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Wim Wenders und Nastassja Kinski: Regisseur will Nacktszene aus »Falsche Bewegung« schneiden
Technik · 31.07.2026 20:52

Wim Wenders und Nastassja Kinski: Regisseur will Nacktszene aus »Falsche Bewegung« schneiden

Kurz: Nach langjährigem Streit um den Film »Falsche Bewegung« aus dem Jahr 1975 hat sich Regisseur Wim Wenders bereit erklärt, eine umstrittene Nacktszene zu entferne

Ein filmhistorischer Konflikt findet ein Ende

Der langjährige Streit zwischen dem renommierten Regisseur Wim Wenders und der Schauspielerin Nastassja Kinski ist beigelegt. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand der Film »Falsche Bewegung« aus dem Jahr 1975. In einer gemeinsamen Erklärung gaben beide Parteien bekannt, dass Wenders dem ausdrücklichen Wunsch der Schauspielerin nachkommen wird, eine spezifische Szene aus dem Werk zu entfernen. Diese Entscheidung markiert den Abschluss einer Debatte, die über Jahre hinweg für mediale Aufmerksamkeit sorgte.

Die umstrittene Sequenz

In der beanstandeten Szene, die eine Dauer von etwa zwei Minuten umfasst, ist Nastassja Kinski im Alter von 13 Jahren mit nacktem Oberkörper zu sehen. Die Darstellung zeigt zudem eine körperliche Auseinandersetzung, bei der die junge Schauspielerin geohrfeigt wird, bevor ihr Gesicht gestreichelt wird. Kinski hatte Wenders nach eigenen Angaben bereits seit Jahren dazu aufgefordert, diese Sequenz aus dem Film zu schneiden.

Reflektion und Entschuldigung des Regisseurs

Bereits im Mai äußerte sich Wim Wenders im Rahmen des Deutschen Filmpreises kritisch zu seiner damaligen Arbeitsweise. Er betonte, dass er eine solche Szene unter heutigen Bedingungen nicht mehr drehen würde. Gleichzeitig verwies er auf den zeitgeschichtlichen Kontext seiner Arbeit in den 1970er Jahren, für den er seinem damaligen Ich keine direkten Vorwürfe machen könne. Dennoch stellte er die grundsätzliche Frage in den Raum, wie Filmschaffende verantwortungsvoll mit ihrem kulturellen Erbe umgehen sollten.

Im Juni dieses Jahres zog Wenders Konsequenzen und ließ den Film über seine Stiftung aus dem öffentlichen Vertrieb zurückziehen. Streaming-Dienste und TV-Partner wurden angewiesen, das Werk nicht länger zugänglich zu machen. In diesem Zuge richtete der 80-jährige Regisseur eine direkte Entschuldigung an Kinski: Er erkannte an, dass er als einer der wenigen noch handelnden Verantwortlichen von damals eine Schutzpflicht gegenüber der jungen Schauspielerin gehabt hätte. Er bat sie um Entschuldigung, ausdrücklich ohne Einschränkungen.

Wiederherstellung des Miteinanders

Die nun getroffene Einigung dient nicht nur der inhaltlichen Bereinigung des Films, sondern zielt auch auf eine persönliche Versöhnung ab. Laut der gemeinsamen Stellungnahme verbindet beide der Wunsch, dass die Wahrnehmung des Films künftig nicht mehr durch den langjährigen Konflikt belastet wird. Zudem soll der freundschaftliche Umgang zwischen Wenders und Kinski wiederhergestellt werden.

Kontext und filmische Aufarbeitung

Die Debatte um »Falsche Bewegung« ist Teil einer breiteren Diskussion über den Umgang mit Minderjährigen in der Filmgeschichte. Der Film von Wenders war zuletzt verstärkt in die Kritik geraten, da die Sexualisierung von Kindern in Produktionen vergangener Jahrzehnte zunehmend kritisch hinterfragt wird. Die Entscheidung, das Werk nun zu editieren, unterstreicht den Wandel in der ethischen Bewertung filmischer Darstellungen und den bewussten Umgang mit der eigenen künstlerischen Vergangenheit.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-laptop-sitzung-sitzen-8721343/ · Foto: cottonbro studio
Quelle: https://www.spiegel.de/kultur/wim-wenders-und-nastassja-kinski-regisseur-will-nacktszene-aus-falsche-bewegung-schneiden-a-dc2650b2-dc72-4b9c-8007-87e7b494b376#ref=rss