gelenkter Spionagesoftware bis hin zu hochspezialisierten Exploit-Kits – aufzudecken und Kunden bei der Absicherung ihrer Infrastrukturen zu unterstützen.

Vom Social Engineering zum autonomen Hacking

Die Entwicklung der Bedrohungen verlief in den letzten Jahren in rasantem Tempo. Vor etwa acht Jahren begannen Sicherheitsexperten, den Einsatz von KI durch kriminelle Akteure zu verfolgen. Zu Beginn lag der Fokus primär auf Social Engineering, etwa der Erstellung täuschend echter Bilder oder Inhalte.

Heute hat sich das Bild gewandelt. Angreifer nutzen Sprachmodelle gezielt als Werkzeuge für technische Hacking-Prozesse. Beobachtungen von Google zeigten bereits früh, dass Akteure versuchten, KI-Modelle wie Gemini dazu zu bewegen, verwertbare Informationen für Angriffe zu liefern. Joyce beschreibt den aktuellen Stand als eine Ära, in der autonome, agentische Systeme, die mit solchen technischen Antworten ausgestattet sind, eine ernsthafte und skalierbare Bedrohung darstellen.

Mehr Zero-Days als je zuvor

Ein zentraler Punkt der Analyse von Joyce ist die Paradoxie der KI-Nutzung. Einerseits nutzen Kriminelle die Technologie, um ihre Angriffe zu skalieren und Schwachstellen schneller zu finden. Dies führt dazu, dass Bug-Bounty-Programme mit Fehlerberichten überflutet werden und viele Unternehmen kaum noch mit dem Patchen ihrer Systeme hinterherkommen.

Andererseits betont Joyce, dass KI kein reiner Fluch ist. Die Technologie ermöglicht es auch den Verteidigern, ihre Kapazitäten massiv auszubauen. Die automatisierte Analyse von Software auf Sicherheitslücken durch KI-gestützte Systeme führt dazu, dass heute mehr Zero-Day-Lücken identifiziert werden als jemals zuvor in der Geschichte der IT-Sicherheit. Die Verteidigung skaliert also parallel zu den Angriffsmethoden.

Risikomanagement statt Panik

Angesichts der ständigen Berichterstattung über neue Sicherheitsvorfälle stellt sich die Frage, wie Unternehmen den Hype von der tatsächlichen Bedrohungslage trennen können. Joyce warnt vor unnötiger Panikmache. Sicherheit war in der Technologiebranche schon immer eine komplexe Herausforderung, da sich Angreifer kontinuierlich an neue technische Standards anpassen.

Für Entscheidungsträger, wie etwa Chief Information Security Officers (CISOs), ist es entscheidend, den Fokus auf ein fundiertes Risikomanagement zu legen. Es gilt, den tatsächlichen Gefahren unter dem medialen Hype auf den Grund zu gehen. Eine rationale Bewertung der individuellen Bedrohungslage ist der effektivste Weg, um den Herausforderungen einer sich ständig wandelnden digitalen Welt zu begegnen.

Ausblick auf die kommenden Herausforderungen

Die Integration neuer Technologien erfolgt in der Industrie oft ohne ausreichende Berücksichtigung der Sicherheitsaspekte. Dies bleibt ein kritischer Punkt. Die künftige Entwicklung wird davon abhängen, wie schnell es gelingt, Sicherheitsmaßnahmen direkt in den Designprozess neuer KI-Anwendungen zu integrieren. Während die technologische Aufrüstung auf beiden Seiten weitergeht, bleibt die proaktive Identifizierung von Schwachstellen durch Experten und KI-gestützte Analyse-Tools das wichtigste Instrument im Arsenal der Cybersicherheit.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarzes-samsung-tablet-auf-google-page-106341/ · Foto: AS Photography
Quelle: https://www.heise.de/hintergrund/Google-Threat-Intelligence-Chefin-Dank-KI-mehr-Zero-Days-als-je-zuvor-11400371.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag