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Wie soll die Kirche St. Kunigundis künftig genutzt werden?
Regional · 27.08.2026 14:41

Wie soll die Kirche St. Kunigundis künftig genutzt werden?

Kurz: Die Stadt Kassel lädt zur Informationsveranstaltung über die Zukunft der ehemaligen Kirche St. Kunigundis in Bettenhausen ein.

Die Zukunft der Kirche St. Kunigundis im Fokus

Die Stadt Kassel hat einen bedeutenden Transformationsprozess für die ehemalige Kirche St. Kunigundis im Stadtteil Bettenhausen eingeleitet. Unter dem Leitgedanken „St. Kunigundis – Eine Kirche macht Platz für den Stadtteil“ findet am Dienstag, den 8. September, eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Beginn der Zusammenkunft ist um 17 Uhr im Stadtteilzentrum Agathof, das sich in der Agathofstraße 48 befindet. Ziel der Veranstaltung ist es, die Anwohnerinnen und Anwohner sowie interessierte Nutzergruppen und potenzielle Mieter über die geplante Umgestaltung des Kirchengebäudes und der angrenzenden Freiflächen zu informieren. Das Gotteshaus, das nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt wird, soll künftig als zentraler Ort für das Gemeinwohl dienen. Die Stadtverwaltung möchte mit diesem Schritt einen Raum schaffen, der für vielfältige Formate und unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen zugänglich ist. Die Veranstaltung bietet eine Plattform, um den aktuellen Stand der Planungen zu erörtern und den Dialog mit der Stadtgesellschaft zu suchen, um die künftige Nutzung des Areals aktiv mitzugestalten und die Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaft in den Vordergrund zu stellen.

Details zur baulichen Entwicklung und Planung

Die Grundlage für die anstehenden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen bildet eine umfassende Machbarkeitsstudie, die von der Stadt Kassel im Jahr 2024 in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse dieses Gutachtens liegen seit Ende 2025 vor und dienen nun als Basis für die weitere fachliche Konkretisierung. Aktuell befindet sich das Projekt bereits in einer ersten Phase: Die Sanierung des Deckengewölbes im ehemaligen Kirchenraum ist bereits angelaufen. Für die weitere Planung wurde festgelegt, dass ab Ende 2026 ein Architekturbüro die detaillierte Ausarbeitung des Nutzungskonzepts übernehmen wird. Die eigentliche bauliche Umsetzung ist für einen Zeitraum ab Ende 2027 angesetzt und soll eine Dauer von etwa zwei Jahren in Anspruch nehmen. Die Stadt Kassel, insbesondere das Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz, begleitet diesen Prozess intensiv. Um die organisatorische Planung der Informationsveranstaltung zu erleichtern, bittet die Stadtverwaltung alle Interessierten um eine vorherige Anmeldung per E-Mail an Clemens Exner vom beauftragten Fördergebietsmanagement unter der Adresse clemens.exner@projektstadt.de. Diese frühzeitige Einbindung soll sicherstellen, dass die Kapazitäten im Stadtteilzentrum Agathof optimal genutzt werden können.

Hintergrund und bisheriger Verlauf des Projekts

Der Prozess der Umnutzung ist das Ergebnis einer längeren strategischen Überlegung, wie mit nicht mehr genutzten kirchlichen Immobilien im Stadtgebiet umgegangen werden soll. Nachdem die Kirche St. Kunigundis ihre ursprüngliche Funktion verloren hatte, stand die Frage nach einer sinnvollen Nachnutzung im Raum, die den Stadtteil Bettenhausen bereichern könnte. Die Entscheidung, das Gebäude in einen gemeinwohlorientierten Versammlungsort umzuwandeln, ist das Resultat der erwähnten Machbarkeitsstudie. Diese Studie hat die Potenziale des Standorts sowie die baulichen Notwendigkeiten für eine zukunftsfähige Nutzung ausgelotet. Die Einbettung der Kirche in eine umgebende Wohnanlage unterstreicht die Bedeutung des Areals als Ankerpunkt für das soziale Leben im Quartier. Durch die gezielte Umgestaltung soll verhindert werden, dass das Gebäude leer steht oder in seiner städtebaulichen Wirkung verfällt. Stattdessen wird die Transformation als Chance begriffen, die soziale Infrastruktur in Bettenhausen zu stärken und einen Ort zu schaffen, der die Identität des Stadtteils positiv prägt und eine neue, dauerhafte Perspektive für das denkmalgeschützte oder historisch bedeutsame Gebäude bietet.

Beteiligte Akteure und Zielgruppen

An dem Projekt sind verschiedene Akteure beteiligt, die jeweils unterschiedliche Rollen einnehmen. Die Stadt Kassel fungiert als zentrale Instanz, wobei das Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz die fachliche Unterstützung bei den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen leistet. Das Fördergebietsmanagement, vertreten durch Clemens Exner, übernimmt die organisatorische Schnittstelle zur Öffentlichkeit. Die primäre Zielgruppe für die künftige Nutzung sind Vereine, Initiativen sowie Träger sozialer Einrichtungen und Bildungseinrichtungen. Diese Gruppen werden ausdrücklich dazu ermutigt, ihr Interesse an einer dauerhaften Anmietung oder einer regelmäßigen Nutzung der Räumlichkeiten zu bekunden. Auch die Anwohnerinnen und Anwohner aus Bettenhausen sind als direkte Nachbarn und Nutzer des Umfelds zentrale Akteure in diesem Beteiligungsprozess. Die Informationsveranstaltung dient dazu, diese verschiedenen Gruppen zusammenzubringen, damit sie ihre Erwartungen und Bedarfe artikulieren können. Die Stadt betont, dass die Offenheit für unterschiedliche Nutzergruppen ein wesentliches Merkmal des neuen Konzepts ist, um eine lebendige und vielfältige Nutzung der ehemaligen Kirche sicherzustellen.

Einordnung und offene Fragen

Den Berichten zufolge ist die geplante Umgestaltung als ein gezielter Beitrag zur Quartiersentwicklung zu verstehen. Einzuordnen ist das so: Die Stadt Kassel nutzt die Umnutzung der Kirche, um den sozialen Zusammenhalt in Bettenhausen durch die Bereitstellung von Infrastruktur zu fördern. Es ist ein klassisches Beispiel für die Revitalisierung von Bestandsbauten, um sie an moderne Anforderungen anzupassen. Dennoch bleiben einige Aspekte im vorliegenden Quelltext unbeantwortet. So wird beispielsweise nicht konkretisiert, welche spezifischen Vereine oder Träger bereits im Vorfeld Interesse bekundet haben oder ob es bereits Vorverträge gibt. Auch die genauen finanziellen Investitionskosten für die Sanierung und den Umbau werden nicht genannt. Zudem bleibt offen, wie die laufenden Betriebskosten des Gebäudes nach der Fertigstellung gedeckt werden sollen und ob es ein spezifisches Betreibermodell gibt, das über die reine Vermietung hinausgeht. Auch die genaue architektonische Gestaltung der Freiflächen wird nur allgemein erwähnt, ohne ins Detail zu gehen, wie diese in den öffentlichen Raum des Stadtteils integriert werden sollen. Diese Lücken lassen Raum für Spekulationen über die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts, die erst in späteren Planungsphasen konkretisiert werden dürften.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/teenager-studenten-posieren-in-schuluniformen-32165215/ · Foto: Green odette
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/august/infoveranstaltung-st.kunigundis.php