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Betriebssystem: Selbst Wetter-App in Windows 11 braucht 1,2 GByte RAM
Technik · 10.08.2026 13:42

Betriebssystem: Selbst Wetter-App in Windows 11 braucht 1,2 GByte RAM

Kurz: Die Wetter-App unter Windows 11 verbraucht bis zu 1,2 GByte Arbeitsspeicher. Ein Vergleich mit MacOS zeigt, wie ineffizient Web-Apps das System belasten.

Hoher Ressourcenhunger bei Standardanwendungen

Nutzer von Windows 11 stehen immer wieder vor der Frage, warum das Betriebssystem trotz moderner Hardware spürbare Anforderungen an den Arbeitsspeicher stellt. Aktuelle Analysen des Fachmagazins Windows Latest werfen nun ein Schlaglicht auf eine der Ursachen: Die vorinstallierte Wetter-App. Diese Anwendung, die sowohl über das Startmenü als auch über die Widget-Leiste in der Taskleiste aufgerufen wird, zeigt einen überraschend hohen RAM-Bedarf.

Messungen haben ergeben, dass die App im laufenden Betrieb regelmäßig mehr als 1 GByte Arbeitsspeicher beansprucht. In der Spitze wurden sogar Werte von bis zu 1,2 GByte dokumentiert. Angesichts der vergleichsweise simplen Funktion – der Anzeige von Wetterdaten für die kommende Woche – erscheint dieser Speicherhunger für viele Anwender unverhältnismäßig hoch.

Die technische Basis: Web-Apps als Speicherfresser

Der Grund für den hohen Ressourcenverbrauch liegt in der Architektur der Anwendung. Microsoft setzt bei der Wetter-App unter Windows 11 auf eine Web-App-Struktur, die auf Webview2 und Chromium basiert. Diese Technologie ermöglicht es, Web-Inhalte direkt in die Desktop-Umgebung zu integrieren.

Die Anwendung fungiert dabei im Wesentlichen als ein Interface, das auf eine Form des MSN-Message-Boards zurückgreift. Da die App in mehrere Subdienste unterteilt ist, die der typischen Namensgebung von Chromium-basierten Prozessen folgen, wird der hohe RAM-Bedarf durch die zugrunde liegende Browser-Engine erklärt. Ein weiterer Aspekt, der bei der Betrachtung der App eine Rolle spielt, ist die Integration von Werbeanzeigen. Da die Anwendung ab Werk fest in das Betriebssystem integriert ist und Kacheln mit Werbung ausspielt, wird sie von Kritikern teilweise als Adware eingestuft.

Vergleich mit MacOS zeigt Optimierungspotenzial

Ein direkter Vergleich mit dem Pendant unter MacOS verdeutlicht die Ineffizienz der aktuellen Windows-Implementierung. Während die Wetter-App unter Windows 11 über 1 GByte RAM für sich beansprucht, benötigt die entsprechende Anwendung auf einem Apple-System lediglich rund 250 MByte. Das entspricht nur etwa einem Fünftel des Speicherbedarfs der Microsoft-Lösung.

Dieser massive Unterschied unterstreicht die Debatte über die Strategie von Microsoft, vermehrt auf Web-Technologien für Kernkomponenten des Betriebssystems zu setzen. Während Web-Apps für Entwickler Vorteile bei der Wartung und plattformübergreifenden Verfügbarkeit bieten, erkauft sich der Nutzer dies durch eine deutlich höhere Belastung der Systemressourcen.

Ausblick: Hoffnung auf WINUI 3

Die hohe Auslastung des Arbeitsspeichers durch einfache Anwendungen ist ein bekannter Kritikpunkt an der aktuellen Architektur von Windows 11. Microsoft ist sich der Problematik bewusst und arbeitet nach Berichten daran, verschiedene Programme und Systemkomponenten auf das modernere Framework WINUI 3 umzustellen.

Die Erwartung ist, dass durch diesen Wechsel die Effizienz des Betriebssystems gesteigert werden kann. Ob dies jedoch ausreicht, um den Speicherbedarf von Anwendungen wie der Wetter-App signifikant zu senken, bleibt abzuwarten. Für Anwender mit begrenztem Arbeitsspeicher bleibt die aktuelle Situation ein Faktor, der die Systemleistung spürbar beeinflussen kann, besonders wenn mehrere solcher Web-Apps gleichzeitig im Hintergrund aktiv sind.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarzes-android-smartphone-163065/ · Foto: Pixabay
Quelle: https://www.golem.de/news/betriebssystem-selbst-wetter-app-in-windows-11-braucht-1-2-gbyte-ram-2608-211763.html