Einblicke in die Inanspruchnahme der E-Auto-Förderung
Kurz nach dem Start des aktuellen Förderprogramms für Elektrofahrzeuge zeichnen sich deutliche Trends bei der Nutzung ab. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat erstmals detaillierte Daten dazu vorgelegt, welche Bevölkerungsgruppen den staatlichen Kaufzuschuss in Anspruch nehmen. Die Zahlen geben Aufschluss über die Verteilung der Anträge nach Einkommen und Finanzierungsart.
Einkommensstruktur der Antragsteller
Entgegen der häufig geäußerten Vermutung, dass staatliche Subventionen für Elektromobilität primär wohlhabenderen Schichten zugutekommen, zeigt die Auswertung ein anderes Bild. Die Mehrheit der Anträge stammt aus Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro. In dieser Kategorie wurden 52.377 Anträge verzeichnet.
Ergänzt wird dies durch Haushalte mit einem Einkommen zwischen 45.001 und 60.000 Euro, die weitere 22.488 Anträge stellten. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass fast 75 Prozent aller bisherigen Förderanträge von Haushalten mit einem zu versteuernden Einkommen von maximal 60.000 Euro eingereicht wurden. Die Bundesregierung hatte für das Programm Einkommensgrenzen festgelegt: Grundsätzlich liegt die Obergrenze bei 80.000 Euro, für Familien mit mindestens zwei minderjährigen Kindern bei 90.000 Euro.
Finanzierung und Fahrzeugtypen
Bei der Wahl der Finanzierungsform zeigt sich eine nahezu paritätische Verteilung. Von den insgesamt 102.539 Anträgen, die bis zum 4. August registriert wurden, entfielen 51.851 auf den Kauf eines Fahrzeugs, während 50.688 Anträge für Leasingverträge gestellt wurden.
Ein weiterer Aspekt der Bafa-Statistik betrifft die Art der geförderten Antriebe. Reine Elektroautos dominieren das Programm deutlich. Plug-in-Hybride sowie Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer spielen eine untergeordnete Rolle und machen weniger als zehn Prozent der gesamten Anträge aus.
Status der Mittelabrufung
Obwohl die Marke von 100.000 Anträgen bereits überschritten wurde, ist die Zahl der bewilligten Anträge mit gut 28.000 noch deutlich geringer. Dies ist laut Bafa auf den rückwirkenden Start der Förderung zurückzuführen. Da Anträge für Fahrzeuge gestellt werden konnten, die bereits seit dem 1. Januar zugelassen wurden, musste die Behörde eine hohe Anzahl an Altfällen bearbeiten.
Rechnerisch würden alle bisherigen Anträge ein Fördervolumen von etwa 400 Millionen Euro binden. Angesichts des Gesamtbudgets von drei Milliarden Euro, das bis 2029 zur Verfügung steht, ist der bisherige Abruf als moderat einzustufen.
Politischer Kontext und Marktdynamik
Die Ausgestaltung der Kaufprämie ist Gegenstand politischer Diskussionen. Hintergrund sind frühere Daten des Umweltministeriums, die darauf hindeuteten, dass insbesondere ausländische Hersteller wie Tesla überproportional von der Förderung profitierten. Dies löste innerhalb der Regierungskoalition Debatten über die Zielgenauigkeit der Anreize aus. Ob sich diese Verteilung durch die aktuellen Zahlen verschoben hat, bleibt abzuwarten, da das Bafa detaillierte Auswertungen nach Herstellern und Modellen erst in naher Zukunft veröffentlichen will.
Die Entwicklung findet in einem dynamischen Marktumfeld statt. Laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts wurden im ersten Halbjahr knapp 370.000 Elektroautos neu zugelassen. Im Juni erreichten Stromer zudem einen Meilenstein, als sie in der monatlichen Zulassungsstatistik erstmals die meistverkaufte Antriebsart darstellten und damit konventionelle Antriebe wie Benziner und Hybride übertrafen.