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Fast 30 Jahre nach Mord an Tupac Shakur: Prozessbeginn in Los Angeles
Schlagzeilen · 10.08.2026 09:21

Fast 30 Jahre nach Mord an Tupac Shakur: Prozessbeginn in Los Angeles

Kurz: Fast drei Jahrzehnte nach dem gewaltsamen Tod von Tupac Shakur beginnt in Las Vegas der Prozess. Ein Angeklagter soll das Attentat 1996 organisiert haben.

Ein ungelöstes Verbrechen findet den Weg vor Gericht

Im September 1996 erschütterte ein Ereignis die Musikwelt und die Öffentlichkeit weit über die Grenzen der USA hinaus: Der erst 25-jährige Rapper Tupac Shakur wurde in Las Vegas Opfer eines tödlichen Attentats. Während der Musiker an einer roten Ampel in einem Fahrzeug wartete, näherte sich ein weißer Cadillac. Aus diesem heraus wurden Schüsse auf die Beifahrerseite abgegeben. Shakur erlag sechs Tage später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Fast 30 Jahre lang blieb der Fall offiziell ungeklärt, geprägt von Spekulationen und einem Mangel an gerichtsfesten Beweisen.

Die Hintergründe des Attentats

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden in Nevada liegen die Wurzeln der Tat in einem Konflikt, der sich am selben Tag wie das Attentat zuspitzte. Im Zentrum stehen dabei Rivalitäten zwischen verschiedenen Gangs, insbesondere Gruppierungen aus Compton im Großraum Los Angeles. Diese Region spielte eine zentrale Rolle im Umfeld von Tupacs damaligem Musiklabel Death Row. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mord kein zufälliges Ereignis war, sondern eine gezielte Aktion innerhalb dieser gewalttätigen Strukturen.

Die Rolle des Angeklagten

Im Fokus des nun beginnenden Prozesses steht ein heute 63-jähriger Mann namens Duane Davis. Die Anklage wirft ihm nicht vor, selbst den Abzug betätigt zu haben. Stattdessen wird er beschuldigt, die Tat organisiert zu haben. Laut den Behörden sei der eigentliche Schütze bereits verstorben, was jedoch die strafrechtliche Verantwortung des Angeklagten für die Planung und Durchführung des Mordes nicht schmälere.

Der Fall nahm eine entscheidende Wendung, als der Verdächtige im Jahr 2019 ein Buch veröffentlichte. Darin sowie in verschiedenen Medieninterviews äußerte er sich detailliert zu den Ereignissen von 1996 und behauptete, die Tatwaffe besorgt zu haben und selbst im Fahrzeug gesessen zu haben. Diese Aussagen lieferten den Ermittlern den entscheidenden Anstoß, den Fall nach Jahrzehnten der Stagnation neu aufzurollen. Zuvor hatten polizeiliche Verhöre aus der Vergangenheit aufgrund rechtlicher Absprachen nicht gegen ihn verwendet werden können.

Der Weg zum Prozessauftakt

Die Behörden in Nevada betonten, dass der grobe Ablauf der Tat den Ermittlern zwar lange bekannt war, es jedoch über Jahrzehnte an belastbaren Beweisen fehlte, um eine Anklage zu stützen. Die Festnahme im Jahr 2023 markierte den ersten großen Durchbruch in der langjährigen Aufklärungsarbeit. Der Angeklagte plädiert auf unschuldig. Mit der Auswahl der Geschworenen in Las Vegas beginnt nun die juristische Aufarbeitung eines der bekanntesten Kriminalfälle der Musikgeschichte.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Beweislage ausreicht, um die Rolle des Angeklagten vor Gericht zweifelsfrei zu belegen. Für die Hinterbliebenen und die Öffentlichkeit endet damit eine lange Phase der Ungewissheit, in der sich über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Gerüchte um den Tod der Rap-Legende rankten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/polizei-suv-neben-marineschiff-mit-f-805-kennzeichnung-33589248/ · Foto: Martijn Stoof
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-tupac-shakur-mord-prozess-100.html