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Charterflug - Deutschland schiebt erneut nach Afghanistan ab
Schlagzeilen · 28.07.2026 15:44

Charterflug - Deutschland schiebt erneut nach Afghanistan ab

Kurz: Deutschland hat erneut 31 afghanische Staatsbürger in ihr Heimatland abgeschoben. Der Charterflug fokussierte sich dabei auf verurteilte Schwerstkriminelle.

Erneute Rückführung von Straftätern nach Afghanistan

Die Bundesregierung hat am 28. Juli 2026 eine weitere Abschiebung afghanischer Staatsbürger durchgeführt. Wie Bundesinnenminister Dobrindt mitteilte, wurden insgesamt 31 Personen per Charterflug in ihr Herkunftsland gebracht. Bei den Betroffenen handelt es sich nach offiziellen Angaben mehrheitlich um Personen, die aufgrund schwerster oder schwerer Straftaten in Erscheinung getreten sind. Das Spektrum der Delikte umfasst unter anderem Tötungsdelikte, Vergewaltigungen sowie weitere gravierende Gewalttaten.

Direkte Absprachen mit den Taliban

Die Durchführung dieser Maßnahme basiert auf einer direkten Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den in Afghanistan regierenden Taliban. Diese Übereinkunft ermöglicht es Deutschland, Rückführungen ohne die Einbindung von Vermittlerstaaten direkt in das Land vorzunehmen. Diese direkte Kommunikation stellt eine zentrale Grundlage für die aktuelle Praxis der Abschiebungspolitik dar.

Die Sicherheitslage aus Sicht der IOM

Die Einschätzung der Sicherheitslage in Afghanistan ist für die behördliche Praxis von entscheidender Bedeutung. Nach Angaben der Landeschefin der UNO-Migrationsbehörde (IOM), Park, hat sich die Lage für bestimmte Personengruppen objektiv verbessert. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland betonte sie, dass es für afghanische Männer nach Einschätzung der Organisation gefahrlos möglich sei, in ihr Heimatland zurückzukehren.

Diese Einschätzung wird jedoch durch eine differenzierte Betrachtung ergänzt: Während die Rückkehr für Männer als vertretbar eingestuft wird, rät die IOM Frauen ausdrücklich von einer Rückkehr nach Afghanistan ab. Diese Unterscheidung unterstreicht die Komplexität der humanitären und sicherheitspolitischen Situation vor Ort.

Hintergrund und Einordnung

Die jüngste Abschiebung reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, die das Ziel verfolgen, verurteilte Straftäter konsequent außer Landes zu bringen. Die direkte Kooperation mit der faktischen Regierung in Kabul markiert dabei einen pragmatischen Ansatz in der Migrationspolitik, der jedoch aufgrund der politischen Gegebenheiten in Afghanistan regelmäßig Gegenstand öffentlicher Debatten ist. Die nächsten Schritte der Bundesregierung werden voraussichtlich davon abhängen, inwieweit die getroffenen Vereinbarungen mit den Taliban auch in Zukunft Bestand haben und wie sich die Sicherheitslage in den verschiedenen Provinzen des Landes weiter entwickelt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/flugzeugturbinen-und-flughafenbodenausrustung-32112113/ · Foto: Joerg Mangelsen
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/deutschland-schiebt-erneut-nach-afghanistan-ab-100.html