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Ab heute kann über das Jugendwort des Jahres abgestimmt werden
Schlagzeilen · 28.07.2026 13:31

Ab heute kann über das Jugendwort des Jahres abgestimmt werden

Kurz: Der Langenscheidt-Verlag hat die zehn Kandidaten für das Jugendwort des Jahres 2026 bekannt gegeben. Ab sofort können Jugendliche ihre Stimme abgeben.

Die Suche nach dem Sprachgefühl der Generation Z

Einmal jährlich steht die deutsche Sprache im Fokus einer besonderen Wahl: Der Langenscheidt-Verlag sucht das Jugendwort des Jahres. Auch für das Jahr 2026 wurde nun der Startschuss für den Abstimmungsprozess gegeben. Zehn Begriffe, die den aktuellen Sprachgebrauch junger Menschen zwischen elf und 20 Jahren prägen, haben es in die finale Auswahl geschafft. Die Palette der Nominierten reicht dabei von humorvollen Anreden über gaming-inspirierte Entschuldigungen bis hin zu Begriffen, die soziale Dynamiken im Internet widerspiegeln.

Diese Begriffe stehen zur Wahl

Die Auswahl spiegelt wider, wie stark soziale Medien wie TikTok und die Gaming-Kultur den Wortschatz beeinflussen. Zu den Nominierten gehören:

* **67**: Eine Zahlenfolge, die durch TikTok und Musikvideos populär wurde. Sie hat keine feste Bedeutung und wird universell eingesetzt.

* **Digga**: Ein Dauerbrenner, der erneut nominiert wurde. Er dient als vielseitige Anrede für Freunde oder Bekannte.

* **Crashout**: Beschreibt den Zustand, wenn jemand die Kontrolle verliert oder extrem emotional auf eine Situation reagiert.

* **Du bist gut genug**: Ein Zitat aus einem Song, das durch Memes und Parodien zum festen Bestandteil der Jugendsprache wurde.

* **Gute Käse**: Ein Ausdruck für hohe Qualität oder allgemeine Zustimmung.

* **Macker**: Erlebt ein Comeback als ironische Bezeichnung für Freunde oder feste Partner.

* **Peak**: Entlehnt aus dem Englischen für „Gipfel“, bezeichnet es das Beste oder Unübertreffbare.

* **Ragebait**: Ein Begriff für gezielt provokante Inhalte in sozialen Medien, die durch Empörung Reichweite generieren sollen.

* **Schere**: Ursprünglich aus der Gaming-Szene stammend, wird das Wort heute als universelle Entschuldigung verwendet.

* **Süper**: Eine türkischstämmige Variante von „super“, die durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers Bekanntheit erlangte.

Der Prozess der Abstimmung

Die Wahl zum Jugendwort ist nicht nur ein linguistisches Experiment, sondern ein kulturelles Ereignis. Wie in den Vorjahren unterstützt die Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner das Projekt, indem sie die Begriffe in ihrer gewohnt professionellen Art – und in diesem Jahr teilweise sogar singend – präsentiert. Dies unterstreicht den humorvollen Charakter der Aktion.

Der Abstimmungszeitraum läuft ab heute bis zum 20. August. In einem ersten Schritt wird aus den zehn Kandidaten eine Top-3-Liste ermittelt. Erst danach erfolgt eine finale Abstimmungsrunde, um den Sieger zu küren. Die Bekanntgabe des offiziellen Jugendwortes des Jahres 2026 ist für den 10. Oktober terminiert.

Hintergrund und Bedeutung des Jugendjargons

Sprache ist ein lebendiges Konstrukt, das sich besonders in der Jugendphase schnell wandelt. Die Nominierten zeigen deutlich, wie stark digitale Plattformen die Kommunikation beeinflussen. Begriffe wie „Ragebait“ oder „67“ verdeutlichen, dass Jugendliche Trends nicht nur konsumieren, sondern durch eigene Interpretationen und Memes aktiv mitgestalten.

Ob ein Wort schließlich zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt wird, hängt maßgeblich davon ab, wie tief es in den Alltag der Zielgruppe eingedrungen ist. Während einige Begriffe wie „Digga“ bereits über Jahre hinweg stabil sind, fungieren andere als kurzfristige „Allzweckwaffen“, die aufkommende Kommunikationsbedürfnisse in einer schnelllebigen digitalen Welt bedienen. Die Wahl bietet somit einen interessanten Einblick in die soziolinguistische Entwicklung der jungen Generation.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-frau-tisch-fenster-3928118/ · Foto: Andrea Piacquadio
Quelle: https://www.tagesschau.de/kultur/sprache-jugendwort-des-jahres-kandidaten-100.html