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Fußball - Nach Streit um WM-Beteiligung von Investoren: Verbände fordern von FIFA unabhängige Untersuchung
Schlagzeilen · 10.08.2026 11:53

Fußball - Nach Streit um WM-Beteiligung von Investoren: Verbände fordern von FIFA unabhängige Untersuchung

Kurz: Drei große Fußballverbände fordern eine unabhängige Prüfung der FIFA-Führung nach dem gescheiterten Plan, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen.

Ein beispielloser Vertrauensbruch im Weltfußball

Obwohl die FIFA ihre Pläne, Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft an externe Investoren zu veräußern, offiziell zurückgezogen hat, ist der Konflikt zwischen dem Weltverband und seinen kontinentalen Partnern keineswegs beigelegt. Im Gegenteil: Die Spannungen haben eine neue Qualität erreicht. Drei der einflussreichsten Fußballverbände – die europäische UEFA, die Asiatische Fußballkonföderation (AFC) sowie die CONCACAF, welche für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständig ist – haben sich in einem gemeinsamen, offenen Brief zusammengeschlossen, um eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge zu fordern.

Schwere Vorwürfe gegen die FIFA-Spitze

Der Ton des Schreibens ist ungewöhnlich scharf. Die Verbände sprechen offen von einer bewussten Täuschung und einem massiven Vertrauensmissbrauch. Im Kern der Kritik steht nicht nur das konkrete Vorhaben, finanzielle Beteiligungen an der WM zu privatisieren, sondern vor allem die Art und Weise, wie die FIFA-Führung diesen Prozess vorangetrieben hat. Laut den Verbänden mangelt es der FIFA-Administration an jeglicher Einsicht, dass der Versuch, WM-Anteile zu veräußern, einen schwerwiegenden Fehltritt darstellte.

Zudem werfen die drei Verbände der FIFA-Führung ein intransparentes Verhalten vor. Die Kommunikation rund um die Investoren-Pläne habe den Eindruck erweckt, dass wichtige Entscheidungsprozesse an den Mitgliedsverbänden vorbei oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hätten.

Die Reaktion der FIFA und die Folgen

Die FIFA-Führung unter Präsident Gianni Infantino hat auf die wachsende Kritik bislang mit einer Verteidigungshaltung reagiert. Anstatt auf die Forderungen nach Aufklärung einzugehen, stärkte der Verband seinem Präsidenten demonstrativ den Rücken. Kritiker des aktuellen Kurses wurden von Seiten der FIFA teilweise mit dem Vorwurf der Desinformation konfrontiert. Diese Haltung der FIFA-Spitze verschärft die Fronten zusätzlich, da die kontinentalen Verbände nun eine neutrale Instanz fordern, um die internen Abläufe und die Entscheidungsgewalt innerhalb des Weltverbandes zu durchleuchten.

Hintergrund und Ausblick

Der Hintergrund dieses Streits ist die grundsätzliche Frage, wem die Fußball-Weltmeisterschaft gehört und inwieweit kommerzielle Interessen die sportliche Integrität des Wettbewerbs gefährden dürfen. Dass drei so bedeutende Verbände wie die UEFA, die AFC und die CONCACAF gemeinsam auftreten, unterstreicht die Sorge um die Governance-Strukturen innerhalb der FIFA.

Die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung ist als ein Versuch zu werten, die Machtverhältnisse innerhalb der FIFA neu zu bewerten und Transparenz für die Zukunft zu erzwingen. Ob es zu einer solchen Untersuchung kommen wird, bleibt abzuwarten, da die FIFA bislang keine Anzeichen für ein Einlenken zeigt. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob die Verbände den Druck auf die FIFA-Führung weiter erhöhen und ob es gelingt, weitere Unterstützer für eine unabhängige Prüfung zu gewinnen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-stadion-spiel-gucken-12537018/ · Foto: Md Jawadur Rahman
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/nach-streit-um-wm-beteiligung-von-investoren-verbaende-fordern-von-fifa-unabhaengige-untersuchung-102.html