Ein Neuanfang auf dem Schlossberg
Nach drei Jahren im Fußball-Oberhaus findet sich der 1. FC Heidenheim wieder in der 2. Bundesliga ein. Der Abstieg nach der vergangenen Saison markierte den ersten Gang in die Zweitklassigkeit für den Verein seit dem Aufstieg aus der Oberliga im Jahr 2007. Doch statt Resignation herrscht auf der Ostalb Aufbruchstimmung: Mit 9.000 verkauften Dauerkarten bleibt der Rückhalt der Fans ungebrochen, während sich die Mannschaft unter der Leitung von Frank Schmidt auf die neue Spielzeit vorbereitet.
Frank Schmidt: Das Gesicht des Vereins
Für den 52-jährigen Trainer ist die kommende Saison ein Meilenstein. Frank Schmidt geht in sein 20. Jahr als Cheftrainer des FCH. Trotz des sportlichen Rückschlags im Vorjahr wirkt der Coach motiviert. Er betont, dass die Herausforderung, nach einem Abstieg neu anzugreifen, eine besondere Energie freisetze. Schmidt, dessen Vertrag bis 2027 läuft, hat zwar angedeutet, dass dies seine mutmaßlich letzte Saison sein könnte, hält sich jedoch mit Blick auf die Zukunft eine Hintertür offen: Im Fußball solle man niemals „nie“ sagen.
Die „alte Heidenheimer DNA“ als Erfolgsrezept
Der Trainer verfolgt ein klares Ziel für die neue Saison: Die Mannschaft soll zu ihren Wurzeln zurückkehren. Unter dem Begriff „alte Heidenheimer DNA“ versteht Schmidt eine Spielweise, die auf Mut, Mentalität, Kampfgeist und hoher Laufbereitschaft basiert. Nach der enttäuschenden Vorsaison, in der es sowohl offensiv als auch defensiv an Substanz mangelte, soll diese Tugend wieder das Fundament für Erfolg bilden. Ein sofortiger Wiederaufstieg wird dabei nicht offiziell als Saisonziel ausgerufen; stattdessen liegt der Fokus zunächst darauf, in der Liga anzukommen und einen stabilen Start hinzulegen.
Kaderumbruch nach dem Abstieg
Der Abstieg brachte die erwarteten personellen Veränderungen mit sich. Zahlreiche Leihspieler wie Eren Dinkci, Arijon Ibrahimovic und Diant Ramaj verließen den Verein. Zudem gab es Abgänge von Leistungsträgern wie Stefan Schimmer, Oumar Traore und kurz vor Saisonbeginn den Wechsel von Spielmacher Niklas Dorsch nach Kanada, der dem Verein immerhin rund vier Millionen Euro Ablöse einbrachte.
Um diese Lücken zu füllen, hat der FCH punktuell nachgerüstet:
* **Oualid Mhamdi:** Verstärkung für die Außenbahn.
* **Marcel Costly:** Eine neue Option für den Angriff nach einer treffsicheren Drittliga-Saison.
* **Paul Hennrich:** Ein junges Talent für die Offensive.
* **Thomas Dähne:** Routinierter Ersatz auf der Torhüterposition.
Stabilität durch bewährte Kräfte
Trotz der Abgänge verfügt der FCH über ein stabiles Gerüst. Kapitän Patrick Mainka führt eine Defensive an, die mit Spielern wie Benedikt Gimber, Jonas Föhrenbach und Marnon Busch über reichlich Zweitliga-Erfahrung verfügt. Auch im Mittelfeld und im Angriff setzt der Verein auf eine Mischung aus bewährten Kräften wie Jan Schöppner und Marvin Pieringer sowie hungrigen Herausforderern. Die gelungene Generalprobe mit einem 4:1-Testspielsieg gegen den FC Ingolstadt unterstreicht, dass die Mannschaft bereit für den Saisonauftakt gegen den VfL Osnabrück ist.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie schnell sich der FCH in der neuen Umgebung zurechtfindet. Die Rückkehr in die 2. Liga wird von Schmidt als Chance begriffen, die sportliche Identität des Vereins zu festigen und mit der gewohnten Leidenschaft wieder in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen.