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Diese Fritzbox kannst du endlich zeigen: Neues Design passt ins Bücherregal
Technik · 03.09.2026 11:55

Diese Fritzbox kannst du endlich zeigen: Neues Design passt ins Bücherregal

Kurz: Fritz präsentiert auf der IFA die neue DSL/Fiber 7-90: Mit minimalistischem Design und neuem Namensschema setzt der Hersteller auf Wohnraum-Integration.

Ein neuer Weg für das Wohnzimmer: Die Fritzbox DSL/Fiber 7-90

Auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) hat der bekannte deutsche Router-Hersteller Fritz, der vielen Nutzern bisher unter dem Namen AVM geläufig war, eine signifikante Neuerung in seinem Produktportfolio vorgestellt. Mit der Einführung der Fritzbox DSL/Fiber 7-90 vollzieht das Unternehmen einen strategischen Wandel, der sowohl die ästhetische Gestaltung als auch die systematische Benennung seiner Hardware betrifft. Das Gerät präsentiert sich in einem grundlegend überarbeiteten Gehäuse, das den Anspruch verfolgt, sich harmonisch in moderne Wohnumgebungen einzufügen. Anstatt wie bisher als rein technisches Gerät im Hintergrund zu verschwinden, ist das Modell so konzipiert, dass es sich problemlos in einem Bücherregal platzieren lässt. Diese Neuausrichtung markiert einen bewussten Bruch mit den bisherigen Designkonventionen des Herstellers, der seine Router über Jahre hinweg in einer sehr funktionalen, aber oft als wenig wohnraumfreundlich empfundenen Optik auslieferte. Die Präsentation auf der IFA unterstreicht den Stellenwert, den das Unternehmen der optischen Integration beimisst, ohne dabei die technischen Kernkompetenzen zu vernachlässigen, für die die Marke seit Jahrzehnten bekannt ist.

Technische Spezifikationen und die neue Nomenklatur

Die Fritzbox DSL/Fiber 7-90 bringt eine klare Struktur in die Produktbezeichnungen. Das neue Namensschema stellt die Anschlussart in den Vordergrund, gefolgt von der WLAN-Generation und einer zweistelligen Baureihennummer. Im Falle der 7-90 steht dies für ein Dual-Modem-Gerät, das sowohl an klassischen DSL-Anschlüssen als auch an modernen Glasfaserleitungen betrieben werden kann. Technisch unterstützt das Gerät am Glasfaseranschluss die verbreiteten Standards GPON mit bis zu 2,5 Gbit/s sowie AON mit 1 Gbit/s. Über die DSL-Schnittstelle sind Übertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s möglich. Das Gehäuse selbst ist minimalistisch gehalten: Es verfügt lediglich über eine einzige Taste und eine einzelne LED. Ein durchdachtes Kabelmanagement sorgt dafür, dass sämtliche Anschlüsse an der Rückseite gebündelt und durch eine Öffnung an der Unterseite nach außen geführt werden. Dies ermöglicht eine aufgeräumte Optik, egal ob das Gerät auf einem Regal steht oder mittels der integrierten Wandaufhängung befestigt wird. Die Bohrlöcher sind dabei abwärtskompatibel zu älteren Modellen wie der 7590, was den Austausch für Bestandskunden erleichtert.

WLAN-Leistung und Konnektivität im Vergleich

In puncto Funkleistung setzt das Gerät auf den modernen Standard Wi-Fi 7. Der Hersteller gibt eine kombinierte Bruttodatenrate von bis zu 12,2 Gbit/s an. Dabei entfallen jeweils 5760 Mbit/s auf das 6-GHz- und das 5-GHz-Band, während das 2,4-GHz-Band 690 Mbit/s beisteuert. Ein wesentlicher Unterschied zum leistungsstärkeren Schwestermodell, der Fritzbox 5690 Pro, liegt in der Anzahl der MIMO-Streams. Während die 5690 Pro im 6-GHz-Band vier parallele Datenströme bei einer Kanalbreite von 320 MHz nutzt, beschränkt sich die neue 7-90 auf eine geringere Konfiguration, was die theoretische Bandbreite in diesem spezifischen Frequenzbereich halbiert. Dennoch bietet das Gerät eine solide Ausstattung für anspruchsvolle Heimnetzwerke. Auf eine 10-Gbit/s-Ethernet-Schnittstelle wurde verzichtet; stattdessen stehen dem Nutzer zwei Anschlüsse mit 2,5 Gbit/s sowie zwei weitere Ports mit 1 Gbit/s zur Verfügung. Einer der 2,5-Gbit/s-Anschlüsse kann flexibel als WAN-Port konfiguriert werden, um das Gerät mit einem externen Modem zu verbinden. Zudem sind eine DECT-Basis für Telefonie sowie ein USB-Anschluss für Peripheriegeräte wie Drucker oder Speichermedien integriert.

Smart-Home-Integration und fehlende Standards

Ein weiterer zentraler Aspekt der Fritzbox DSL/Fiber 7-90 ist die Einbindung von Smart-Home-Komponenten. Das Gerät unterstützt die Funkstandards DECT ULE und Zigbee, was die Steuerung von kompatiblen Lampen, Sensoren und Steckdosen direkt über den Router ermöglicht. Damit deckt das Gerät die gängigen Anforderungen für eine vernetzte Wohnung ab. Auffällig ist jedoch die Abwesenheit des herstellerübergreifenden Standards Matter. Während das Topmodell 5690 Pro diesen Standard explizit unterstützt, fehlt ein entsprechender Hinweis bei der 7-90. Dies könnte für Nutzer, die auf eine nahtlose Integration in Ökosysteme wie Apple HomeKit oder Samsung SmartThings angewiesen sind, eine Einschränkung darstellen. Die Entscheidung des Herstellers, auf Matter in diesem Modell zu verzichten, deutet auf eine klare Differenzierung zwischen der gehobenen Oberklasse und dem neuen, eher auf Design und Mainstream-Anforderungen ausgerichteten Modell hin. Die DECT-Basis bleibt dabei ein bewährtes Merkmal, das die Fritzbox seit Jahren zu einer zentralen Schaltstelle für die Festnetztelefonie in deutschen Haushalten macht.

Einordnung der Marktstrategie

Einzuordnen ist die Strategie von Fritz als Reaktion auf den wachsenden Wunsch der Kunden nach Geräten, die sich optisch in ein modernes Interieur einfügen. Lange Zeit galt die Fritzbox als rein technisches Werkzeug, das in Kellern oder hinter Möbelstücken versteckt wurde. Mit der 7-90 ändert sich dieser Ansatz grundlegend. Den Berichten zufolge ist die Entscheidung für ein schlankes, buchähnliches Design ein bewusster Schritt, um die Akzeptanz der Hardware im Wohnbereich zu erhöhen. Technisch gesehen positioniert sich das Gerät als eine Art „gehobene Mittelklasse“. Es bietet zwar nicht die maximale Leistung des Flaggschiffs 5690 Pro, deckt aber durch das Dual-Modem-Konzept und die Unterstützung von Wi-Fi 7 die wichtigsten Anforderungen moderner Internetanschlüsse ab. Dass auf extrem schnelle 10-Gbit/s-Ethernet-Ports verzichtet wurde, ist ein Indiz dafür, dass der Hersteller das Gerät eher für den Massenmarkt optimiert hat, bei dem ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Preis, Design und Leistung im Vordergrund steht, statt auf absolute Spitzenwerte für Power-User zu zielen.

Offene Fragen und der Weg in die Zukunft

Obwohl die Vorstellung auf der IFA viele Details geklärt hat, bleiben einige wesentliche Fragen offen. Der Hersteller hat zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Informationen zur Preisgestaltung der Fritzbox DSL/Fiber 7-90 veröffentlicht. Auch die exakten Spezifikationen des USB-Anschlusses, insbesondere die Übertragungsgeschwindigkeit, wurden bisher nicht kommuniziert. Zudem bleibt unklar, ob die fehlende Matter-Unterstützung durch spätere Software-Updates nachgereicht werden kann oder ob sie hardwareseitig ausgeschlossen ist. Was den zeitlichen Rahmen betrifft, so ist Geduld gefragt: Bis zur tatsächlichen Markteinführung des Routers können den offiziellen Angaben zufolge noch einige Monate vergehen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Modelle in der neuen 7er-Serie folgen werden und ob das neue Namensschema konsequent auf alle zukünftigen Produktkategorien ausgeweitet wird. Die Kunden müssen sich also noch gedulden, bis das Gerät im Handel verfügbar ist und erste unabhängige Tests die tatsächliche Performance im Alltag unter Beweis stellen können.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-des-smartphones-254311/ · Foto: Caio
Quelle: https://t3n.de/news/fritzbox-7-90-neues-design-minimalismus-buecherregal-1761065/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed