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Chronoworking: Wie dieser Vorgesetzte den Schlaf seiner Mitarbeitenden retten will - und was du daraus mitnehmen kannst
Technik · 24.07.2026 14:00

Chronoworking: Wie dieser Vorgesetzte den Schlaf seiner Mitarbeitenden retten will - und was du daraus mitnehmen kannst

Kurz: Schlafprobleme im Job? Die Klinik Wartenberg setzt auf Chronoworking. Erfahren Sie, wie biologische Rhythmen die Arbeitswelt nachhaltig verändern können.

Ein biologischer Ansatz für den Arbeitsalltag

In der modernen Arbeitswelt ist der starre 9-to-5-Rhythmus oft Standard, doch er entspricht nicht immer den natürlichen Bedürfnissen des menschlichen Körpers. In der bayerischen Klinik Wartenberg wurde ein innovatives Konzept eingeführt, um den gesundheitlichen Herausforderungen der Belegschaft zu begegnen: das sogenannte Chronoworking. Dabei werden Arbeitszeiten nicht nach einer festen Norm, sondern nach dem individuellen biologischen Rhythmus der Mitarbeitenden gestaltet.

Der Ursprung: Wenn Gesundheit zur Priorität wird

Der Anstoß für diese Umstellung kam bereits vor acht Jahren. Damals führte die Klinik eine interne Mitarbeiterbefragung durch, die alarmierende Ergebnisse lieferte. Viele Angestellte berichteten von erheblichen Schlafstörungen, die ihren Alltag massiv beeinträchtigten. Die Folgen waren nicht nur eine allgemeine Erschöpfung, sondern auch physische Beschwerden wie Kopfschmerzen und ernsthafte Herz-Kreislauf-Probleme.

Norman Daßler, heute Klinik-Controller und damals in der Rolle des Pflegedienstleiters, nahm diese Rückmeldungen zum Anlass, aktiv zu werden. Die subjektiven Empfindungen der Belegschaft wurden zudem durch objektive Daten untermauert: Die jährliche Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen durch die AOK Bayern, bei der ein Großteil der Klinikmitarbeitenden versichert ist, bestätigte die hohe Belastung durch schlafbezogene gesundheitliche Probleme.

Was hinter dem Konzept steckt

Chronoworking basiert auf der Erkenntnis, dass jeder Mensch eine individuelle „innere Uhr“ besitzt. Während sogenannte „Lerchen“ morgens besonders leistungsfähig sind, erreichen „Eulen“ ihre Hochphase erst in den späten Abendstunden. Wenn Arbeitszeiten gegen diese biologische Veranlagung verstoßen, entsteht ein sogenannter „Social Jetlag“. Dieser Zustand führt langfristig zu den von den Klinikmitarbeitenden beschriebenen Symptomen.

Durch das Konzept in Wartenberg wurde ein Rahmen geschaffen, in dem Mitarbeitende ihre Arbeitszeiten besser an ihren persönlichen Biorhythmus anpassen können. Norman Daßler fungiert dabei als zentraler Ansprechpartner für alle, die sich für dieses Modell interessieren und ihre Arbeitsstruktur optimieren möchten.

Die Bedeutung für die Arbeitswelt von morgen

Die Initiative der Klinik Wartenberg zeigt, dass Unternehmen durch eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die langfristige Gesundheit ihres Personals fördern können. Die Reduktion von krankheitsbedingten Ausfällen ist dabei ein positiver Nebeneffekt, der sowohl für die Arbeitgeber als auch für die Beschäftigten von großem Wert ist.

Für viele Betriebe stellt sich nun die Frage, wie solche Modelle in den eigenen Arbeitsalltag integriert werden können. Während in einem Klinikbetrieb aufgrund der notwendigen Rund-um-die-Uhr-Versorgung spezifische Herausforderungen bestehen, bietet das Chronoworking auch in anderen Branchen ein hohes Potenzial zur Prävention von berufsbedingten Schlafstörungen.

Nächste Schritte für Unternehmen

Der Fall aus Bayern verdeutlicht, dass der erste Schritt immer in einer ehrlichen Bestandsaufnahme liegt. Mitarbeiterbefragungen und der Abgleich mit Fehlzeitenstatistiken können wertvolle Hinweise darauf geben, ob das aktuelle Arbeitszeitmodell den Bedürfnissen der Belegschaft gerecht wird. Die Bereitschaft, starre Strukturen aufzubrechen und den Fokus stärker auf die biologischen Voraussetzungen der Mitarbeitenden zu legen, könnte in Zukunft ein entscheidender Faktor für die Attraktivität von Arbeitgebern werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hand-laptop-bett-gerat-9788158/ · Foto: Marcus Aurelius
Quelle: https://t3n.de/news/chronoworking-vorgesetzter-schlaf-1752998/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed