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Epic Games Store: Launcher soll Linux-Version bekommen
Technik · 14.08.2026 10:14

Epic Games Store: Launcher soll Linux-Version bekommen

Kurz: Epic Games plant eine native Linux-Version seines Launchers. Ein konkreter Zeitplan fehlt jedoch, und die aktuelle Preview-Version berücksichtigt das System nic

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Das Unternehmen Epic Games hat offiziell bestätigt, dass an einer nativen Version des Epic Games Store Launchers für das Betriebssystem Linux gearbeitet wird. Diese Nachricht verbreitete sich, nachdem ein Mitarbeiter des Unternehmens auf dem offiziellen Community-Discord-Server des Stores auf eine entsprechende Nutzeranfrage reagierte. Die Bestätigung erfolgte in Form eines „Soon“-Emojis, was in der Gaming-Community als ein klares Signal für zukünftige Entwicklungsbemühungen gewertet wird. Dennoch bleibt die Ankündigung mit einer deutlichen Einschränkung verbunden: Ein konkreter Zeitplan oder ein Veröffentlichungsdatum für diese Linux-Version existiert derzeit nicht. Zudem wurde klargestellt, dass die aktuelle Preview-Version des vollständig überarbeiteten Clients, an der das Unternehmen derzeit intensiv arbeitet, keine native Unterstützung für Linux-Systeme vorsieht. Damit ist die Hoffnung auf eine sofortige oder kurzfristige Verfügbarkeit für Linux-Nutzer gedämpft worden, auch wenn die grundsätzliche Absicht zur Portierung nun als gesichert gilt. Die Nachricht wurde zuerst durch das Portal SteamDeckHQ publik gemacht und anschließend durch den Epic-Mitarbeiter im Discord-Kanal verifiziert. Dieser Schritt markiert eine potenzielle Wende in der bisherigen Strategie von Epic Games, das seine Plattform bisher strikt auf Windows und macOS beschränkt hat.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Hintergründe

Die Informationen stammen aus einer direkten Kommunikation in einem Discord-Kanal, in dem ein Epic-Games-Angestellter auf die Frage eines Nutzers antwortete, ob eine Linux-Version auf der Roadmap des Unternehmens stehe. Der Mitarbeiter betonte, dass die Entwicklung weit über die bloße Erstellung eines lauffähigen Builds hinausgehe. Es seien umfangreichere Maßnahmen erforderlich, um eine stabile und native Umgebung für den Launcher unter Linux zu schaffen. Dass die aktuelle Preview-Version des Launchers, die im Juni auf dem Unreal Fest vorgestellt wurde, Linux-Support vermissen lässt, unterstreicht die Komplexität des Vorhabens. Bisher sind Nutzer von Linux-Distributionen, wie etwa Valves SteamOS, auf Drittanbieterlösungen angewiesen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Heroic Games Launcher, ein Open-Source-Projekt, das die Epic-Bibliothek über das Kommandozeilenwerkzeug „Legendary“ einbindet. Diese Software ermöglicht es, Windows-Spiele mittels der Kompatibilitätsschichten Proton oder Wine unter Linux auszuführen. Ein nativer Client von Epic Games würde diese Zwischenschicht theoretisch überflüssig machen, wobei die Details zur technischen Umsetzung weiterhin im Dunkeln bleiben. Der Epic-Mitarbeiter gab keine weiteren technischen Spezifikationen bekannt, was genau die zusätzlichen Arbeiten neben dem eigentlichen Build beinhalten.

Hintergrund – Der bisherige Verlauf

Die Geschichte der Linux-Unterstützung bei Epic Games war bisher von einer deutlichen Zurückhaltung geprägt. Während andere Akteure in der Branche, wie etwa GOG, bereits aktiv an Linux-Versionen ihrer Launcher arbeiten, hat Epic Games das Betriebssystem lange Zeit ignoriert. Die offizielle Roadmap, die das Unternehmen im Juni auf dem Unreal Fest für den Store präsentierte, enthielt keinen Hinweis auf eine Linux-Integration. Dass sich dies nun ändert, könnte auf den wachsenden Druck durch Plattformen wie das Steam Deck zurückzuführen sein, das Linux als Basis nutzt und Gaming auf diesem Betriebssystem massiv populär gemacht hat. Bislang mussten sich Anwender mit inoffiziellen Lösungen wie dem Heroic Games Launcher behelfen, um ihre Spielebibliothek zu verwalten. Diese Tools leisten zwar beachtliche Arbeit, sind jedoch keine offiziellen Produkte von Epic Games. Die nun bestätigte Arbeit an einem nativen Client deutet darauf hin, dass Epic Games die wachsende Linux-Gaming-Community nicht länger ignorieren kann oder will. Dennoch bleibt die Entwicklung ein langwieriger Prozess, der durch die Notwendigkeit einer nahtlosen Integration in das bestehende Ökosystem des Stores erschwert wird, wie die Äußerungen des Mitarbeiters nahelegen.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer ist betroffen

Die Entscheidungsgewalt über die Entwicklung des Launchers liegt bei Epic Games selbst. Die Kommunikation nach außen erfolgt über Mitarbeiter, die in Community-Kanälen wie dem Discord-Server aktiv sind. Auf der anderen Seite stehen die Nutzer, insbesondere diejenigen, die Linux als ihr primäres Betriebssystem verwenden und auf eine native Unterstützung hoffen. Eine weitere wichtige Instanz im Linux-Gaming-Bereich ist Valve, deren SteamOS und die Proton-Technologie maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Windows-Spiele überhaupt unter Linux spielbar sind. Zudem gibt es das „Open Gaming Collective“, einen Zusammenschluss mehrerer Linux-Distributionen, die gemeinsam an Kernel-Patches und Gaming-Paketen arbeiten, um die Performance und Kompatibilität unter Linux zu verbessern. Auch der Betreiber GOG ist als Akteur zu nennen, da er ebenfalls an einer Linux-Version seines Launchers arbeitet und damit den Wettbewerb um die Gunst der Linux-Spieler erhöht. Die Rolle von Tim Sweeney, dem CEO von Epic Games, ist ebenfalls relevant, da er in der Vergangenheit die Linux-Strategie des Unternehmens maßgeblich mitbestimmt hat, insbesondere in Bezug auf die Anti-Cheat-Problematik bei Titeln wie „Fortnite“.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist die Ankündigung als ein vorsichtiges Signal in Richtung der Linux-Community, das jedoch keine unmittelbare Erleichterung für Spieler bedeutet. Den Berichten zufolge ist die Entwicklung einer nativen Anwendung für Linux mit Herausforderungen verbunden, die über den reinen Programmcode hinausgehen. Dass der Epic-Mitarbeiter von „mehr als bloß einem Build“ spricht, lässt darauf schließen, dass Epic Games eine hohe Qualitätssicherung anstrebt, bevor ein offizielles Produkt auf den Markt kommt. Kritisch zu betrachten ist die Tatsache, dass das Aushängeschild des Stores, „Fortnite“, trotz einer möglichen Linux-Version des Launchers weiterhin nicht nativ unter Linux laufen dürfte. Dies liegt an der Anti-Cheat-Software, deren Linux-Unterstützung Epic Games aus Sicherheitsgründen verweigert. Tim Sweeney begründete dies bereits 2022 damit, dass bei der Vielzahl an möglichen Kernel-Konfigurationen unter Linux ein effektiver Schutz vor Cheating nicht gewährleistet werden könne. Ein nativer Launcher bedeutet also nicht zwangsläufig, dass das gesamte Portfolio des Stores auf Linux spielbar wird. Die Nutzer müssen daher zwischen der Verfügbarkeit des Launchers und der tatsächlichen Spielbarkeit der Titel unterscheiden.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Der Quelltext lässt zahlreiche Fragen offen, die für die Nutzer von großem Interesse wären. Zunächst bleibt völlig unklar, wann mit einer ersten Beta-Version oder einem Release zu rechnen ist. Der Begriff „Soon“ ist in der Softwareentwicklung vage und kann Zeiträume von wenigen Monaten bis hin zu Jahren umfassen. Ebenso wenig wird spezifiziert, welche technischen Hürden genau überwunden werden müssen. Es bleibt offen, ob Epic Games plant, die Proton-Technologie von Valve zu integrieren oder ob sie auf eigene Lösungen setzen werden. Auch die Frage, ob der native Launcher die Kompatibilität mit bestehenden Drittanbieter-Tools wie dem Heroic Games Launcher beeinträchtigen könnte, wird nicht adressiert. Zudem gibt es keine Informationen darüber, ob Epic Games den Support für Linux-Spiele aktiv fördern will oder ob es sich lediglich um eine Portierung des Launchers handelt, ohne dass die Spieleentwickler dazu angehalten werden, ihre Titel für Linux zu optimieren. Die Diskrepanz zwischen der Ankündigung und der Abwesenheit von Linux-Support in der aktuellen Preview-Version lässt zudem offen, ob das Projekt intern eine hohe Priorität genießt oder ob es sich um eine eher nachrangige Entwicklung handelt.

Wie es weitergeht – Angekündigte Schritte

Konkrete Termine oder Meilensteine wurden von Epic Games nicht genannt. Die Arbeit an der Neuauflage des Launchers konzentriert sich aktuell auf die Preview-Version, in der Linux explizit nicht vorgesehen ist. Nutzer müssen sich daher in Geduld üben und darauf warten, ob in zukünftigen Updates der Preview-Version oder in einer neuen Roadmap Hinweise auf Linux auftauchen. Da das Unternehmen den Support für Linux-Anti-Cheat-Systeme weiterhin ablehnt, ist nicht davon auszugehen, dass sich an der Spielbarkeit von „Fortnite“ unter Linux in naher Zukunft etwas ändert. Die Entwicklung des Launchers wird voraussichtlich im Hintergrund weiterlaufen, während die Community die Entwicklung der offiziellen Roadmap und künftige Ankündigungen auf dem Unreal Fest oder anderen Branchenevents genau beobachten wird. Bis auf Weiteres bleibt die Nutzung von Drittanbieter-Software die einzige Möglichkeit für Linux-Anwender, ihre Epic-Bibliothek zu verwalten. Ob und wann Epic Games eine offizielle Schnittstelle für diese Community-Projekte bereitstellen wird, bleibt abzuwarten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/modernes-gaming-setup-mit-headset-und-maus-28993064/ · Foto: Matheus Bertelli
Quelle: https://www.heise.de/news/Epic-Games-Store-Launcher-soll-Linux-Version-bekommen-11413892.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag