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Wirtschaftskrimi: Prozess um 100-Millionen-Euro-Betrug an Delivery-Hero-Gründer
Technik · 23.07.2026 20:32

Wirtschaftskrimi: Prozess um 100-Millionen-Euro-Betrug an Delivery-Hero-Gründer

Kurz: Ein aufsehenerregender Betrugsfall erschüttert die Startup-Szene: Investor Florian Fritsch soll Delivery-Hero-Gründer Markus Fuhrmann um 108 Millionen Euro gebr

Ein folgenschwerer Vertrauensbruch in der Startup-Welt

Im Zentrum eines komplexen Wirtschaftskrimis steht der deutsche Investor Florian Fritsch. Die Staatsanwaltschaft Liechtenstein hat Ende März Anklage wegen Untreue erhoben. Der Vorwurf wiegt schwer: Fritsch soll versucht haben, den Delivery-Hero-Gründer Markus Fuhrmann um eine Summe von 108 Millionen Euro zu betrügen. Der Fall beleuchtet die Schattenseiten enger geschäftlicher und privater Verflechtungen in der Investorenszene.

Die Akteure und ihre Verbindung

Markus Fuhrmann, einer der profiliertesten Gründer im deutschsprachigen Raum, unterhielt über Jahre hinweg eine enge Beziehung zu Fritsch. Diese Verbindung war nicht nur beruflicher Natur, sondern auch von privatem Vertrauen geprägt. Fuhrmann unterstützte Fritsch und dessen Firmen mit Darlehen in Millionenhöhe. Zudem besetzte Fuhrmann die Position des Geschäftsführers seiner eigenen Familien-Holding mit einem langjährigen Mitarbeiter aus dem Umfeld von Fritsch.

Gemeinsam waren beide zudem an der Gründung des Immobilien-Startups Gropyus beteiligt, das als eines der renommiertesten Projekte der Branche gilt. Doch hinter der Fassche des Erfolgs sollen sich massive Probleme aufgetürmt haben. Berichten zufolge geriet Fritsch unter erheblichen finanziellen Druck, nachdem Gropyus-Projekte trotz massiver Investitionen scheiterten.

Die mutmaßliche Manipulation

Laut der Anklageschrift, die von der Staatsanwaltschaft Liechtenstein eingereicht wurde, soll Fritsch im Sommer 2021 versucht haben, die Kontrolle über das gemeinsame Immobilien-Startup zu übernehmen. Als mutmaßlicher Drahtzieher soll er gemeinsam mit seinem Bruder einen Plan geschmiedet haben, um Fuhrmann zu entmachten.

Kern des Vorwurfs ist ein Aktionärsbindungsvertrag (ABV). Dieser sah vor, dass Fuhrmanns Familien-Holding ihr Aktienpaket an Gropyus – mit einem damaligen Wert von rund 108 Millionen Euro – für einen Zeitraum von 20 Jahren an Fritsch verpfändet. Durch dieses Konstrukt wäre Fritsch faktisch zum Alleinherrscher bei Gropyus aufgestiegen. Die Anklage legt nahe, dass der Vertrag von Fritsch und seinem Bruder konzipiert und durch den Vertrauten, der als Geschäftsführer von Fuhrmanns Holding agierte, unterzeichnet wurde – und zwar ohne das Wissen oder die Zustimmung von Fuhrmann selbst.

Folgen für das Startup-Ökosystem

Die Auswirkungen dieser Machenschaften waren gravierend. Durch das Verhalten von Fritsch soll das Startup Gropyus an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geraten sein. Erst auf massiven Druck sowohl bestehender als auch potenzieller neuer Investoren lenkte Fritsch ein und stimmte der Auflösung des umstrittenen Vertrages zu.

Die rechtliche Aufarbeitung des Falls steht nun bevor. Während die Staatsanwaltschaft den Fall als klaren Fall von Untreue wertet, halten sich die Beschuldigten bedeckt. Weder Fritsch noch sein Bruder oder der mitangeklagte Vertraute äußerten sich bislang zu den Vorwürfen.

Kontext: Delivery Hero als globaler Akteur

Der Fall um Markus Fuhrmann rückt auch die Komplexität seines unternehmerischen Hintergrunds in den Fokus. Delivery Hero agiert heute als globale Dachgesellschaft, die hinter den Kulissen ein weitreichendes Netz an Beteiligungen steuert. Während der Name in Deutschland kaum als Endkundenmarke präsent ist, dominiert das Unternehmen durch Tochtergesellschaften wie Glovo in Südeuropa, Talabat im Nahen Osten oder Foodpanda in Asien den globalen Markt für Essenslieferungen. Die finanzielle Stabilität und die Reputation solcher Akteure sind in einem so eng vernetzten Markt von entscheidender Bedeutung, weshalb derartige Betrugsvorwürfe innerhalb des Gründer- und Investorennetzwerks hohe Wellen schlagen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historische-gebaudefassade-mit-polizeiautos-38094382/ · Foto: Oleksiy Yeshtokyn,🌻🇺🇦🌻
Quelle: https://www.golem.de/news/wirtschaftskrimi-prozess-um-100-millionen-euro-betrug-an-delivery-hero-gruender-2607-211232.html