News aus aller Welt
Start
Gefahren beim Online-Spiel – Wie sich Jugendliche schützen
Technik · 31.07.2026 06:55

Gefahren beim Online-Spiel – Wie sich Jugendliche schützen

Kurz: Online-Spiele bergen Risiken wie Cybergrooming. Erfahren Sie, wie Jugendliche Warnsignale erkennen, sich schützen und im Ernstfall richtig handeln.

Digitale Risiken im Gaming-Alltag

Für viele junge Menschen gehören Online-Spiele zum festen Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung. Mit der zunehmenden Verlagerung sozialer Interaktionen in den digitalen Raum haben jedoch auch Kriminelle neue Wege gefunden, um Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen. Neben Betrugsmaschen und der Verbreitung von Hassbotschaften stellt insbesondere das sogenannte Cybergrooming eine ernsthafte Bedrohung dar.

Die Mechanismen des Cybergrooming

Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen nutzen Täter gezielt die Kommunikationsfunktionen innerhalb von Online-Spielen. Dabei geben sie sich häufig selbst als Minderjährige aus, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. Das Ziel ist es, die Interaktion schrittweise zu intensivieren und schließlich in einen sexuellen Kontext zu überführen. Oftmals versuchen die Täter, ihre Opfer zur Übermittlung von Nacktfotos oder intimen Videos zu bewegen. Diese Inhalte dienen anschließend häufig als Druckmittel für Erpressung, Nötigung oder weiteren Missbrauch.

Warnsignale frühzeitig identifizieren

Um sich gegen solche Übergriffe zu wappnen, ist ein geschärftes Bewusstsein für manipulative Verhaltensweisen entscheidend. Experten des LKA raten dazu, bei folgenden Anzeichen besonders wachsam zu sein:

* **Ungewöhnlich schnelles Vertrauen:** Fremde Personen, die auffallend zügig eine enge, persönliche Bindung aufbauen wollen.

* **Verlagerung der Kommunikation:** Der Wunsch, das Gespräch in private Messenger oder andere, weniger kontrollierte Kanäle zu verschieben.

* **Geheimhaltung:** Die Aufforderung, den Kontakt oder bestimmte Inhalte vor anderen zu verbergen.

* **Manipulation durch Komplimente:** Aussagen wie „Du bist viel reifer als andere in deinem Alter“ dienen oft dazu, das Gegenüber zu schmeicheln und die Hemmschwelle zu senken.

* **Geschenke und Anreize:** Das Anbieten von In-Game-Währungen oder anderen Geschenken sollte grundsätzlich als Warnsignal verstanden werden.

Strategien zur Prävention

Der beste Schutz besteht darin, die eigenen Grenzen zu wahren. Jugendliche sollten verinnerlichen, dass sie gegenüber Fremden im Internet zu keinerlei Erklärungen oder Rechtfertigungen verpflichtet sind. Unangenehme Nachrichten oder Fragen können und sollten konsequent ignoriert werden.

Sollte ein Gegenüber explizit intime Bilder oder Videos fordern, ist es ratsam, den Kontakt sofort abzubrechen, den Nutzer zu blockieren und den Vorfall über die Meldefunktionen der jeweiligen Plattform an den Betreiber zu melden. Der Versand von intimen Inhalten sollte unter allen Umständen unterlassen werden.

Richtiges Handeln im Ernstfall

Ein ungutes Bauchgefühl ist bereits ein hinreichender Grund, um sich einer Vertrauensperson anzuvertrauen. Dies können Eltern, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter oder spezialisierte Beratungsstellen sein. Wichtig ist hierbei das Verständnis, dass die Schuld bei einem Übergriff niemals beim Opfer, sondern ausschließlich bei der bedrängenden Person liegt.

Falls bereits Bilder oder Videos geteilt wurden, ist besonnenes Handeln gefragt. Anstatt in Panik zu geraten, sollten Beweise gesichert werden. Dazu gehören Screenshots von Chatverläufen, Profilnamen und Nutzer-IDs. Diese Unterlagen sind für eine spätere Meldung oder ein mögliches Strafverfahren von großer Bedeutung und sollten daher nicht gelöscht werden.

Wichtiger Hinweis zur Beweissicherung

Das LKA warnt eindringlich davor, belastende Dateien an Dritte weiterzuleiten. Insbesondere bei kinder- oder jugendpornografischen Inhalten kann bereits der Besitz strafbar sein. Die gesicherten Daten sollten ausschließlich zur Beweissicherung dienen und nicht weiterverbreitet werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-sitzung-sitzen-computer-7858750/ · Foto: Ron Lach
Quelle: https://www.heise.de/news/Gefahren-beim-Online-Spiel-Wie-sich-Jugendliche-schuetzen-11387731.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag