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Blick ins Triebwerk: # 69 Click Boom Flash – Boroskopie
Technik · 03.08.2026 06:55

Blick ins Triebwerk: # 69 Click Boom Flash – Boroskopie

Kurz: Wie Experten mit Kamerasonden in das Innere von Flugzeugtriebwerken blicken, um kleinste Schäden aufzuspüren und die Flugsicherheit zu gewährleisten.

Präzisionsarbeit im Verborgenen

Wenn Passagiere aus dem Flugzeugfenster blicken, sehen sie lediglich die äußeren Schaufelblätter der Triebwerke. Was sich jedoch im Inneren der komplexen Maschinen abspielt, bleibt für das bloße Auge verborgen. Hier beginnt das Einsatzgebiet von Experten wie Maik Barnier, die sich auf die sogenannte Boroskopie spezialisiert haben. Dabei handelt es sich um eine essenzielle Zustandsaufnahme des Triebwerksinneren, die maßgeblich über die Flugtauglichkeit einer Maschine entscheidet.

Die Technik der Boroskopie

Um das Innere eines Triebwerks zu inspizieren, nutzen Techniker spezielle Kamerasonden, sogenannte Boroskope. Diese werden durch winzige, dafür vorgesehene Öffnungen in das Gehäuse eingeführt. Moderne Sonden sind hochflexibel und lassen sich um bis zu 180 Grad abwinkeln, um auch schwer zugängliche Bereiche zu erreichen. Die optische Qualität hat sich dabei massiv verbessert: Dank 3D-Optiken können die Inspektoren die Bauteile auf Bildschirmen dreidimensional betrachten, drehen und analysieren.

Ursachen für Triebwerksschäden

Im Betrieb sind die filigranen Bauteile im Inneren der Turbine enormen Belastungen ausgesetzt. Barnier weist darauf hin, dass bereits kleinste Unregelmäßigkeiten – wie Risse, Beulen oder Einschläge im Bereich von Zehntel-Millimetern – eine genaue Bewertung erfordern. Zu den häufigsten Ursachen für solche Schäden zählen:

* **Fremdkörper:** Vögel, die während des Fluges angesaugt werden, können bereits bei kleineren Arten wie Möwen deutliche Spuren hinterlassen.

* **Startbahn-Rückstände:** Steinchen, die beim Rollen oder Starten aufgewirbelt werden, treffen auf die empfindlichen Komponenten.

* **Wildtiere:** Gelegentlich kommt es zu Kollisionen mit Tieren wie Hasen auf dem Rollfeld.

Jeder festgestellte Schaden wird penibel dokumentiert und gemäß den strengen Vorgaben der Triebwerkshersteller klassifiziert. Diese Bewertung entscheidet darüber, ob das Flugzeug sicher abheben darf oder für weitere Wartungsarbeiten am Boden bleiben muss.

Die Zukunft der Inspektion: KI-Unterstützung

Die technologische Entwicklung in der Triebwerkswartung schreitet zügig voran. Ein besonders vielversprechender Bereich ist die Integration von Künstlicher Intelligenz. Aktuell befindet sich der Einsatz von KI-gestützten Systemen zur Schadenserkennung in der Erprobung. Experten wie Barnier sind davon überzeugt, dass diese Technologie die Art und Weise, wie Inspektionen in Zukunft durchgeführt werden, grundlegend verändern wird. Die KI soll dabei helfen, Schäden noch präziser zu identifizieren und die Bewertungsprozesse zu beschleunigen.

Hintergrund und operative Abläufe

Die Wartungsintervalle von Flugzeugturbinen richten sich nach sogenannten Cycles – also der Abfolge von Start, Flug und Landung. Je nach Einsatzprofil und Herstelleranforderungen werden die Triebwerke regelmäßig inspiziert, um die Sicherheit im Luftverkehr zu gewährleisten. Die Boroskopie ist dabei ein unverzichtbares Werkzeug, um den Zustand der inneren Mechanik ohne eine vollständige Demontage des Triebwerks beurteilen zu können. Dies spart Zeit und Ressourcen, während gleichzeitig ein Höchstmaß an Sicherheit geboten wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/laptop-verbindung-technologie-display-8720267/ · Foto: cottonbro studio
Quelle: https://www.heise.de/news/Blick-ins-Triebwerk-69-Click-Boom-Flash-Boroskopie-11377900.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag