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Der Eintracht-Kader im Check: Ach, diese Lücken, diese entsetzlichen Lücken
Regional · 02.09.2026 14:20

Der Eintracht-Kader im Check: Ach, diese Lücken, diese entsetzlichen Lücken

Kurz: Das Sommertransferfenster ist geschlossen und Eintracht Frankfurt steht vor großen Herausforderungen. Ein Kader-Check offenbart kritische Lücken in der Defensiv

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Nach dem offiziellen Ende der Transferphase zieht Eintracht Frankfurt eine ernüchternde Bilanz. Die Verantwortlichen haben ihre gesteckten Ziele für die Kaderplanung nur teilweise erreicht. Besonders in der Defensive und im Angriff klaffen nach den jüngsten Abgängen und den unvollständigen Neuzugängen besorgniserregende Lücken. Trainer Adi Hütter steht nun vor der schwierigen Aufgabe, mit einem unausgewogenen Aufgebot eine erfolgreiche Saison zu bestreiten. Während auf der Torhüterposition eine klare Lösung gefunden wurde, gleicht die Zusammenstellung der übrigen Mannschaftsteile einem riskanten Experiment. Die sportliche Leitung unter Markus Krösche muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Kaderstruktur den Anforderungen der Bundesliga in der Breite kaum gerecht wird. Das Scheitern wichtiger Transfers am Deadline Day hat die Situation weiter verschärft und den Druck auf den Trainerstab sowie die verbliebenen Akteure massiv erhöht. Die aktuelle personelle Lage zwingt den Verein dazu, über taktische Anpassungen oder gar die Verpflichtung vereinsloser Spieler nachzudenken, um die drohende Unterbesetzung in kritischen Phasen der Saison abzufedern.

Die Einzelheiten der Kaderstruktur

Die personellen Veränderungen bei Eintracht Frankfurt sind umfangreich. Im Tor wurde Noah Atubolu per Leihe mit Kaufoption verpflichtet, was die bisherige Unruhe beenden soll; Kaua Santos fungiert als Ersatz, während Michael Zetterer den Verein in Richtung Leeds United verließ. Die Abwehr verzeichnete herbe Verluste: Mit Nene Brown, Arthur Theate, Rasmus Kristensen und Aurele Amenda verließen vier Nationalspieler den Klub. Als Ersatz stehen nun Akteure wie Keita Kosugi, Elias Baum, Robin Koch, Nnamdi Collins, Lilian Brassier, Otavio und Jeremiaha Maluze bereit. Im Mittelfeld wurden mit Raphael Onyedika und Noel Aseko wichtige Rollen besetzt, während Can Uzun, Ritsu Doan, Fares Chaibi und Mario Götze für offensive Akzente sorgen sollen. Im Sturm ist die Lage kritisch: Nach dem gescheiterten Transfer von Arnaud Kalimuendo am Deadline Day stehen mit Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib nur zwei gestandene Angreifer zur Verfügung, ergänzt durch das Talent Malik Pimpong. Die Abgänge von Spielern wie Hugo Larsson, Ellyes Skhiri und Noel Futkeu wiegen schwer, da sie die Tiefe des Kaders weiter reduzierten.

Hintergrund und bisheriger Verlauf

Die aktuelle Situation ist das Resultat eines turbulenten Sommers, in dem die strategische Ausrichtung der Eintracht nicht wie erhofft umgesetzt werden konnte. Bereits während der gesamten Transferperiode zeichnete sich ab, dass der Verein vor der Herausforderung steht, einen massiven Aderlass an erfahrenen Kräften zu kompensieren. Die Abgänge von etablierten Nationalspielern in der Verteidigung rissen Lücken, die durch junge Talente und Neuzugänge erst noch gefüllt werden müssen. Dass der Transfer von Atubolu erst zustande kam, weil der Spieler schlecht beraten war und ursprünglich in die Premier League strebte, unterstreicht die schwierigen Rahmenbedingungen, unter denen Markus Krösche agieren musste. Auch im Sturm verlief die Planung nicht nach Plan. Das Scheitern der Verpflichtung von Arnaud Kalimuendo am letzten Tag der Transferphase markiert den vorläufigen Tiefpunkt einer Bemühung, die Offensive zu verstärken. Die Entscheidung, Spieler wie Noel Futkeu abzugeben, ohne adäquaten Ersatz zu präsentieren, wirkt aus heutiger Sicht wie ein strategisches Versäumnis, das nun die Flexibilität des Trainers einschränkt.

Die Beteiligten im Fokus

Im Zentrum der sportlichen Verantwortung steht Sportvorstand Markus Krösche, der die Transferaktivitäten leitete und nun die Kritik an der Kaderzusammenstellung auf sich zieht. Trainer Adi Hütter ist derjenige, der die sportlichen Konsequenzen der Kaderlücken ausbaden muss; er ist gezwungen, sein taktisches Konzept an die begrenzte personelle Auswahl anzupassen. Auf dem Platz ruhen die Hoffnungen auf erfahrenen Akteuren wie Robin Koch, der in der Abwehr eine Führungsrolle übernehmen muss, während junge Spieler wie Elias Baum oder Jeremiaha Maluze vor dem Sprung in die Stammelf stehen. Auch Neuzugänge wie Lilian Brassier und Raphael Onyedika stehen unter besonderer Beobachtung, da sie die jahrelangen Vakanzen auf ihren Positionen schließen sollen. Im Sturm hängt viel von der Gesundheit von Jonathan Burkardt ab, während der junge Younes Ebnoutalib nach seinem starken Saisonauftakt in Berlin beweisen muss, dass er die Erwartungen konstant erfüllen kann. Die Rolle des Talents Malik Pimpong wird ebenfalls kritisch beobachtet, da er als dritte Option im Sturm eingeplant ist.

Einordnung der sportlichen Lage

Einzuordnen ist die aktuelle Kaderplanung als ein hochriskantes Unterfangen. Den Berichten zufolge ist die defensive Stabilität der Eintracht durch die Abgänge von vier Nationalspielern massiv gefährdet. Die Tatsache, dass fünf der sieben verbliebenen Defensivspieler erst noch den Nachweis ihrer Bundesliga-Tauglichkeit erbringen müssen, deutet auf eine gefährliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit hin. Auch der Sturm wird als „abenteuerlich“ bewertet, da die Abhängigkeit von verletzungsanfälligen oder unerfahrenen Spielern zu groß ist. Die taktische Flexibilität von Adi Hütter scheint durch den Mangel an gelernten Außenverteidigern und die dünne Personaldecke im Angriff stark eingeschränkt. Es ist davon auszugehen, dass die Eintracht in dieser Konstellation kaum Spielraum für Verletzungen oder Sperren hat. Eine Anpassung des Spielsystems, etwa auf eine Dreierkette in der Defensive oder eine einzige Spitze im Sturm, erscheint den Beobachtungen nach als zwingende Konsequenz, um die vorhandenen Defizite in der Kaderbreite zumindest teilweise zu kaschieren.

Offene Fragen zur Kaderplanung

Der Quelltext lässt einige entscheidende Fragen unbeantwortet, die für die weitere sportliche Entwicklung der Eintracht von Bedeutung sind. Unklar bleibt beispielsweise, warum die Verantwortlichen während der Transferphase drei Stürmer abgegeben haben, ohne einen soliden Ersatz für die dritte Position im Angriff zu verpflichten. Auch die Hintergründe für die Entscheidung, den als günstig geltenden Noel Futkeu ziehen zu lassen, werden nicht näher erläutert. Es bleibt offen, ob der Verein aktiv nach vertragslosen Spielern sucht, um die Lücken kurzfristig zu schließen, oder ob man bewusst auf die Entwicklung der vorhandenen Talente setzt. Ebenso wenig beantwortet der Bericht die Frage, wie die sportliche Leitung die Diskrepanz zwischen der geforderten Qualität für die Bundesliga und dem aktuellen Leistungsstand der jungen Defensivtalente bewertet. Die konkrete Strategie für den Fall, dass Schlüsselspieler wie Jonathan Burkardt erneut länger ausfallen sollten, bleibt ebenfalls ein offener Punkt, der bei den Fans und Experten für Unsicherheit sorgt.

Wie es weitergeht

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie Trainer Adi Hütter die taktische Ausrichtung an die personelle Realität anpasst. Es ist davon auszugehen, dass der Österreicher intensiv an Systemvarianten arbeitet, um die Abwehr zu stabilisieren und den Angriff flexibler zu gestalten. Ein möglicher Weg könnte die Umstellung auf eine Dreierkette sein, um den Mangel an gelernten Außenverteidigern zu kompensieren. Zudem bleibt die Option bestehen, dass die Eintracht auf dem Markt für vertragslose Spieler aktiv wird, um die dünne Personaldecke im Sturm zu verstärken; Gerüchte um Spieler wie Joselu kursierten bereits am Deadline Day. Der Verein wird sich nun darauf konzentrieren müssen, die Neuzugänge wie Lilian Brassier schnellstmöglich in das Mannschaftsgefüge zu integrieren. Die sportliche Leitung steht unter Beobachtung, ob sie in der kommenden Transferperiode oder durch vereinsinterne Maßnahmen die offensichtlichen Schwachstellen beheben kann. Die nächsten Pflichtspiele werden der Gradmesser dafür sein, ob das gewagte Experiment mit dem aktuellen Kader aufgeht oder ob eine weitere Korrektur der sportlichen Ausrichtung notwendig wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historisches-altes-rathaus-in-esslingen-deutschland-33790265/ · Foto: Hernan Berwart
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-der-eintracht-kader-im-check-ach-diese-luecken-diese-entsetzlichen-luecken-102.html